Forschungsgruppe stellt die Frage »Gefährdet die soziale Spaltung die Demokratie?«
Uni Paderborn sucht Ursachen für zunehmenden Rechtspopulismus

Paderborn (epd). Nachwuchsforscher der Universität Paderborn untersuchen Ursachen für das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland. Die Wissenschaftler befassen sich mit der Bedeutung von sozialer Verunsicherung und Ungleichheit für die wachsende Unterstützung rechtspopulistischer Einstellungen.

Montag, 02.09.2019, 14:43 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 15:06 Uhr
Björn Höcke, Vorsitzender der AfD in Thüringen und Vorsitzender des rechten »Flügels«, verfolgt auf der AfD-Wahlparty die Bekanntgabe erster Ergebnisse zur Landtagswahl in Brandenburg. Foto: Gregor Fischer/dpa

In der neu eingerichteten Forschungsgruppe gehe es um die Frage »Gefährdet die soziale Spaltung die Demokratie?«. Die Wahlerfolge der AfD , die wachsende Bedeutung rechtspopulistischer Parteien in Europa und die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hätten zu einer Kontroverse über die Ursachen des Erstarkens des Rechtspopulismus geführt, erklärte die Leiterin des Forschungsprojekts, Bettina Kohlrausch.

Reaktion auf wachsende gesellschaftliche Spaltungen?

In der wissenschaftlichen Debatte werde die Zunahme rechtspopulistischer Einstellungen häufig als Reaktion auf wachsende gesellschaftliche Spaltungen gedeutet. Mit dem Projekt wolle man untersuchen, ob soziale und kulturelle Spaltungen tatsächlich zunähmen, welche Ursachen dies habe und wie beide Spaltungslinien miteinander verknüpft seien, sagte die Professorin für Bildungssoziologie.

Die jungen Wissenschaftler sollen den Angaben nach auch erforschen, inwiefern der Zulauf zu rechtspopulistischen Parteien auf eine wachsende Distanz zum demokratischen System zurückzuführen ist. Das Projekt ist den Angaben zufolge auf drei Jahre angelegt, die beteiligten Doktoranden werden von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.

Kommentare

Norbert Mertens  wrote: 02.09.2019 21:10
Linksrutsch der Medien
Eine Frage der Definition. Die Mainstreammedien sind nach links gerutscht. Was gestern noch konservativ war, ist heute rechts
Klaus Müller  wrote: 02.09.2019 15:42
Liegt das nicht auf der Hand?
Man muss sich doch nur die Reallohn-Steigerung der 20 Jahre anschauen und die Anzahl der Arbeitnehmer mit tariflicher Bindung. Es ist in jedem Land gleich, egal ob die USA, Frankreich, Italien oder England. Der erstarkende Nationalismus ist die unmittelbare Folge von prekären Arbeitsverhältnissen.
Schaut doch nur in die neuen Bundesländer, wo die Arbeitslosenquoten besonders hoch sind und die wenigsten Mitarbeiter mit ordentlichen tariflichen Löhnen nach Haus gehen.
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