Bezirksregierung veröffentlicht Entwurf des Luftreinhalteplans
»Dieselfahrverbot vom Tisch«

Paderborn (WB). Wie ein Damoklesschwert hat in den vergangenen Jahren ein mögliches Dieselfahrverbot über Paderborns Bahnhof- und Friedrichstraße geschwebt. Der Entwurf des neuen Luftreinhalteplans gibt aber nun Entwarnung: »Ein Dieselfahrverbot ist vom Tisch«, erklärte Andreas Moseke, Sprecher der Bezirksregierung Detmold, auf Anfrage.

Dienstag, 02.07.2019, 09:52 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 09:56 Uhr
Mit dieser Dose wird an der Bahnhofstraße in Paderborn die Belastung durch Stickstoffdioxide gemessen. In den vergangenen Jahren sind die Werte weiter gesunken. Trotzdem sind weitere Maßnahmen zur Luftreinhaltung geplant. Foto: Jörn Hannemann

An drei Straßen im Paderborner Stadtgebiet werden die Stickstoffdioxid-Werte gemessen. Die Ergebnisse der vergangenen Jahre zeigen, dass an der Residenzstraße in Schloß Neuhaus der Grenzwert eingehalten wird sowie an Bahnhofstraße und Friedrichstraße generell geringere Belastungen festzustellen sind. An der Bahnhofstraße sind zuletzt 45 Mikrogramm Stickstoffdioxid gemessen worden (Abnahme um 5 Mikrogramm gegenüber 2016). An der Friedrichstraße sind es 43 (Abnahme um 5 gegenüber 2016) und an der Residenzstraße 40 (gleichbleibend). Damit wird schon jetzt an der Residenzstraße im zweiten Jahr in Folge der Grenzwert nicht überschritten.

Grenzwert soll schon in diesem Jahr eingehalten werden

»Die Bezirksregierung und die Stadt Paderborn gehen davon aus, dass in Paderborn an allen drei Messstationen der Grenzwert von 40 Mikrogramm noch in diesem Jahr ohne zusätz­liche Maßnahmen eingehalten werden kann. Hintergrund sind die Reduzierung und Modernisierung des Individualverkehrs sowie die Modernisierung der Linienbusflotte«, sagte Stadtsprecher Jens Reinhardt am Montag auf Anfrage.

Schon vor einem Jahr prognostizierte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), dass in Paderborn spätestens im Jahr 2020 der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Stickstoffdioxid im Freien an allen drei Messstationen eingehalten werde. »Allerdings müssen vielfältige Maßnahmen in den Luftreinhalteplan aufgenommen und zeitnah umgesetzt werden«, hieß es damals. Inzwischen liegt der Luftreinhalteplan zur Auslage der Öffentlichkeit vor. Laut Maßnahmenkatalog wird die Linienbusflotte mit so genannter SCR-Technik nachgerüstet.

Förderung des öffentlichen Nahverkehrs

Außerdem soll der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden. Daher soll das Tarif- und Ticketsystem verbessert werden. Nicht zuletzt werde die Stadt die Ampelschaltungen in der City optimieren. Bus- sowie Fuß- und Radverkehr werde verbessert, heißt es weiterhin. Für die Elektromobilität werde ein Lade-Infrastrukturkonzept erstellt. »Der Entwurf des Luftreinhalteplans ist auch das Resultat der intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit mit der Stadt Paderborn und den Mitgliedern der begleitenden Projektgruppe, für die ich mich ausdrücklich bedanke«, sagt Lutz Kunz, Leiter der Abteilung Umweltschutz der Bezirksregierung.

Kreishandwerkerschaft zufrieden

Mitglied dieser Arbeitsgruppe war auch Carl-Christian Goll, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Er ist mehr als zufrieden mit diesem Ergebnis. »Das ist ein großer Erfolg, um Verbotszonen in Paderborn zu verhindern«, stellte er fest. Wäre es zu Dieselfahrverboten gekommen, hätten zahlreiche Handwerker Ausnahmegenehmigungen benötigt, um ihre Baustellen in der City erreichen zu können. Goll bedauert aber mit Blick auf die Kfz-Innung, dass es nicht gelungen sei, Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Autos zu etablieren. »Das hätte dem Handwerk gut getan«, sagte Goll. Immerhin arbeiteten jetzt Kfz- und Elektro-Handwerk bei der E-Mobiliät zusammen.

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