Kunstflug-Vizeweltmeister Eugen Schaal wirbt am Haxterberg für seinen Sport
Looping mit Linnemann

Paderborn (WB). »Ein Looping ist kein Kunstflug, sondern ein Ausdruck von Lebensfreude«, sagt Kunstflieger Eugen Schaal. Mit genau dieser Lebensfreude möchte der 51-Jährige Carsten Linnemann infizieren. Der CDU-Bundestagsabgeordnete setzt für seinen allerersten Segelflug allerdings zunächst lieber auf die konservativere Variante ohne Tricks.

Dienstag, 03.09.2019, 06:28 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 10:08 Uhr
Im Flieger des frisch gebackene Kunstflugvizeweltmeister Eugen Schaal (links) hatte Carsten Linnemann ein gutes Gefühl. Nach einer kurzen Einweisung durch Stefan Klett und Ingo Zoyke sowie einem Probeflug wollte er auch den Looping. Foto: Oliver Schwabe

Haxterberg: Looping mit Linnemann

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  • Foto: Carsten Linnemann
  • Foto: Haxterberg

»Angst habe ich nicht«, versichert Linnemann. »Eher ein bisschen Kribbeln wie vor einer vermutlich rasanten Karussellfahrt.« Rasant soll es auf dem Haxterberg an diesem Tag allerdings ohnehin nicht zugehen. »Beim Kunstflug geht es nicht um spektakuläre Aktionen und Geschwindigkeit, sondern darum, sein Flugzeug möglichst gut zu beherrschen und die Figuren exakt zu fliegen«, erläutert ihm Eugen Schaal.

Der gebürtige Stuttgarter ist seit seiner Studienzeit in Bielefeld Mitglieder bei der Luftsportgemeinschaft Paderborn (LSG) , startet für diese in der Nationalmannschaft und bildet als Fluglehrer am Haxterberg den Segelflug-Nachwuchs aus. Mit der Mannschaft ist er bereits zweimal Weltmeister geworden, im Einzel sicherte er sich vor vier Wochen in Rumänien den Vizetitel. »Einen besseren Piloten kann ich für meinen ersten Flug gar nicht finden«, ist Linnemann entsprechend gelassen, als LSG-Vorsitzender Ingo Zoyke das Dach des Schulungsseglers schließt, in dem Linnemann vor Eugen Schaal sitzt. Viel Zeit zum Nachdenken gibt es jetzt ohnehin nicht mehr, der Motor des Schleppflugzeugs dreht auf und schon geht es in die Luft.

Lebensfreude gepackt

Stefan Klett, Präsident des Deutschen Aero-Clubs, beobachtet den Start zufrieden. Er hat sein Amt im April übernommen und einiges auf dem Herzen, was er gerne im politischen Raum besprechen würde. Deshalb hat er auch den CDU-Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer in dessen Eigenschaft als Sportausschussvorsitzender dazu gebeten, den er ebenfalls mit auf einen Flug – allerdings mit Motor – über das Paderborner Land nimmt. »Es ist etwas anderes, ob man ein Thema wie die Windkraft nur theoretisch erörtert oder selbst einmal sieht, wie wenig Raum bei niedriger Wolkendecke zwischen den Rotoren und dem Flugzeug bleibt«, sagt Hoppe-Biermeyer anschließend.

Schaal und Linnemann sind zwischenzeitlich kurz gelandet – allerdings nur, um bekannt zu geben, dass sie nun beide bereit für den Looping sind und dafür so hoch wie an diesem bedeckten Tag möglich gezogen werden wollen. Auch wenn sie den Abgeordneten in besten Händen wissen, nötigt das den vielen LSG-Mitgliedern, die das Spektakel auf dem Flugfeld verfolgen, Respekt ab. Doch die Sache mit der Lebensfreude hat Linnemann jetzt gepackt. »Im Prinzip ist das Hochziehen das Aufregendste, weil es ein bisschen ruckelt, nach dem Ausklinken ist es Wahnsinn«, sagt er nach der Landung. »Das ist einer meiner schönsten Termine – wegen des Erlebnisses, und weil es großartig ist, etwas erleben zu dürfen, worüber wir diskutieren.« Beeindruckt hat ihn auch der 17-jährige Kai Mertens am Steuer des Motorseglers. »Wenn man im dem Alter so viel Verantwortung übernimmt, kann im Leben eigentlich nichts schief gehen.«

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