Ergebnis einer Online-Umfrage an Paderborner Landrat Müller übergeben
Eltern wünschen sich mehr Erzieherinnen

Paderborn (WB). Wie zufrieden sind Eltern und Kinder im Paderborner Land mit den hiesigen Kindergärten? Das wollte der Jugendamtseltern­beirat (JAEB) des Kreises Paderborn wissen und startete eine Online-Umfrage unter den Kitas des Kreises und der Stadt Paderborn. Die ersten Auswertungen der 770 ausgefüllten Fragebögen übergaben die Vorsitzenden des JAEB nun an Landrat Manfred Müller.

Sonntag, 04.08.2019, 07:15 Uhr aktualisiert: 04.08.2019, 07:30 Uhr
Wollen gemeinsam die Qualität der Kitas verbessern (von links): Manfred Müller, Günther Uhrmeister, Stefanie Schreiber-Weber (Landesdelegierte), Bianca Gödecke (1. Vorsitzende des JAEB) und Katharina Schumacher (Jugendhilfeausschuss).

»Die Kleinsten in unserer Gesellschaft sind unser aller Zukunft, für die es zu kämpfen lohnt«, freut sich der Landrat über das Engagement des JAEB und die Beteiligung der Eltern. Ausführlich diskutierten Müller sowie der Leiter des Kreisjugendamtes, Günther Uhrmeister, mit Bianca Gödecke, Stefanie Schreiber-Weber und Katharina Schumacher vom JAEB die Fragen und Anregungen der Umfrage. Neben einer insgesamt großen Zufriedenheit der Eltern gab es auch einige Kritikpunkte.

Der Fachkräftemangel macht sich auch im Bereich der Kinderbetreuung bemerkbar.

Günther Uhrmeister

Die größte Kritik rief die personelle Aufstellung in den Einrichtungen hervor. Nur 39 Prozent der Umfrage-Teilnehmer beurteilten diese mit »gut«. 38 Prozent hingegen finden sie nur »ausreichend« und 22 Prozent sogar »ungenügend«. Besonders wurde hervorgehoben, dass dies zu Problemen bei Urlaub oder Krankheit der Mitarbeiter führe, da die verbleibenden Erzieher den Ausfall nicht auffangen könnten und somit weniger Zeit für die individuelle Förderung bleibe.

»Der Fachkräftemangel macht sich auch im Bereich der Kinderbetreuung bemerkbar und das Problem wird voraussichtlich noch stärker zunehmen«, erläutert Jugendamtsleiter Günther Uhrmeister. Um dem Mangel an Fachkräften entgegen zu wirken müssten attraktive Rahmenbedingungen für das pädagogische Personal geschaffen werden. »Dies haben aber weder die Einrichtungen selbst noch der Kreis in seinen Händen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, die gesetzlichen Anforderungen entsprechend zu definieren und das Finanzbudget hierfür zur Verfügung zu stellen«, sagt Uhrmeister.

Besonders gut kommt bei den Eltern die Ankündigung des Landes NRW an, dass zukünftig das zweite Kita-Jahr eines Kindes ebenfalls beitragsfrei bleiben soll. Die Freude darüber verbinden die Eltern aber auch gleich mit der Mahnung, dass dies nicht zu Lasten des Personaleinsatzes gehen dürfe. Dazu sagt Landrat Müller: »Ich glaube, dass dies ein deutliches Signal nach Düsseldorf ist. Für viele Eltern spielt die finanzielle Ersparnis durch ein weiteres beitragsfreies Jahr im Vergleich zur Qualität der Betreuung in den Einrichtungen eine untergeordnete Rolle.«

Kritik an Verpflegung

Mit den Öffnungszeiten sind 62 Prozent der Befragten zufrieden, 29 Prozent halten sie für ausreichend und 8 Prozent für ungenügend. Bemängelt wurden vor allem die starren Bring- und Abholzeiten sowie die Schließzeiten für Ferien und Fortbildungen. Insbesondere für Alleinerziehende, so zeigt die Umfrage, ist dies belastend. Das Essen in der Kita war ein weiterer Punkt, der teilweise kritisiert wurde. Wobei es hier offensichtliche Unterschiede in den einzelnen Kitas gebe.

»Wir werden uns alle Kritikpunkte in Details ansehen und dort, wo wir als Kreis etwas tun können, aktiv an Verbesserungen arbeiten«, sicherte Müller den Elternvertretern zu. Die Ergebnisse würden zudem an die verantwortlichen Stellen weitergereicht, und der Kreis würde sich dort für die Anliegen der Eltern stark machen.

An der Umfrage haben sowohl Eltern teilgenommen, deren Kinder Einrichtungen in der Stadt Paderborn besuchen, als auch Eltern aus dem übrigen Kreisgebiet. Nur die zweite Gruppe fällt unter die Zuständigkeit des Kreises. »Wir werden zusammen mit dem JAEB daran arbeiten, die Ergebnisse zwischen Kreis und Stadt zu differenzieren. Natürlich werden wir die Auswertung für die Stadt Paderborn auch den dortigen Verantwortlichen zukommen lassen«, verspricht Kreisjugendamtsleiter Uhrmeister.

Die drei Vertreterinnen des Jugendamtselternbeirats sind zufrieden mit der Rückmeldung des Landrats: »Wir freuen uns, dass die Stimme der Eltern beim Kreis Gehör gefunden hat«, sagt Bianca Gödecke.

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