Kreis Paderborn zeichnet Teilnehmer der dritten Ökoprofit-Runde aus
Unternehmen for Future

Paderborn (WB). Statt »Fridays for Future« hieß es nun: »Unternehmen for Future«. In der dritten Runde des Projekts Ökoprofit des Kreises Paderborn haben zehn Unternehmen und Einrichtungen bewiesen, dass Umweltschutz und wirtschaftlicher Gewinn kein Gegensatz sein muss.

Freitag, 06.09.2019, 09:19 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 09:22 Uhr
Ihre Anstrengungen haben sich gelohnt – für Umwelt und in der Kasse. Teilnehmer und Gratulanten der dritten Ökoprofit-Runde.

Für ihren erfolgreichen Einsatz wurden die Ökoprofit-Teilnehmer nun von Landrat Manfred Müller und Michael Hermanns, Abteilungsleiter im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW ausgezeichnet.

»Als wir vor fünf Jahren mit Ökoprofit begannen, war Greta Thunberg gerade erst elf Jahre alt. Ein aktueller Blick in die Welt zeigt aber, dass noch viel zu tun ist«, sagte Landrat Manfred Müller. Etwas tun wollen auch die zehn Teilnehmer der dritten Projektrunde. Mehr als ein Jahr lang haben sie sich regelmäßig mit den Mitarbeitern der Servicestelle Wirtschaft des Kreises Paderborn und Elmar Stevens von »B.A.U.M. Consult« getroffen und überlegt, mit welchen Maßnahmen und Investitionen sie in ihren Unternehmen Abfall, Wasser oder Strom einsparen können. Dabei mit im Blick: der wirtschaftliche Vorteil.

Ökoprofit

Ökoprofit (Ökologisches Projekt für Integrierte Umwelt-Technik) wurde von der Stadt Graz entwickelt und seitens der Stadt München an die deutschen Verhältnisse angepasst. Das Projekt wird im Kreis Paderborn federführend von der Servicestelle Wirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt des Kreises in Kooperation mit den Wirtschaftsförderungen der kreisangehörigen Städte und Gemeinden, der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, der Handwerkskammer OWL, der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, der Universität Paderborn sowie der Effizienz-Agentur NRW durchgeführt. Das Projekt wird vom Kreis Paderborn sowie dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert und darüber hinaus von den teilnehmenden Unternehmen finanziert.

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76 Einzelmaßnahmen haben die Teilnehmer im Projektjahr angepackt. Einige sind kleinere Änderungen, die direkt umgesetzt wurden und unmittelbar ökonomischen und ökologischen Erfolg zeigten. So hat die Katholische Hochschule Paderborn darauf verzichtet, an die neuen Studenten Mappen mit ausgedruckten Informationsmaterial auszuteilen. Stattdessen bekamen diese alles Wissenswerte kompakt auf einen USB-Stick, den sie auch noch wiederverwerten können. Mehr als 5000 Blatt Papier wurden so eingespart. Ein anderes Beispiel ist die Firma FBM care aus Salzkotten, die nun ihren Kaffee statt aus Wegwerf- aus Mehrwegbechern trinkt. Andere wagten größere Investitionen für die Umwelt, die sich aber mittel- und längerfristig positiv auf den Gewinn auszahlen. So hat die Firma Laufer aus Hövelhof eine Photovoltaik-Anlage angeschafft, und die meisten Teilnehmer haben sukzessive alle Lampen auf LED umgestellt.

Die Erfolge der langfristigen Maßnahmen werden erst in einigen Jahren berechnet werden können. Aber von 39 Maßnahmen sind schon jetzt Einspareffekte messbar. Zusammen sparen die Teilnehmer nun jährlich rund 17 Tonnen Abfall, 1193 Kubikmeter Wasser und 684.000 kWh Energie. Gleichzeitig konnten bis zum Projektabschluss 126.000 Euro von den Unternehmen eingespart werden.

»Wir können die Welt nicht im Alleingang retten. Aber mit vielen kleineren Maßnahmen können wir etwas bewegen«, sagte der Vertreter des Ministeriums und verdeutlichte: »Die entwickelten Länder mit großem Know-how und hohen technologischen Standards müssen vorangehen. Gerade wir haben doch die wirtschaftlichen und technologischen Möglichkeiten, die Weichen neu zu stellen.«

In der dritten Ökoprofit-Runde im Kreis Paderborn wurden ausgezeichnet: Bethel regional (UW Pantanus-Carré), Clemens-August-von-Galen-Haus, FMB care GmbH, Ikemeyer  Schlebrügge GbR, Katholische Hochschule NRW (Abteilung Paderborn), Laufer GmbH  Co. KG, Städtische Gesamtschule Delbrück, Taxi Klima GmbH und die Stiftung Westphalenhof sowie als Rezertifizierung  die Wöhler Technik GmbH.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig: Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Und noch einen positiven Effekt zählte eine Teilnehmerin auf: »Ich habe jetzt auch zu Hause ökologisch aufgeräumt und achte privat mehr auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz.«

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