Ausstellung »Aufbruch ins All« in Paderborn macht Raumfahrt erlebbar
Abheben!

Paderborn (WB). Die Himmelsscheibe von Nebra, entstanden um 4000 vor Christus, und der »Marsmaulwurf«, der sich zur Zeit in 272 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde durch den Roten Planeten arbeitet, haben eines gemeinsam: Sie zeugen von der Faszination des Menschen für das, was über ihnen ist. Die Erkundung des Alls, die Meilensteine der Technik und die Zukunft der Raumfahrt erzählt eine Ausstellung in Paderborn.

Freitag, 05.07.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 10:44 Uhr
Eng und unbequem: HNF-Geschäftsführer Jochen Viehoff steht hinter einem russischen Raumanzug und einem Kasbek-Schalensitz. Foto: Oliver Schwabe

Das Heinz-Nixdorf-Museumsforum hebt ab. »Aufbruch ins All – Raumfahrt erleben« heißt die Schau, die am Donnerstag im Computermuseum eröffnet wurde und deren Macher die Mondlandung vor 50 Jahren als Ansatzpunkt gewählt haben. Auf 800 Quadratmetern erwarten die Besucher neun Themenbereiche, mehr als 70 Exponate und modernste Technik (Virtual Reality und Augmented Reality), die Raumfahrt erlebbar macht. »Die Besucher sollen auf Entdeckungsreise gehen – so wie die Astronauten«, erläuterte Kurator Michael Mikolajczak, und der Paderborner Innenarchitekt Alexander Ostermann, der die Schau mit zwei Kollegen von der Agentur ORS-desi3n gestaltet hat, betonte: »Wir legen Wert darauf, Emotionen zu vermitteln. Im HNF kommt man ja nur bis ins dritte Obergeschoss, wir wollen die Besucher ins All schießen.«

Was erwartet die konkret? Am Anfang zehn Gramm echtes Mondgestein, zudem sphärische Synthesizermusik und ein Tunnel mit weißen Lichtschranken, der den Übergang in eine andere, fremde Welt markiert. Es geht weiter mit den Vorstellungen unserer Vorfahren über den Himmel und mit einer zerstörten Brennkammer von Hitlers V2-Rakete als Beispiel für eine Etappe der Raumfahrttechnik. Das Geräusch der Sputnik-Sonde, die die Sowjets im Oktober 1957 ins All schossen und damit im Westen einen Schock auslösten, ist zu hören. Damals begann der Wettlauf zum Mond, den die amerikanische NASA unbedingt gewinnen wollte. Der Meilenstein vom 20. Juli 1969, als Neil Armstrong den großen Schritt für die Menschheit tat, nimmt in der Schau entsprechend einen breiten Raum ein. Die Besucher können im Nachbau des Moon Rovers von Apollo 17 Platz nehmen und virtuell über den Erdtrabanten fahren. Interaktive Elemente gibt es viele: Mittels VR kann die ISS erkundet oder liegend ein Andockmanöver mit einer Sojus-Kapsel absolviert werden. In einer Sound- und Ruhezone wiederum sind ein Raketenstart, die Marswinde und die Stille im All zu »hören«.

Wie überleben Astronauten dort oben? Wie funktioniert Satellitennavigation? Was passiert auf dem Mars? Diese und viele weitere Fragen werden bei dem Rundgang an Originalteilen der Apollo-Missionen und an Modellen wie dem eines Sojus-Raumschiffs entlang beantwortet. Die Reise endet in einem Schwarzen Loch.

HNF-Ausstellung “Aufbruch ins All”

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Foto: Oliver Schwabe
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»Aufbruch ins All – Raumfahrt erleben« entstand in Zusammenarbeit mit dem Raumfahrtmanagement des Deutschen Zen­trums für Luft- und Raumfahrt (DLR). DLR-Vorstandsmitglied Walther Pelzer lobte das HNF als »Museum auf Weltklasseniveau«, dem im Gegensatz zu anderen Häusern eine Ausstellung zum Mitmachen gelungen sei. Indem ein Museum Interesse an und Begeisterung für die Raumfahrt wecke, könne es dazu beitragen, junge Menschen an Technik heranzuführen. Und das sei für Deutschland überlebenswichtig. »Das Problem der Raumfahrt ist: Sie interessiert alle, aber keiner war oben«, sagte HNF-Geschäftsführer Jochen Viehoff. Mit modernster Technik und eigens einem VR-Studio, das von Gruppen gebucht werden kann, um alle Möglichkeiten kennenzulernen, stelle das Museum Raumfahrt neu dar.

Fotos zur Mondlandung

Die Ausstellung ist bis zum 5. Januar 2020 zu sehen. Das Paderborner Computermuseum hat dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Wichtig: Wegen Wartungsarbeiten muss das Museum in der Zeit vom 12. bis 19. August vorübergehend schließen. Wer sich die Sonderausstellung anschauen möchte, bezahlt fünf Euro Eintritt, eine Familienkarte kostet zehn Euro. Wer auch die Dauerausstellung sehen möchte, muss zehn Euro auf den Tisch legen. Neben der großen Schau »Aufbruch ins All – Raumfahrt erleben« lohnt auch die kleine Ausstellung rund um die Mondlandung einen Besuch. Sie heißt »Ein kleiner Schritt. Die Mondlandung in 50 Fotografien« und zeigt zum Teil spektakuläre und weniger bekannte Aufnahmen rund um die Apollo-Missionen der NASA. Diese Ausstellung läuft ebenfalls bis zum 5. Januar 2020. Das Museum veranstaltet am 31. August von 18 bis 24 Uhr eine »Space Night«.

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