Express-Linien im Kreis Paderborn sollen ausgeweitet werden
Schnelle Fahrt durch die Nacht

Paderborn (WB/bel). Für Nachtschwärmer und Feierfreunde aus dem Paderborner Land soll der Heimweg am Wochenende sicherer werden. Der Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter plant eine Verdichtung der Bus-Expresslinien in der Fläche. Es sollen künftig auch kleinere Orte rund um Delbrück und Büren angefahren werden.

Mittwoch, 02.10.2019, 09:50 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 09:52 Uhr

In der jüngsten Verbandsversammlung des Nahverkehrsverbundes (NPH) wurde eine Grobplanung vorgestellt, die auch eine Verdichtung von Linien in der Nacht vorsieht. So könnten künftig Bad Wünnenberg oder Büren doppelt so häufig in den Wochenendnächten angefahren werden.

Derzeit fahren acht Busse auf zehn Linien

Derzeit bringen im Kreis Paderborn auf zehn Linien acht Busse die Spätheimkehrer nach Mitternacht bis etwa 3 Uhr sternförmig nach Hause. Dieses Konzept soll erweitert werden, allein für den Kreis Paderborn würde der NPH dafür 170.000 Euro zusätzlich bereitstellen.

Mit dem neuen Konzept, das allerdings noch im Detail ausgearbeitet werden muss und mindestens zwei zusätzliche Busse im Schleifenverkehr benötigt, will der NPH vor allem die Orte erreichen, die bislang noch nicht an das Oberzentrum Paderborn angebunden waren und bei denen eine Anbindung in der Nacht aufgrund ihrer Einwohnergröße sinnvoll ist. Dies soll auch einen Beitrag zur Infrastrukturpolitik im ländlichen Raum darstellen, um die Attraktivität von Wohnstandorten in den kleineren Orten des Kreises zu verbessern, so der NPH. Angebunden werden könnten an das Nachtexpress-Netz die Orte Steinhorst, Schöning, Westenholz, Sudhagen, Mantinghausen, Verlar, Steinhausen, Weine, Siddinghausen, Harth, Hegensdorf, Leiberg und Bleiwäsche.

»Wahnsinniger Schritt nach vorn«

»Das ist ein wahnsinniger Schritt nach vorne«, unterstrich Verbandsvorsteher Dr. Ulrich Conradi in der Sitzung das Konzept, das auch in Bausteinetappen umgesetzt werden kann. Im ersten Schritt würden beispielsweise Bad Wünnenberg und Büren zwei zusätzliche Fahrten erhalten und Steinhausen, Weine, Harth und Leiberg zusätzlich angefahren werden. Diese zusätzlichen Fahrten an Wochenenden mit insgesamt 24.800 Kilometern pro Jahr würden mit 63.000 Euro zu Buche schlagen. Derzeit ist man beispielsweise in der Nacht über 13 Stationen von Paderborn ab um 2.20 Uhr in 48 Minuten in Bad Wünnenberg.

Im Delbrücker Bereich würden in einem weiteren Schritt drei Nachtexpresslinien neu geordnet und damit zusätzliche Orte angefahren werden wie Schöning, Sudhagen, Westenholz, Mantinghausen oder Verlar. Diese Neuordnung mit zusätzlich 20.000 Buskilometern würde 51.700 Euro nach Schätzungen des NPH kosten. In Abstimmung mit dem Nachbarkreis könnten auch die Fahrten nach Altenbeken verdichtet werden. Auch für den Kreis Höxter sind zwei Linienverbesserungen angedacht.

Um darüber hinaus noch mehr Autofahrer von der Straße in den Bus hineinzubekommen, will der NPH auch auf regionaler Ebene ein Schnellbusprogramm des Landes umsetzen. Favorisiert werden dabei aufgrund der Nachfrage die Verbindungen Paderborn-Delbrück-Rietberg-Rheda-Wiedenbrück und Blomberg-Steinheim-Höxter, um so auch die Technischen Hochschulen zu verbinden.

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