Hochkaräter aus Schweden beim Metal-Festival in Paderborn
27 Bands auf zwei Bühnen

Paderborn (WB). Knapp 1000 Fans strömten im vergangenen Jahr zum »Metal Inferno Festival«. An einem Tag war es so voll, dass niemand mehr reingelassen wurde. Damit war es eine der meistbesuchten Veranstaltungen in der Kulturwerkstatt überhaupt. Jetzt steht die Neuauflage an: 27 Bands aus allen Stilrichtungen der harten Musik greifen am Freitag und Samstag, 18. und 19. Oktober, in die Saiten.

Montag, 07.10.2019, 22:07 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 22:10 Uhr
Entombed A.D. aus Schweden sind die Hauptattraktion des zweitägigen Festivals in der Kulturwerkstatt. Sie machen auf ihrer Europatour im »kleinen« Paderborn halt.

»An denen war ich seit zehn Jahren dran, jetzt hat es endlich geklappt«, erzählt Sebastian Kivelitz. Mit »denen« meint er die schwedische Band Entombed A.D., ein Schwergewicht der Szene, dessen neues Album zum Beispiel vom Fachmagazin »Metal Hammer« gelobt wurde. Nach Grave im vergangenen Jahr gelang es Organisator Kivelitz damit erneut, eine Gruppe aus dem vor guten Bands nur so wimmelnden Schweden zu verpflichten. »Auf ihrer Europatour kommen Entombed A.D. direkt aus England«, weiß Kivelitz. Bei deren fünf Deutschlandkonzerten sei Paderborn der einzige Abstecher in NRW. Die Jungs um Sänger Lars Görn Petrov bringen ihre Vorbands Baest und Aborted gleich mit in die Kulturwerkstatt.

Bei Veranstaltern sei das »Metal Inferno Festival« durchaus bekannt und wo Paderborn liegt, wüssten die auch, erzählt Sebastian Kivelitz. Die ganz großen Namen wie Iron Maiden, Accept oder Metallica kann er nicht verpflichen, weil dafür die »Kulte« zu klein ist und die Gagenforderungen zu hoch sind. Aber die 2. und 3. Bundesliga der Metalbands, in der ja bekanntlich auch guter »Fußball« gespielt wird, macht manchmal in Paderborn halt.

Hunderte Bewerbungen eingegangen

»Zwischen 600 und 700 Bewerbungen haben wir bekommen«, erinnert sich der Organisator an das E-Mail-Postfach, das überquoll. 27 Bands sind diesmal dabei, sechs weniger als im Oktober 2018. »Im vergangenen Jahr ging eine Band noch um 1.30 Uhr in der Nacht auf die Bühne, da waren die Leute schon sichtlich müde«, hat Kivelitz beobachtet. Deshalb hat er das Programm gestrafft, so dass am Freitag um 0.50 Uhr und am Samstag um 0.35 Uhr das letzte Gitarrenriff verklungen sein soll.

Bis dahin bekommen die Fans ein abwechslungsreiches Programm vorgesetzt. Zwar hat es mit Entombed A.D., Baest oder Shirenc Plays Pungent Stench eine Death-Metal-Schlagseite, aber mit Motorjesus (klassischer Hardrock), Dawn of Destiny (melodischer Metal), Contradiction und Ketzer (Thrash-Metal) sowie Nightlaser (Sleazemetal) werden auch die übrigen Stilrichtungen bedient.

Nicht verpassen sollten die Fans die Band Disillusion aus Leipzig, die derart virtuosen Progmetal spielen, dass Hobbymusiker neidisch werden können. Mit Beast­less aus Paderborn, Powergame aus Bielefeld und The Helliphants aus Marsberg ist auch die Region vertreten.

»Seit 2017 haben wir die Bude wieder voll«

Für Organisator Sebastian Kivelitz ist es bereits das elfte »Metal Inferno Festival«. Er hat gute und schlechte Zeiten erlebt, phasenweise musste er hinterher draufzahlen und dachte schon daran, alles hinzuwerfen. »Aber seit 2017 haben wir die Bude wieder voll«, freut er sich. Vielleicht liege das auch an dem wachsenden Interesse der Medien am Festival in Wacken, dem Symbol für Metal in Deutschland. Inzwischen wüssten die meisten Menschen, dass Metalfans keine abschreckenden Gestalten sind, glaubt Kivelitz.

»Es war nie unser Ziel, mit dem Festival reich zu werden, aber mittlerweile kommen wir mit einem kleinen Gewinn raus«, sagt der 40-Jährige stellvertretend für den Verein Metal Inferno. Der Vorverkauf für die neueste Auflage sei vielversprechend angelaufen. Nach Paderborn kommen nicht nur Fans aus der Region, sondern auch aus den Niederlanden, Frankreich oder Österreich. Die Karten für beide Tage kosten 35 Euro, wer nur am Freitag kann, zahlt 20 Euro, ein Einzelticket für den Samstag ist für 27 Euro zu haben. Es gibt sie bei Ticket Direct an der Königsstraße, per E-Mail unter metalinfernopb@aol.com und an der Abendkasse.

Von Starallüren verschont geblieben

Zwei Bühnen werden in der »Kulte« bespielt, am Freitag geht es um 17 Uhr los, am Samstag um 16 Uhr. Von merkwürdigen Wünschen der Musiker sind Sebastian Kivelitz und sein Team bislang weitgehend verschont geblieben. An einen Fall erinnert er sich aber doch. Als die Band Overkill aus New York vor Jahren allein in der Kulturwerkstatt auftrat, bestanden die Musiker auf schwarzen Handtüchern. Es gab aber nur weiße. Im Vergleich zu den Allüren von Popstars ist das allerdings fast schon bescheiden. So verlangt die Sängerin Jennifer Lopez angeblich mindestens zehn Garderoben und auch, dass die Räume mit weißer Seide und Leder sowie Antiquitäten und weißen Blumen dekoriert sind.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6985960?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Früherer NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement tot
Wolfgang Clement starb am Sonntagmorgen in Bonn. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker