Britische Soldaten verabschieden sich aus Paderborn »We’ll come back«

Paderborn (WB). »Ich bin traurig. Paderborn ist wie ein Zuhause«, sagt Ross Anders nach der Verabschiedung vor dem Paderborner Rathaus, während er Töchterchen Kate auf dem Arm hält. Für den britischen Soldaten der 20th Armoured Infantry Brigade ist seine Zeit in Paderborn nach zwei Jahren vorbei. Vorerst. Denn er will zurückkehren.

Von Lukas Brekenkamp
Abschied auf Zeit: Soldat Ross Anders möchte mit Frau Nicola, sowie den beiden Kinder Kate (oben) und James bald nach Paderborn zurückkehren. Wann, sei jedoch noch nicht klar. Für den Soldaten geht es nun vorerst nach Zypern.
Abschied auf Zeit: Soldat Ross Anders möchte mit Frau Nicola, sowie den beiden Kinder Kate (oben) und James bald nach Paderborn zurückkehren. Wann, sei jedoch noch nicht klar. Für den Soldaten geht es nun vorerst nach Zypern. Foto: Oliver Schwabe

Als Kind habe der 37-Jährige schon in Paderborn gelebt – sogar in der selben Straße, aus der er sich nun verabschiedet. Auch sein Vater sei Soldat gewesen. »Wir sind schon früher oft umgezogen. Aber Paderborn fühlte sich zum ersten mal richtig wie Zuhause an«, sagt Ross Anders wehmütig.

Bald wieder in Paderborn?

Nun gehe es für ihn, seine Frau Nicola (43) sowie die beiden Kinder Kate (4) und James (7) nach Zypern – für weitere zwei Jahre. Der jungen Familie habe es in Paderborn sehr gefallen, sein Sohn besuchte hier die englische Schule.

Doch Zypern soll für die britische Familie nicht die Endstation sein. »Nach England möchte ich nach jetziger Planung nicht zurück«, sagt er. Der Soldat, der eigentlich aus der Nähe von Liverpool stammt, verspricht: »We’ll come back.« (Wir kommen zurück).

Wann, sei jedoch noch nicht klar – vielleicht schon nach seiner Zeit auf der Mittelmeer-Insel, vielleicht aber auch erst in etwa zehn Jahren. Dann ende seine Zeit in der Armee.

Feldgottesdienst zum Abschied

Seit 1951 ist die 20th Armoured Infantry Brigade in Deutschland stationiert, seit 1992 schließlich in Paderborn. Dabei wird die Brigade auch »Iron Fist« genannt. Sie ist eine Mischung von Kampftruppen (Panzer und leichte Infanterie sowie Panzer und Aufklärungseinheiten). Im Sommer endet die Zeit der Brigade in Paderborn.

»In den 27 Jahren sind die Soldaten zu einem großen Teil der Stadt und der Region geworden«, betont Paderborns Bürgermeister Michael Dreier während des Feldgottesdienstes, der am Freitag zum Abschied auf dem Franz-Stock-Platz zelebriert wurde. Mit dabei war Bundestagsabgeordneter Carsten Linnemann.

Eine Stadt ohne die britischen Soldaten sei nach Worten von Bürgermeister Dreier schwer vorstellbar. Immerhin 200 Soldaten bleiben aber weiterhin in Sennelager stationiert. Im Rahmen der Abschiedsfeier sollte es am Abend als Höhepunkt einen Zapfenstreich geben.

»Ich habe einen Großteil meines Lebens hier verbracht«

Während es für Ross Anders nach Zypern geht, verlassen viele andere Soldaten Paderborn in Richtung Heimat. So auch Dan Foley. Eigentlich, so sagt der 38-jährige Londoner, wolle er an der Pader bleiben. »Paderborn ist eben eine zweite Heimat geworden«, sagt er. »Ich habe einen Großteil meines Lebens hier verbracht.« Acht Jahre seien es insgesamt.

Natürlich freue er sich auch auf England. »Trotzdem bin ich traurig.« Das Lachen vergeht ihm aber nicht – und auch Ross Anders schmunzelt, als er sagt: »Das deutsche Bier wird fehlen.« Bitter für ihn: »Ich bin SCP-Fan und hatte eine Dauerkarte. Ausgerechnet jetzt, wo Paderborn in der Bundesliga spielt, muss ich gehen...«

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