Luftreinhalteplan Paderborn: Ideen zur Reduzierung der Stickoxide
Umweltverbände fordern mehr Maßnahmen

Paderborn (WB). Den Entwurf des Luftreinhalteplans für Paderborn halten VCD OWL, ADFC Paderborn und die Paderborner Umweltverbände Pro Grün und BUND für unzureichend. Das geht aus einer Stellungnahme an die Bezirksregierung Detmold hervor.

Dienstag, 06.08.2019, 09:00 Uhr
Luftmessung an der der Paderborner Bahnhofstraße. Mehrer Umweltverbände halten den Luftreinhalteplan für Paderborn für unzureichend. Foto: Jörn Hannemann

Die Verbände, die Mitglieder der Arbeitsgruppe der Bezirksregierung zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans waren, halten die bisherigen Maßnahmen für nicht ausreichend. So werde der Grenzwert für Stickoxide von 40 Mikrogramm bis zum Jahr 2020 nicht unterschritten, meinen sie. Deshalb müssten kurzfristig weitere Maßnahmen ergriffen werden, heißt es.

Keine abnehmende Luftbelastung erwartet

»Wir haben den Eindruck, dass die Annahmen für die Schadstoffprognosen und deren Bewertung nach dem Prinzip Hoffnung getroffen wurden«, sagt Kerstin Haarmann vom VCD OWL. Dieter Dubisch (Pro Grün), Elmar Spellerberg (ADFC Paderborn) und Markus Müller (BUND Paderborn) unterstützen diese Annahme.

Sie weisen darauf hin, dass es entgegen der Aussagen im Luftreinhalteplan keine statistisch abgesicherte abnehmende Luftbelastung an den Paderborner Messstellen Bahnhofstraße und Friedrichstraße gebe. Um Transparenz zu schaffen, fordern sie die Einrichtung von automatischen Messstellen, wie zum Beispiel in Bielefeld, die die Werte online liefern. Das Bündnis bezeichnet die vorgesehenen Maßnahmen als nicht verursachergerecht, da sie nicht den Hauptverursacher – den motorisierten Individualverkehr – zum Ziel hätten, sondern nur den öffentlichen Verkehr.

Zehn-Punkte-Plan mit zusätzlichen Maßnahmen

Die Annahme der Bezirksregierung, die Stickstoffdioxid-Belastung für die Bahnhofstraße und die Friedrichstraße allein über die Kraftfahrzeug-Flottenmodernisierung, die Linienbus-Flottenmodernisierung und die Absenkung des Hintergrundniveaus ohne zusätzliche weitere Maßnahmen im Verlauf des Jahres 2019 zu erwarten, sei nicht nachvollziehbar.

Die Verbände legen daher einen Zehn-Punkte-Plan mit zusätzlichen Maßnahmen vor. Dazu zählen eine weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit des ÖPNV. Dazu gehöre ein Zehn-Minuten-Takt auf Hauptstrecken. Zudem sollten die Tarife im ÖPNV vereinfacht werden (zum Beispiel »Wiener Modell«: 365 Euro Ticket für ein Jahr für Einwohner und Betriebe).

Auch ein Park- and Ride-Angebot müsse an den Haupteinfallstraßen in die Paderborner Innenstadt eingerichtet werden. Außerdem schlagen sie eine Reduzierung der Pkw-Spuren auf der Bahnhofstraße und auf der Friedrichstraße von je zwei auf je eine pro Fahrtrichtung vor. »Die frei werdenden Flächen sind für den ÖPNV sowie den Radverkehr zu nutzen«, heißt es.

Flächendeckendes Carsharing-Netz gewünscht

Als Sofortmaßnahme sollte jeder zehnte Pkw-Abstellplatz in einen Fahrradabstellplatz umgewandelt werden. Ein weiterer Wunsch ist eine verkehrsträgerübergreifende und regional vernetzte Fahr-mit-App. Zudem soll das Dienstwagenmodell der Stadt Paderborn auf Betriebe ausgeweitet werden, sodass ein flächendeckendes Carsharing-Netz entsteht.

Auch die Radler sollen von dem Maßnahmenpaket profitieren: Als Sofortmaßnahme soll mindestens eine Schnell-Route von einem Ortsteil in die Innenstadt realisiert werden. Es böte sich an, mit der Route Schloß Neuhaus zu beginnen.

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