Gerhard Frenzel (83) wird die Radtouristikfahrt des RMC Schloß Neuhaus vermissen
Die Abschiedsrunde

Paderborn (WB). »Ich habe heute definitiv meine Abschiedsrunde gefahren«, sagt Gerhard Frenzel und ein bisschen Wehmut schwingt mit. Seit 23 Jahren kommt der Ostdeutsche zur Radtouristikfahrt (RTF) des Rad- und Motorsportclubs Schloß Neuhaus.

Sonntag, 04.08.2019, 18:34 Uhr aktualisiert: 04.08.2019, 18:50 Uhr
Gerhard Frenzel aus Zwenkau hat die Radtouristikfahrten des RMC mit seinem Vorsitzenden Martin Klösener (links) und Kassierer Josef Sonntag lieben gelernt. Foto: Dietmar Kemper

»Es haben sich Freundschaften gebildet«, sagte der 83-Jährige am Samstag und machte deutlich, wie gern er dabei war. Frenzel lebt in Zwenkau nahe Leipzig, und mit dem RV Zwenkau 1890 unterhält der RMC Schloß Neuhaus seit 25 Jahren eine Vereinsfreundschaft. Radfahren verbindet – genau das soll die Radtouristikfahrt, die immer am zweiten Liborisamstag ausgetragen wird, symbolisieren. »Gemeinschaftliches Fahren in einer reizvollen Landschaft«, bringen der RMC-Vorsitzende, Martin Klösener, und der Kassierer Josef Sonntag das Ziel und den Reiz auf den Punkt. Und gesund sei Radfahren noch obendrein.

Zum 37. Mal richtete der 65 Jahre alte heimische Verein mit seinen 106 Mitgliedern die Fahrt aus, an der sich diesmal 340 Männer und Frauen beteiligten. Sie kamen hauptsächlich aus dem Kreis Paderborn, aber auch aus Hamm, Dortmund und eben aus Zwenkau. Die ungünstige Wetterprognose dürfte einige abgeschreckt haben, denn in der Regel kommen immer 500 Starter zusammen. Einmal waren es sogar mehr als 700.

Leistungstour erstreckte sich über 150 Kilometer

Vier Touren standen am Samstag zur Auswahl: die Familientour mit einer Länge von 45 Kilometern, die Freizeittour (81 Kilometer), die Fitnesstour (110) und die Leistungstour über 150 Kilometer. »Im Unterschied zu einem Radrennen dürfen wir die Straßen nicht sperren, bei unserer RTF fahren alles Freizeitradler mit, die aber zum Teil sehr ambitioniert sind«, erzählte Klösener (57). Er selbst bringt es pro Woche auf etwa 120 Kilometer. Die 150-Kilometer-Tour fordert denen, die sie auf sich nehmen, schon einiges ab. 1670 Höhenmeter gilt es auf der Strecke zu bewältigen, die über Wewer, Borchen und Lichtenau in den Kreis Höxter führt und über Neuenheerse und Salzkotten zurück nach Schloß Neuhaus. Die Besten schaffen das in unter sechs Stunden.

»Die Strecken der einzelnen Touren sind verkehrsarm, viele Wirtschaftswege sind darunter und die Routen sind landschaftlich reizvoll«, erläuterte Josef Sonntag die Kriterien, an denen sich die Organisatoren orientieren. Alle 25 Kilometer waren Kontroll- und Verpflegungsstationen, zum Beispiel in Bauernhöfen, eingerichtet. Hier konnten sich die Rennrad-, Trecking-, Pedelec- und Mountainbikefahrer mit Tee, Bananen, Melonen sowie Tomaten- und Quarkbroten stärken. Zwischen 9 und 11 Uhr erfolgte der Start, bis 17 Uhr mussten alle zurück sein.

Verletzungen sind sehr selten

Meistens bleiben größere Zwischenfälle aus. »Das Schlimmste, was wir mal hatten, war vor zwei Jahren ein Schlüsselbeinbruch«, erinnert sich Martin Klösener. Bei Pannen würden Servicefahrer einspringen. Der RMC Schloß Neuhaus macht alles ehrenamtlich. In OWL bieten 30 Vereine von März bis Oktober Radtouristikfahrten an. Hinzu kommen CTF-Fahrten durch Wald und Wiesen. Der RMC Schloß Neuhaus macht seine am 12. Oktober.

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