700 Fachleute diskutieren in Paderborn über sichere Trinkwasserversorgung
Rekordverbrauch im Hitzejahr 2018

Paderborn (WB/mai). Alle zwei Jahre wird Paderborn zum Zentrum für Trinkwasser-Fachleute von Kassel bis Gelsenkirchen. Mehr als 700 Besucher zählte die vierte Trinkwasser-Tagung im Schützenhof, bei der es sich auch darum drehte, wie die Wasserversorgung vor dem Hintergrund des Klimawandels sichergestellt werden kann.

Mittwoch, 02.10.2019, 09:25 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 09:28 Uhr
Trinkwasser ist ein hohes Gut. Um die Versorgung nachhaltig sichern zu können, tauschen sich alle zwei Jahre Fachleute im Paderborner Schützenhof bei einer Fachtagung. aus Foto: dpa

Wie das in Paderborn und den weiteren Versorgungsgebieten der örtlichen Wasserwerke gelingt. stellte deren Prokurist, Michael Bernemann, den Fachleuten vor. »Seit dem Jahr 2008 fällt, mit Ausnahme von 2017, weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel«, beschreibt er die Herausforderung, mit der die Wasserversorger zu kämpfen haben. Denn dadurch bilde sich nicht genug Grundwasser neu.

Wasserlieferungen fielen niedriger aus

Gleichzeitig steige in den heißen Sommern der Verbrauch. »Lag der durchschnittliche Verbrauch in Paderborn sonst bei 125 Litern pro Einwohner und Tag, waren es im besonders trockenen und warmen Jahr 2018 131 Liter pro Kopf«, berichtet er. Gleichzeitig fielen die Wasserlieferungen aus der Aabach-Talsperre, der Egge und der Boker Heide wegen des gesunkenen Grundwasserspiegels niedriger aus.

»Im Ergebnis haben wir 2018 am Diebesweg 10 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert, was eine Rekordmenge der letzten Jahre ist, in denen wir Wasserlieferungen bekommen haben«, sagt Bernemann. Seit 1989 gibt es beispielsweise einen Liefervertrag mit der Aabachtalsperre.

Auch wenn die Wasserwerke Paderborn die 200.000 Einwohner der Stadt und benachbarter Kommunen problemlos versorgen können, überlegen die Wasserwerke bereits, wo weitere Brunnen entstehen könnten. Anfang des Jahres ist gerade erst ein neuer, zehnter Tiefenbrunnen am Diebesweg in Betrieb genommen worden.

Probebohrungen an zwei potentiellen Standorten

»Am Vorderflöß in Bad Lippspringe steht außerdem noch ein ehemaliges Gewinnungsgebiet zur Verfügung, wo wir derzeit Voruntersuchungen für mögliche Pumpversuche und Qualitätstests durchführen«, berichtet Bernemann. Außerdem soll es im kommenden Jahr Probebohrungen an zwei potentiellen Standorten in der Egge bei Altenbeken geben.

»Ob wir die dann wirklich brauchen, werden wir sehen. Aber es ist wichtig, vorausschauend zu denken«, sagt Bernemann. Das sei glücklicherweise auch bei den Wasserbehältern so erfolgt. »Mit 50.000 Kubikmetern können wir inzwischen den gesamten Verbrauch eines Tages speichern«, blickt er beruhigt in die Zukunft.

Dennoch müssten auch die Verbraucher verantwortungsbewusst mit Trinkwasser umgehen, gerade, wenn es beispielsweise um die Gartenbewässerung gehe. »Sonst hatten wir die absoluten Spitzen beispielsweise in der Halbzeitpause der WM-Endspiele. Jetzt liegen sie oft abends, wenn die Bewässerungssysteme eingeschaltet werden«, weiß der Fachmann.

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