Am 3. November wird in der Paderhalle die Geschichte neu erzählt
Ben Becker spielt Judas

Paderborn (WB). Ben Becker gastiert mit seinem Programm »Ich, Judas« am Sonntag, 3. November, um 18 Uhr in der Paderhalle. Wer ihn sehen möchte, muss sich beeilen, denn es gibt nur noch wenige Karten.

Freitag, 06.09.2019, 09:13 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 09:44 Uhr
Ben Becker verteidigt einen Verdammten, den Menschen, der Jesus ans Kreuz geliefert hat. Das im November 2015 uraufgeführte Stück ist zu einem Dauerläufer geworden.

Das ursprünglich nur für eine einmalige Aufführung geplante Programm erfährt seit der Premiere im November 2015 einen großartigen Zuspruch bei Publikum und Fachwelt. Judas, der Name steht für Verrat. Seine Geschichte ist eine der Schuld ohne Vergebung. Er ist der einzige Feind, für den es keine Liebe gibt, der Meistgehasste, Meistverfolgte und Verteufelte: Judas, der Jünger Jesu, der Gottes Sohn mit seinem Kuss verrät und ans Kreuz liefert. Ben Becker übernimmt seine Rolle.

Eine Geschichte wurde überliefert, ein Urteil gefällt, ein Sündenbock gebrandmarkt für die Ewigkeit. Aber muss alles neu aufgerollt werden? »Was war denn zu verraten?«, fragt Judas in seiner Verteidigungsrede: »Jesus‘ Aufenthaltsort? Den kannten Tausende. Sein großes Geheimnis, dass er Gottes Sohn sei? Das hat er selbst gesagt, vor allen Leuten!« Wurde die Geschichte vom »Verräter« Judas mehr geglaubt als befragt?

Enorme Herausforderung

Das Bild von Judas hatte fatale Folgen: Antisemitismus, Judenverfolgung, Glaubenskriege. Ben Becker erhebt seine Stimme für einen, der auserwählt war, den Antichristen zu spielen, um Jesus zum Messias zu machen. »Judas ist nichts ohne Jesus (…), aber Jesus ist auch nichts ohne Judas«, lautete die radikale Erkenntnis des Philosophen Walter Jens, der in seinem Judas-Monolog die moralischen Gewissheiten jahrtausenderlanger Frömmigkeit erschüttert.

Das bedeutet für einen Schauspieler wie Ben Becker eine enorme Herausforderung: Hier steht einer auf gegen alle in einem verzweifelten Kampf um späte Gerechtigkeit. »Ich, Judas« ist das existentielle Plädoyer für einen Verdammten, die Korrektur des größten Fehlurteils der Glaubensgeschichte und der Widerruf eines Irrtums, der die Welt gespalten habe.

Ben Becker sucht mit seiner Interpretation des Judas nicht nur den Widerstand gegenüber Feindbildern, Vorverurteilungen und falschen Gewissheiten. Er spielt Judas genau dort, wo die Fragen des Glaubens und Zweifels, der Erlösung und Verdammnis ihren Ort haben, in Gottes Haus. Die Musik und die sakrale Wucht der Orgel, gespielt von Andreas Sieling, ergänzen Ben Beckers Judas-Verteidigung. Restkarten für den Abend gibt es in den Geschäftsstellen des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES.

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