Zehntausende feiern am Libori-Schlusswochenende in der Innenstadt
Abschied mit viel Rhythmus

Paderborn (WB/dk). Mit Samba, Rockmusik und dichten Menschentrauben auf der Plaza Europa und dem Liboriberg ist Paderborns größtes Volksfest zu Ende gegangen. Einen Höhepunkt bildeten die Auftritte der Querschläger.

Montag, 05.08.2019, 09:46 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 10:38 Uhr
Die Samba-Tänzerinnen der Querschläger sorgen für brasilianisches Flair. Foto: Dietmar Kemper
Jochen Carl und seine Querschläger verbreiten Lebensfreude. Am Samstagabend waren sie erschöpft.      

Jochen Carl und seine Querschläger verbreiten Lebensfreude. Am Samstagabend waren sie erschöpft.       Foto: Dietmar Kemper

Am späten Samstagabend wussten die Querschläger, was sie getan hatten. An vier verschiedenen Stationen in der Stadt hatten sie getrommelt, getanzt und gesungen. »Aber es dauert nicht lange, bis man wieder Lust hat zu spielen«, sagte der Leiter der Samba-Trommlergruppe, Jochen Carl.

Die Freude an der Musik und der rhythmischen Bewegung dazu konnten die Zuhörer bei den etwa 120 Teilnehmern der Formation sehen und spüren. »Gefällt’s euch?«, wollte Carl beim mit etwa 90 Minuten längsten Auftritt vorm Capitol wissen. Ein unüberhörbares »Ja« der Zuschauer war die Reaktion. Abgesehen vom harten Kern aus Paderborn setzten sich die 140 Teilnehmer aus zehn europäischen und außereuropäischen Ländern zusammen, darunter aus Russland, deren Behörden Veranstaltungen, in denen Geschlechtergrenzen überschritten werden, bekanntlich ablehnend gegenüberstehen.

Aus Wien nach Paderborn

Geschlechtergrenzen überschreitet auch Felipe Moris aus Brasilien. Er gehört zu den wenigen männlichen Sambatänzern und war aus Wien nach Paderborn gekommen. Moris kombiniert männliche Symbole wie den Hut mit weiblichen wie den hohen Schuhen. Von Paderborn schwärmte er: »Es ist eine wunderschöne Stadt, ich liebe Städte, die so viel Geschichte haben.« Den Querschlägern bescheinigte er »hohes Niveau«.

Die Gruppe präsentierte ihrerseits ihre Jungformation, die Querschläger Funky Dance Sensation Group. Querschläger-Dirigent Jochen Carl betonte noch einmal, wie sehr sich die Formation über die Ankündigung gefreut habe, dass sie die Kulturnadel der Stadt erhalten werde. »Als wir die Nachricht bekommen haben, sind wir schier ausgeflippt.« Hinter den Streit über ein mögliches Auftrittsverbot möchte Carl einen Schlussstrich ziehen: »Das ist halt passiert. Marketing und Stadt sind uns entgegengekommen und haben Möglichkeiten geschaffen, dass wir auftreten können. Die Stadt Paderborn hat realisiert, dass wir dazugehören.«

Zu Libori gehören die Querschläger auf jeden Fall. Ihre Musik passte perfekt zur Lebensfreude, die dieses Volksfest mit Kirmes, Kirche und Kultur wieder neun Tage lang ausstrahlte.

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