Friedlichstes Fest aller Zeiten ist Geschichte – Polizei berichtet von gefährlichem Vorfall
»Nur noch 363 Tage bis Libori«

Paderborn (WB). Nach neun Tagen Libori haben Stadt, Schausteller, Künstler, Kirche, Feuerwehr und Polizei am Montag eine überaus positive Bilanz gezogen. Mit 1,5 Millionen geschätzten Besuchern liegt Libori 2019 deutlich über dem Vorjahr. 2018 waren es 1,2 Millionen Gäste. Ein gefährlicher Vorfall beschäftigt aber die Polizei.

Dienstag, 06.08.2019, 02:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 03:00 Uhr
Ein bisschen wie Woodstock: Beim Abschlussfeuerwerk im Paderquellgebiet haben 20.000 Besucher das Libori-Fest friedlich ausklingen lassen. Foto: Oliver Schwabe

»Libori war mehr als ein voller Erfolg«, bilanzierte Bürgermeister Michael Dreier. Alle Verantwortlichen teilen die Einschätzung. Dreier dankte besonders den Anwohnern, die für das Fest größtes Verständnis aufbrächten. Aus diesem Grunde lehne er eine Ausweitung der Musik an den Wochenende bis Mitternacht ab. »Wir wollen die Akzeptanz der Bürger nicht überstrapazieren«, sagte er. Dreier freut sich schon auf 2020: »Es sind nur noch 363 Tage bis Libori.«

Gestiegener Umsatz

Im Gegensatz zu 2018 stimmten diesmal die Umsätze: Karussells, Imbissbuden, Biergärten und Glücksspiel hatten ein Top-Ergebnis, berichtete Schausteller Heinrich Heitmann. Mehr als zufrieden waren die Beschicker des Pottmarktes. Benjamin Krysmann, Pressesprecher des Erzbistums, überbrachte den Dank von Erzbischof Hans-Josef Becker. Gäste aus aller Welt hätten sich wohl gefühlt. Neben dem ganzen Trubel seien die stillen Angebote der Kirche gut angenommen worden.

Mehr Leute mit Bus und rad

Als einen Erfolg stellte sich der Fahrrad-Tresor heraus: Diesmal wurden 1500 Räder abgestellt – zehnmal soviel wie noch vor drei Jahren, sagte Stadtsprecher Jens Reinhardt. Auch der Padersprinter war mehr als zufrieden und vermeldete steigende Fahrgastzahlen. Eine halbe Million Passagiere wurden befördert. »Park and Ride« stieg um 25 Prozent, am verkaufsoffenen Sonntag sogar um 66 Prozent. Das Libori-Wochenticket erlebte eine Zuwachsrate um 45 Prozent. Gestiegene Zahlen gab es auch auf den städtischen Parkplätzen. Der ASP vermeldete 96.000 verkaufte Tickets – fünf Prozent mehr. Gewinner war das Parkhaus Rolandsweg, das um 50 Prozent stärker frequentiert wurde.

Feuerwehr und Polizei

»Es war das ruhigste Liborifest, das ich je miterlebt habe«, stellte Ordnungsamtschef Udo Olschewski fest. Begeistert war er vor allem von der friedlichen Atmos­phäre beim Feuerwerk. Schätzungsweise 20.000 Besucher hätten auf den Wiesen gesessen. »Das war wie Woodstock«, stellte er fest. Auch Feuerwehrchef Ralf Schmitz zeigte sich zufrieden: »Das Spektakulärste war ein Mülltonnenbrand in der alten Torgasse. Im Rettungsdienst gingen die Einsätze um 30 Prozent zurück.«

Auch Polizeisprecher Michael Biermann bestätigte, dass es ein äußerst friedliches und ruhiges Fest gewesen sei. Er berichtete jetzt allerdings von einem Vorfall, der sich schon am Montag vor einer Woche um 23.30 Uhr auf der Festmeile ereignet hatte. Dabei war eine Gruppe mit drei Männern mit Clowns- und Anonymous-Masken auf eine Streife von Polizei und Ordnungsamt zugegangen. Kurz vor dem Polizisten habe einer der Männer einen vermeintlichen Revolver gezogen und auf den Kopf des Beamten gerichtet. Der bewaffnete Polizist habe sofort reagiert und den Mann zu Boden gerungen. Bei der Abwehrreaktion sei die Spielzeugwaffe zerbrochen, berichtete Michael Biermann.

Weil die Männer aggressiv reagiert hätten, wurde Verstärkung alarmiert. Der Mann sowie zwei Begleiter seien zur Libori-Wache mitgenommen worden. Dort seien die Personalien aufgenommen worden. Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um einen 32-jährigen Deutschen aus dem Kreis Paderborn. Die Untersuchungen in dem Fall dauern nach Angaben der Polizei noch an. Es wird wegen des Verdachts der Bedrohung ermittelt.

Außerdem nahm die Polizei vier Sexualdelikte auf: Tatorte waren Marienplatz, Rosenstraße, Bahnhofstraße und eine Diskothek in der Marienstraße. Die Opfer seien bedrängt und unsittlich berührt worden. »In zwei Fällen wurden die Tatverdächtigen ermittelt. In einem weiteren Fall hat eine Gruppe Männer in der Rosenstraße eine Frau umkreist und begrapscht«, sagte Biermann. Außerdem gab es in den neun Tagen 24 Diebstähle, acht Körperverletzungen, ein Drogendelikt und sieben Personen, die zur Ausnüchterung mit zur Polizei mussten.

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