Vergewaltigungs-Prozess in Paderborn: Zeugin belastet angeklagten Iraner
Bekanntschaft zum Sex gezwungen?

Paderborn (WB/upf). Er soll eine 33-Jährige in Paderborn vergewaltigt haben. Seit Dienstag steht ein Iraner wegen dieses Vorwurfs vor dem Landgericht Paderborn. Möglicherweise gibt es aber noch weitere Opfer.

Mittwoch, 08.05.2019, 23:06 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 09:54 Uhr
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Im Prozess gegen einen in Köln lebenden Iraner, der sich derzeit vor dem Landgericht Paderborn wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten muss, spielt auch eine mutmaßliche Tat in Bergisch Gladbach eine Rolle: In Paderborn soll der 33-Jährige eine 38-jährige Iranerin vergewaltigt haben.

Verabredung über Instagram

Es ist die auffällige Übereinstimmung der Tatabläufe und ihrer Vorgeschichte, die den Richtern der 8. Großen Strafkammer zu denken gibt. In Paderborn soll der 33-Jährige im August vergangenen Jahres eine 38-jährige Iranerin vergewaltigt haben. Die Kontaktaufnahme des Angeklagten zu einer in Bergisch Gladbach lebenden Frau, einer ebenfalls aus dem Iran stammenden 48-Jährigen, spielte sich offenbar ebenso über Instagram ab.

Als Restaurant-Besitzer ausgegeben

Und auch alles weitere, was die Frau gestern im Zeugenstand berichtete, hörte sich genau so an wie die Aussage der Paderbornerin: Er habe sich auf dem Online-Dienst als Restaurant-Besitzer aus Düsseldorf vorgestellt, behauptet, sich in ihr Bild verliebt zu haben. Dann das Drängen, sie noch am selben Tag besuchen zu wollen, das Versprechen, ihr aus ihrer sozialen und finanziellen ­Lage zu helfen und ihr eine schöne Wohnung zu besorgen. Und die genaue Adresse wollte er haben. »Weil ich Hilfe gebrauchen konnte, habe ich mich darauf eingelassen«, sagte die 48-Jährige.

Tür abgeschlossen

Der 33-Jährige habe sie beim Treffen bequatscht, auf ihr Zimmer zu gehen. Dort habe der 33-Jährige die Tür abgeschlossen, sie körperlich erst zu Küssen gedrängt, dann Sex verlangt. Auch hier schilderte die Zeugin den Ablauf und die sexuellen Vorlieben des Täters nahezu identisch wie das 38-jährige Opfer aus Paderborn – übereinstimmend bis hin zur eher unterdurchschnittlichen Manneskraft. Bemerkenswert: Eine Polizistin aus Köln, die auch als Zeugin geladen war, stellte fest, dass die Tat in Bergisch Gladbach sich genau einen Tag vor ihrer Vernehmung des 33-Jährigen wegen der Strafanzeige aus Paderborn ereignet haben musste.

Urteil soll am 22. Mai fallen

Die Paderborner Richter wollen ihr Urteil am 22. Mai fällen. Aufgrund der Aussage der 48-Jährigen ist eher unwahrscheinlich, dass sie dem Angeklagten glauben werden, dass er mit seiner Insta­gram-Bekanntschaft in Paderborn nur Kaffee getrunken hat.

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