Am Bischofsteich sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen
47 Wohnungen geplant: Anwohner sind besorgt

Paderborn (WB). Zwei geplante Bauprojekte mit insgesamt bis zu 47 Wohnungen im Bereich des Bischofsteichs in Paderborn sorgen für Unruhe bei den Anliegern. Diese haben erhebliche Bedenken. Allerdings sollte bereits an diesem Freitag die Frist ablaufen, in der bei der Stadt Anregungen und Kritik geäußert werden können. Nun hat die Stadt mitgeteilt, dass die Eingabefrist über den 2. August hinaus verlängert wird.

Freitag, 02.08.2019, 14:41 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 14:44 Uhr
Auf dem Areal der ehemaligen Domschule Am Bischofsteich sind zwei Mehrfamilienhäuser geplant. Foto: Jörn Hannemann

Bei dem Plangebiet handelt es sich um das Areal der ehemaligen Domschule, die nach 40 Jahren Ende 2016 abgerissen worden ist. Die Fläche ist nun im Besitz der Stadt Paderborn. Um die Wohnbebauung umsetzen zu können, muss der derzeit gültige Bebauungsplan Nr. 311 »Am Bischoffsteich« geändert werden. Aktuell ist dort zwischen Bischofsteich, der Kita Greitelerweg und dem dreigeschossigen offenen Parkhaus Rolandsweg ein Gewerbegebiet festgesetzt.

Das will die Stadt nun ändern, um das Grundstück Investoren anbieten zu können, die hier eine Wohnbebauung umsetzen wollen. Dazu hatte es bereits Anfang Juli eine Bürgerinformation gegeben. Demnach könnte das 6100 Quadratmeter große Gebiet mit bis zu dreigeschossigen Gebäuden bebaut werden. Für die Fahrzeuge der Bewohner ist eine Tiefgarage vorgesehen – ein Stellplatz pro Wohneinheit. Außerdem ist ein Spielplatz geplant.

Baubeginn vermutlich Ende 2020

Ende 2020 könne mit dem Bau begonnen werden, da allein das Bebauungsplanverfahren etwa ein Jahr benötige und erst danach entschieden werde, welcher Investor den Zuschlag erhalten soll, teilt die Verwaltung dazu mit. Unklar ist derzeit auch noch, wie hoch der Anteil des geförderten Wohnungsbaus ausfallen wird. Er wird aber mindestens 30 Prozent betragen, heißt es von der Verwaltung.

Die Anlieger gehen davon aus, dass es aufgrund der großen Zahl an zusätzlichen Wohnungen und der geplanten Tiefgaragenzufahrt zu noch größeren Verkehrsproblemen in dem Bereich kommen könne als bereits jetzt schon. Insbesondere die Kreuzung Am Bischofsteich/Rolandsweg sei stark belastet. Hinzu kommen Fahrbahnverengungen, die zu Stoßzeiten zu Rückstaus führen.

Anwohner befürchten Verkehrschaos

Nach Ansicht der Verwaltung wird aufgrund der geplanten Wohnbebauung mit 170 zusätzlichen Fahrzeugbewegungen pro Tag kalkuliert. Die Stadt hält diese Zunahme für geringfügig. Im Protokoll der Bürgerinformation heißt es: »Aufgrund der Breiten der vorhandenen Straßen von mindestens elf bzw. Fahrbahnbreiten von sieben Metern (Am Bischofsteich) – ist die Zunahme des Verkehrsaufkommens verträglich. Die Straßen Rolandsweg, Am Bischofsteich und Greitelerweg können den zusätzlichen Verkehr problemlos aufnehmen.« Die Verkehrsprobleme an der Kreuzung hingegen könnten nicht über den Bebauungsplan gelöst werden. »Die Hinweise werden aber mit aufgenommen«, heißt es. Die Anwohner fürchten, dass vom geplanten Spielplatz in den Abend- und Nachtstunden Lärm durch ungebetene Gäste ausgehen könne.

Irritiert sind die Anwohner, dass sie nicht konkret genug über das Vorhaben informiert worden seien. Auch der Termin der Bürgerinfo sei nicht offensiv genug von der Stadt angekündigt worden. Dass die Frist für Anregungen in den Ferien ablaufe, halten sie für falsch. Nicht jeder habe die Gelegenheit nutzen können, sich zu informieren, heißt es.

Eingaben noch in den nächsten Wochen möglich

Darauf hat die Stadtverwaltung nun reagiert und folgendes mitgeteilt: »Bürger können sich auch nach dem 2. August noch über den Bebauungsplan 311 Am Bischofsteich informieren und dazu Anregungen einreichen. Das hat die Stadt Paderborn am Freitag mitgeteilt. Die Frist für die Offenlegung läuft zwar heute, am 2. August ab, jedoch handelt es sich dabei nicht um eine Ausschlussfrist. Bürger, denen es bis jetzt nicht möglich war eine Eingabe zum Bebauungsplan einzureichen, können dies also in den nächsten Wochen noch nachholen.«

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