Taxistände sind nachts oft blockiert – Stadt soll durchgreifen
Ärger über Falschparker

Paderborn (WB). Das Geschäft der Taxiunternehmen ist nicht immer einfach. »Umso ärgerlicher ist es, wenn es dann noch zusätzlich erschwert wird«, sagt Ralf Neumann (48). Stein des Anstoßes sind Autofahrer, die verbotenerweise vor allem Nachts die Taxi-Aufstellflächen blockieren. »Und die Stadt tut leider nichts.«

Montag, 03.06.2019, 08:09 Uhr
Zwei Taxistände sind nach Auffassung von Ralf Neumann an der Kisau/Ecke Am Damm ohnehin zu wenig, jetzt sind sie auch noch mit Baumaterial blockiert. Der Taxifahrer erwartet von der Stadt, dass sie konsequenter einschreitet. Foto: Maike Stahl

Anfang des Jahres hatte sich Neumann, der für ein Paderborner Unternehmen vor allem Nachtschichten fährt, bereits an das Ordnungsamt gewendet und um Unterstützung gebeten. »Da wurde mir gesagt, ich soll Fotos machen und einreichen, damit sie dagegen vorgehen können. Mir wurde ein Bogen zur Erhebung der jeweiligen Daten geschickt und eine spezielle E-Mail-Adresse genannt, die ich verwenden soll«, berichtet er. Seitdem habe er etliche Beweisfotos an diese Adresse gemailt. »Das gleiche gilt für Kollegen, die das ebenfalls ärgert«, berichtet Neumann. Doch die Resonanz sei gleich Null. »Ich weiß nicht mal, ob die Fotos überhaupt angekommen sind. Und zum Teil sind es immer wieder und immer noch die gleichen Fahrzeuge, die dort geparkt werden. Anhand der Fotos können wir das ja belegen«, sagt der Taxifahrer.

Steht ein Taxi falsch, wird Bußgeld fällig

Besonders schlimm sei es in der Heiersstraße und in der Kisau vor dem Deutschen Haus, das würden auch die Kollegen aus der Tagschicht bestätigen. »Die beiden Flächen sind regelmäßig von Privatfahrzeugen belegt. Doch an der Kisau hat die Stadt jetzt etwas unternommen«, fügt er sarkastisch hinzu. »Auf einer Fläche kann jetzt nicht mehr falsch geparkt werden, denn die hat sie seit geraumer Zeit mit Baumaterialien blockiert«, macht Neumann seinem Ärger Luft. »Man hat wirklich den Eindruck, die Stadt hat etwas gegen uns.«

Denn es gebe ohnehin eine recht knapp bemessene Zahl an Taxiständen in Paderborn. »Und woanders dürfen wir nicht stehen, um auf Fahrgäste zu warten«, beschreibt Neumann das Problem. Er selbst habe bereits ein Bußgeld von 85 Euro zahlen müssen, weil er gegen Ende einer Abendveranstaltung als dritter oder vierter vor dem Resi am Marienplatz gestanden habe, wo es ebenfalls nur zwei Taxiplätze gebe. »Das reicht dann aber nicht aus, wenn viele gleichzeitig nach Hause möchten«, sagt Neumann, der das Gefühl hat, dass bei Taxen und Privatfahrzeugen mit zweierlei Maß gemessen werde.

»Zahl der Mitarbeiter für entsprechende Kontrollen ist begrenzt«

Die Stadt Paderborn teilt auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass auf die Privatanzeigen sehr wohl eingegangen werde und diese auch bearbeitet worden seien. »In den entsprechenden Fällen sind Bußgeldbescheide verschickt worden«, sagte Kristina Stog aus dem Presseamt der Stadt. »Außerdem haben die Kollegen die Vorfälle und Beschwerden zum Anlass genommen, diese Bereiche noch häufiger zu kontrollieren.« Allerdings weist Stog auch darauf hin, dass die Zahl der Mitarbeiter, die diese Kontrollen vornehmen, begrenzt sei.

Das Baumaterial, das auf einer Taxi-Aufstellfläche geparkt worden ist, stamme allerdings nicht von der Stadt, sagt Stog. »Es kommt durchaus mal vor, dass einzelne Firmen etwas kurzfristig auf solchen Flächen zwischenlagern, aber auch das ist dann eine Ordnungswidrigkeit.«

Parken im Halteverbot auf der als solche markierten Taxifläche kostet den Verursacher in der Regel 15 Euro.

Kommentar

Taxifahrer sind um ihren Job nicht zu beneiden. Der Wettbewerb ist hart, die Konkurrenz um Fahrgäste ist groß, jeder möchte gerne einen möglichst guten Platz ergattern, wenn es darum geht, Kundschaft zu gewinnen. Doch die guten Plätze sind an manchen Stellen, wo es ohnehin wenig Parkmöglichkeiten gibt, rar. Werden sie dann auch noch von Falschparkern blockiert, ist das mehr als ärgerlich. Wenn die Stadt bereits entsprechende Verwarnungen verschickt, scheint die Strafe für das Falschparken nicht hoch genug zu sein, denn nachweislich sind es immer wieder auch mal die gleichen Fahrzeuge, die dort verbotenerweise nachts geparkt werden. Besonders ärgerlich ist allerdings das Abstellen des Baumaterials. Dass den Taxifahrern bei diesem Anblick der Kragen platzt, ist nur allzu verständlich. Maike Stahl

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