Paderborner entdeckt britischen Premier in seiner Familiengeschichte
Boris Johnson und sein ostwestfälischer Verwandter

Paderborn/London (WB). Der neue britische Premierminister Boris Johnson hat eine bunte Familiengeschichte. Wie Dr. Dirk Rotthaus (77) jetzt rausgefunden hat, gibt es offenbar sogar Verbindungen nach Ostwestfalen.

Donnerstag, 01.08.2019, 06:25 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 06:28 Uhr
Dr. Dirk Rotthaus aus Paderborn hat in seiner Familiengeschichte Verbindungen zum britischen Premier Boris Johnson entdeckt. Der Nachfolger von Theresa May ist derzeit öfter in den Zeitungen dieser Welt zu sehen. Foto: Lukas Brekenkamp

Seit er vor zwölf Jahren von Solingen nach Paderborn zog, beschäftigt sich Dirk Rotthaus eigenen Angaben zufolge mit seiner familiären Vergangenheit. »Als ich in Ruhestand ging, habe ich gedacht: Ich muss jetzt was Vernünftiges machen«, sagt der promovierte Elektroingenieur. Also habe er angefangen, sich mit Genealogie auseinanderzusetzen. Seine Erkenntnisse halte er in einem Familienbuch fest. »Das hat mittlerweile so etwa 600 Seiten. Ich arbeite derzeit an der fünften Auflage.« Es komme schließlich immer wieder Neues hinzu. Immer wieder würden ihm spannende Geschichten begegnen, wenn er sich durch das Leben seiner Urahnen arbeite.

Weibliche Mumie als Schlüsselfigur

Doch eine familiäre Verbindung habe ihn dann doch mehr überrascht als andere zuvor: Denn Rott­haus’ Recherchen zufolge ist er über mindestens zwölf Ecken mit Boris Johnson verbunden. Natürlich sei es eine entfernte Verwandtschaft, sagt Rotthaus. Aber kurios sei es allemal.

Schlüsselfigur ist eine weibliche Mumie, die 1975 in Basel entdeckt wurde. Wie Forscher nach jüngeren Untersuchungen Anfang 2018 mitteilten, handelt es sich bei der Frau um Anna Catharina Bischoff-Gernler – Johnsons 1787 gestorbene Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-Großmutter, wie »Spiegel Online« damals schrieb. Sie ist Rotthaus zufolge die Frau des Vetters von Jacob Emanuel Gernler, der zweiten Schlüsselfigur der Geschichte.

Baseler Kirchenbücher als Recherchequellen

Der stammte Rotthaus zufolge aus Basel und ging ab 1734 als Schumachergeselle auf Wanderschaft. Später sei er dann in Solingen sesshaft geworden – und wurde dort über mehrere Generationen in direkter Linie zum Vorfahren von Dirk Rotthaus.

»Für die Recherche nutze ich natürlich das Internet«, sagt Rott­haus. Aber die Hauptquellen seien Kirchenbücher und das Staatsarchiv in Basel. Etwa 150 bis 200 Quellennachweise, so schätzt Rott­haus zumindest, dürften sich in dem Familienbuch mittlerweile finden.

Aus Osman Ali wurde Wilfried Johnson

Geht man davon aus, dass die von Rotthaus recherchierten Verbindungen wie beschrieben existieren, dann wird die Familiengeschichte Boris Johnsons noch ein Stück interessanter. Denn einer von Johnsons Urgroßvätern war verschiedenen Berichten zufolge Ali Kemal, letzter Innenminister des Osmanischen Reiches und verantwortlich für die Verhaftung Kemal Atatürks. Wie die BBC vor einigen Jahren berichtete, floh Johnsons Großvater Osman Ali daraufhin nach London und änderte seinen Namen in Wilfred Johnson. Über seine deutschstämmigen Ur-ur-ur-Großeltern soll der britische Premier weitläufig mit Queen Elizabeth II. und Prinz Charles verbunden sein.

Über die politischen Ansichten seines – wenn auch entfernten – Verwandten will Rotthaus lieber nichts sagen. Nachdem Johnson Vorgängerin Theresa May kürzlich abgelöst hat, treibt er das harte Ausscheiden der Briten aus der EU voran. Einen dringenden Wunsch, ins Vereinigte Königreich oder gar nach London zu reisen, habe Dirk Rotthaus eigenen Angaben zufolge derzeit jedenfalls nicht.

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