Basketball-Bund zwingt Kommunen zu Investitionen in Hallen Körbe runter, Kosten rauf

Paderborn (WB). Der Deutsche Basketball Bund (DBB) ändert die Regeln – und die Kommunen dürfen zahlen: Um den Nachwuchs schon früh für den Sport zu begeistern, sollen nun in den Hallen die Basketballkörbe auf 2,60 Meter abgesenkt werden können. Das Vorgehen des DBB stößt bei der Stadt Paderborn übel auf.

Von Ingo Schmitz
Martin Seiferth von den Uni Baskets nimmt Maß.: Sein Korb hängt auch in Zukunft in einer Höhe von 3.05 Metern. Im Nachwuchsbereich soll sich das aber ändern.
Martin Seiferth von den Uni Baskets nimmt Maß.: Sein Korb hängt auch in Zukunft in einer Höhe von 3.05 Metern. Im Nachwuchsbereich soll sich das aber ändern. Foto: Elmar Neumann

Im Ausschuss für Sport, Freizeit und Bäder erläuterte die Verwaltung das neue Regelwerk, das für den Bereich des Mini-Basketballs (unter zwölf Jahre) von der Saison 2019/20 an gelten soll. Unter anderem gibt es Veränderungen bei der Spielzeit (acht mal fünf Minuten) sowie bei der Größe der Teams (drei gegen drei oder vier gegen vier statt bisher fünf gegen fünf). Auch soll in der Halle nicht längs, sondern quer gespielt werden.

Absenken auf eine kindgerechte Höhe

Zentraler Punkt, der den Kommunen viel Geld kosten wird, ist aber die Forderung des DBB, die Korbanlagen für das Mini-Basketball umzurüsten. Der Verband möchte, dass ein stufenloses Absenken auf eine kindgerechte Höhe ermöglicht wird. Im Normalfall sind die Körbe in einer Höhe von 3,05 Meter angebracht. Für Kinder sollen im Minibasketball nun 2,60 Meter gelten, um beim Korbwurf die Chancen auf ein Erfolgserlebnis zu erhöhen. Das teilt Stefan Raid, DBB-Vizepräsident für Jugendfragen und Schulsport, in einem Schreiben an die Kommunen mit. Die Kinderhöhe von 2,60 Meter sei bereits seit dem Jahr 2005 Bestandteil der internationalen Regeln des Weltverbandes FIBA, heißt es in seiner Begründung.

Das Vorgehen des DBB sorgt beim zuständigen Beigeordneten der Stadt Paderborn, Wolfgang Walter, für Unmut. Auch deswegen, weil die Stadt erst sehr spät informiert worden sei. Er erinnerte im Ausschuss daran, dass es schon einmal Ärger mit dem DBB wegen eines Alleingangs gegeben und man danach eine Übereinkunft getroffen habe, wie so etwas künftig zu verhindern sei. Der DBB sei gehalten, Änderungen, die Auswirkungen auf die Kommunen haben, mit dem Städte- und Gemeindebund zu erörtern. Das sei beim neuen Regelwerk abermals unterlassen worden, führte Walter vor Augen.

Maßnahme kostet rund 30.000 Euro

Die finanziellen Auswirkungen sind für die Stadt Paderborn erheblich. Höhenverstellbare Basketballkörbe kosten nach Angaben der Verwaltung rund 500 Euro pro Stück. Allerdings drohe dann die Gefahr, dass Sportler noch eher dazu animiert würden, sich beim Dunking an den Korb zu hängen. Das führe zu Schäden an der Mechanik und verursache Folgekosten, fürchtet die Verwaltung. Daher hält sie es für sinnvoller, vorhandene Körbe tiefer zu hängen statt sie durch neue zu ersetzen. Außerdem sollen höhenverstellbare Körbe auch beim Neubau von Hallen berücksichtigt werden. Aktuell betrifft dies die Sporthalle der Südstadt-Realschule.

Basketball gehört in Paderborn nach Angaben der Stadtverwaltung zu den beliebtesten Sportarten. Es gibt neun Vereinsgruppen, die im U12-Bereich vertreten sind. Sieben befinden sich im Spielbetrieb. Und auch die Grundschulen seien sehr aktiv in der Basketball-Nachwuchsförderung. Dort sollen künftig ebenfalls die Mini-Basketball-Regeln gelten. Daher möchte die Stadt nun die Grundschulhallen als erstes umrüsten. Das wären 23 an der Zahl von insgesamt mehr als 40 Sporthallen im Stadtgebiet. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von mindestens 30.000 Euro.

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