41-jähriger Paderborner soll schlafende Frau vergewaltigt haben Mutmaßliches Opfer schwänzt Gerichtstermin

Paderborn (WB). Außer Spesen nichts gewesen: Gleich drei Zeugen haben am Mittwoch die 8. Große Strafkammer am Landgericht Paderborn versetzt und sind nicht zur Verhandlung erschienen. Und so konnten die Richter sich noch kein Bild machen davon, was an den Vergewaltigungsvorwürfen gegen einen 41-Jährigen aus Paderborn dran ist.

Von Ulrich Pfaff
Das Landgericht Paderborn.
Das Landgericht Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Der Staplerfahrer sitzt auf der Anklagebank, weil er im November 2017 eine Frau in seiner Wohnung vergewaltigt haben soll, während sie schlief. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der gebürtige Guineer, der seit 22 Jahren in Deutschland lebt, zusammen mit der Frau und einem britischen Soldaten nachts in seiner Wohnung Alkohol und Drogen konsumiert hatte.

Am Taxistand »herumgemacht«

Als der Brite eingeschlafen war, soll der 41-Jährige die Frau vergewaltigt haben, ohne dass sie zunächst aufwachte. Erst ein Kuss, heißt es, habe das mutmaßliche Opfer aufgeweckt – die Frau soll darauf hin gemeinsam mit dem Soldaten die Wohnung verlassen haben.

Der Angeklagte hatte eine andere Version der Geschichte parat: Er habe die ihm völlig Unbekannte in der Stadt getroffen, wo sie an einem Taxistand bereits mit dem britischen Soldaten »herumgemacht« habe. Aus dem Gespräch sei schließlich die Idee entstanden, zum gemeinsamen Sex in seine Wohnung zu gehen.

Nach reichlichem Alkoholkonsum sei der Brite jedoch eingeschlafen, so dass es dann zu sexuellen Handlungen zwischen ihm und der Frau gekommen sei – aber einvernehmlich. Kurz darauf sei die Frau hysterisch geworden, habe ihn beschimpft und rassistisch beleidigt, so dass er sie und ihren inzwischen wieder aufgewachten Begleiter der Wohnung verwiesen habe.

2,4 Promille Alkohol im Blut

Die Perspektive des mutmaßlichen Opfers konnte die Strafkammer nicht kennen lernen: Die Frau kam der Zeugenladung nicht nach. Wie am Rande der Sitzung zu erfahren war, soll sie zum Tatzeitpunkt 2,4 Promille Alkohol im Blut gehabt haben. Die Kammer verhängte 100 Euro Ordnungsgeld und verfügte die Vorführung der Zeugin beim nächsten Verhandlungstermin durch die Polizei.

Auch der britische Soldat und ein Kamerad, die beide als Zeugen geladen waren, tauchten nicht auf – sie befinden sich wieder in England, sollen allerdings von der britischen Armee nach Paderborn geschickt worden sein, um eine Aussage zu machen.

Nur die Paderborner Polizistinnen, die mit den Ermittlungen betraut waren, erschienen vor Gericht. Sie wurden bis zum nächsten Prozesstag wieder entlassen – ohne befragt zu werden.

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