18. Offene Ateliers in Paderborn mit 42 Stationen
Im Zeichen der Kunst

Paderborn (WB). Zum 18. Mal stand Paderborn am Wochenende ganz im Zeichen der Kunst: 42 Ateliers öffneten ihre Pforten, mit Gastkünstlern stellten insgesamt 55 Künstler ihre Werke vor. Einen allgemeinen Überblick konnte man sich in der Begleit- und Informationsausstellung des 1968 gegründeten Kunstvereins in der Westernstraße verschaffen. Individueller wurde es dann aber in den Ateliers selbst.

Dienstag, 04.06.2019, 09:58 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 10:00 Uhr

Künstlerin Petra Lettermann beispielsweise demonstrierte in ihrem Atelier in der Mühlenstraße die Entstehung ihrer Kunst. Entstehung deshalb, weil sie selbst vorweg nicht bestimmen kann, was letztendlich herauskommt. Natürliche Materialien wie Gesteinsmehl, Sumpfkalk oder auch Kaffeepulver mit Hinzugabe von Ölen, Schellacken oder Pigmenten bewirken Brechungen und Strukturen, welche zu markant-ab­strakten Gemälden werden. Eindrucksvoll veranschaulichte sie dies vor den staunenden Besuchern.

Interessant auch die Werke von Maria-Margaretha Modlmayr im Ükern: Hier zeigten sich Gesichtslandschaften in Ölskizzen oder Bleistiftzeichnungen in verschiedenen Farbspektren.

Sehr eindrucksvoll und farbenreich die Bilder von Renata Al-Ghoul in der Grube: Als weit gereiste Frau spiegeln ihre Werke viele unterschiedliche Kulturen wider. So schaut man der Königin Saba ins Angesicht mit den damals vereinten äthiopischen und arabischen Merkmalen. Schön und ausdrucksvoll auch das Bild »Der Sommer«.

Deutsch-englische Völkerverständigung

Gennadi Isaak wiederum zeigte in seinem Haus in Elsen digitale und plastische Kunst: So gestaltet er unter anderem aus alten Schallplatten, die er partiell erhitzt, formt und mit Figuren versieht, etwas komplett Neues.

Im Raum für Kunst schließlich wurde die Ausstellung »beyond« von Mitgliedern des Raumes für Kunst und Gastkünstlern aus Bolton – diese mittlerweile im dritten Jahr dabei – eröffnet: Eine deutsch-englische Völkerverständigung trotz Brexit, was Künstler Andy Smith in seinem kritisch-ikonographischen, transportablen Kunstwerk (red, white and blue, Farben des Union Jack) darstellt. Er selbst sagt dazu, dass sein bisheriges Leben in England nicht ausgereicht habe, um ihn auf die Tragweite des Brexit vorzubereiten.

Jörg Lütkemeier zeigte sein Werk »West Pier« – die ehemalige, durch ein Feuer zerstörte Seebrücke in Brighton ist jetzt eine Insel, ein »lost place«. Irmtrud Winzek wiederum stellte unter anderem zwei ihrer Menschenaffenbilder aus.

Insgesamt waren hier 13 Künstler dabei. 42 Ateliers, zu wenig Zeilen, um alle zu beschreiben. Den gesamten Teilnehmern muss man danken für dieses schöne, kulturelle und inspirierende Event in Paderborn.

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