Neubau auf Paderborner Kreishausgelände bietet künftig Raum für 190 Arbeitsplätze
Der Grundstein ist gelegt

Paderborn(WV). Anfang Mai standen bereits die ersten Absperrgitter auf dem Gelände des Paderborner Kreishauses an der Riemekestraße. Es folgten die Bagger und dann ging alles sehr schnell: Landrat Manfred Müller konnte zu Beginn der letzten Kreistagssitzung vor der Sommerpause den Grundstein legen für den viergeschossigen Neubau, der Raum für 190 Arbeitsplätze bieten wird.

Donnerstag, 06.06.2019, 10:25 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 10:30 Uhr
Die Zeitkapsel, sollte sie einmal geöffnet werden, erzählt kommenden Generationen die Geschichte des Baus: Landrat Manfred Müller mit der Zeitkapsel (von links), Architektin Eva Marten, Christoph Schön, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Bau und Verkehr, und Dipl.-Ing. Reiner Glowienka, Auftragnehmer der Rohbauarbeiten, bei der Grundsteinlegung.

Mit eingemauert wurde auch eine so genannte Zeitkapsel, die den Kreistagsbeschluss zum Bau des neuen Verwaltungsgebäudes, Pressemitteilungen der lokalen Tageszeitungen, einige Münzen und einen kleinen Schornsteinfeger enthält, der nicht nur Glück für den Bau bringen soll. »Das Kreishaus ist ein Ort, an dem wir Zukunft gestalten«, betonte Landrat Manfred Müller.

Der Landrat unterstrich die Nachhaltigkeit des Neubaus: »Wir haben auch hier viel Wert auf Energieeinsparung und Nutzung natürlicher Ressourcen gelegt«, betonte Müller. Ein Großteil der Dachflächen wird mit Photovoltaik ausgestattet werden. Die Solarenergie dient zur Versorgung einer auf dem Dach installierten Wärmepumpe, die über eine Lüftungsanlage im Winter zur Heizung des Gebäudes beiträgt und im Sommer die Räume kühlt.

Versorgung durch kleine Blockheizkraftwerke

Insgesamt 249 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von rund 83,1 Kilowatt-Peak versorgen auch die Ladesäulen und damit den zunehmend elektrifizierten Fuhrpark der Verwaltung mit Strom und sollen zudem zur Deckung von Spitzenlasten beitragen. »Peak« bedeutet Spitze, die Angabe bezeichnet also die Höchstleistung der Solaranlage.

Die Hauptversorgung erfolgt durch die Anfang 2014 in Betrieb genommenen zwei kleinen Blockheizkraftwerke im Kreishaus. Blockheizkraftwerke funktionieren nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und nutzen auch die Abwärme: Sie produzieren Strom zum Eigenverbrauch und versorgen mit der Abwärme die Heizung.

Dadurch arbeiten sie besonders effizient und ressourcenschonend. Zusätzlich entstehen 65 Fahrradstellplätze und eine Tiefgarage mit 20 Parkplätzen mit Ladesäulen für die kreiseigenen E-Autos und Hybridfahrzeuge.

Im Juli 2017 hatte der Paderborner Kreistag den Plänen der Verwaltung zugestimmt und grünes Licht gegeben für den Neubau, der es ermöglicht, die Mietverhältnisse aufzugeben und stattdessen zusätzliche Ämter unter einem Dach zusammenzubringen. Für den Bürger bedeutet das kurze Wege.

Materialkosten enorm gestiegen

Politik und Verwaltung mussten Anfang dieses Jahres noch einmal finanziell nachlegen, nachdem etwa 80 Prozent der Ausschreibungsergebnisse vorlagen. »Die Baubranche boomt, die Auftragsbücher sind prall gefüllt, die Materialkosten enorm gestiegen. Und das schlägt sich auch in den Preisen nieder«, erläuterte seinerzeit  der technische Dezernent der Paderborner Kreisverwaltung, Martin Hübner, der Politik.

Die ursprünglich kalkulierten Kosten in Höhe von 7,8 Millionen Euro waren nicht zu halten, obwohl schon ein Sicherheitspuffer eingebaut worden war. Insgesamt kostet der Erweiterungsbau des Kreishauses nun rund 10,6 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich mit 3,8 Millionen Euro im Rahmen des Kommunalinvestitionsfördergesetzes

. Die fehlenden Mittel mussten außerplanmäßig bereitgestellt und bewilligt werden. Die Entscheidung zum Neubau trotz der Mehrkosten fiel im Februar 2019, weil der Neubau trotz der Preissteigerung immer noch die preisgünstigere Alternative ist.

Lob für Architektin

Landrat Manfred Müller bedankte sich bei den Planern seines Hauses, aber auch bei der planbegleitenden Arbeitsgruppe und dem Ausschuss für Wirtschaft, Bau und Verkehr unter dem Vorsitz von Christoph Schön. Lobende Worte gab es auch für die Architektin Eva Matern.

»Unsere preislichen Vorstellungen mit unseren Wünschen unter einen Hut zu bringen, dabei die bau- und planungsrechtlichen Vorgaben zu beachten und gleichzeitig ein Maximum an Fläche und Funktionalität herauszuholen, gleicht dem Versuch einer Quadratur des Kreises«, betonte Müller augenzwinkernd.

Reiner Glowienka, Geschäftsführer der  Baugesellschaft für Ingenieurbau Glowienka mbH, die für die Roharbeiten zuständig ist, dankte für die gute Zusammenarbeit und »dass Ihr die Rechnungen so schnell bezahlt«, so Glowienka. Ende 2020 soll der Neubau fertiggestellt sein.

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