Mathematikerin Niku Masbough schreibt Buch über eine traumatisierte Schülerin
Gleichungen und grundsätzliche Fragen

Paderborn (WB). Ein Mathematikstudium ist gut fürs Bücherschreiben. »Ich habe dadurch Durchhaltewillen entwickelt«, sagt Niku Masbough. Die 26-jährige Paderbornerin hat ihren ersten Roman veröffentlicht – und ohne Disziplin wären die 244 Seiten nicht voll geworden.

Dienstag, 07.05.2019, 17:20 Uhr
Niku Masbough blättert in ihrem Erstling »Mira: Auf der Suche nach der Wahrheit«. Sie überließ nichts dem Zufall und holte gezielt den Rat einer Lektorin ein. Foto: Dietmar Kemper

»Mira: Auf der Suche nach der Wahrheit« lautet der Titel des Buches, in dem es um eine gleichnamige Schülerin in einer deutschen Kleinstadt geht. Als sich ihr Freund Finn im Wald erhängt, bricht für die 17-Jährige eine Welt zusammen.

»Mira trägt das mit sich wie einen Rucksack, sie bekommt Gewissensbisse und fragt sich, ob sie den Selbstmord hätte verhindern können«, sagt die Autorin zum Inhalt ihres Erstlings. Schließlich werde Mira sogar psychisch krank. Als Anstoß für ihr Buch diente Niku Masbough ein wahrer Fall: »Als ich zur Schule ging, warf sich ein Klassenkamerad vor den Zug.«

Mit philosophischem Unterton

Ihr Buch sei nicht nur Unterhaltung, sondern mit einem philosophischen Unterton versehen, betont die Verfasserin. Die Leser sollen demnach dazu animiert werden, über grundsätzliche Fragen nachzudenken, zum Beispiel darüber, was der Sinn des Lebens ist, welche Macht die Gesellschaft über Individuen hat, welche moralischen Pflichten jeder selbst beherzigen sollte und was überhaupt »Wahrheit« ist.

Niku Masbough ist die Tochter iranischer Eltern, die im Zuge der islamischen Revolution 1979 gegen den Schah aus ihrer Heimat flohen. Ihre Tochter Niku, was so viel wie »schön« bedeutet, wurde in Deutschland geboren, wuchs im hessischen Bensheim auf und besuchte das dortige Goethe-Gymnasium.

Seit 2012 in Paderborn

Seit August 2012 lebt sie in Paderborn. An der Universität schrieb sie sich für Mathematik ein und beendete 2017 ihr Studium mit dem Bachelor. Ihre große Leidenschaft ist die Literatur. »Schon mit neun Jahren hatte ich den Traum, ein Buch zu schreiben«, erzählt die junge Frau, die Goethe als ihr Vorbild nennt und einen Satz aus »Faust II« für sich zum Lebensmotto erkor: »Wer sich stets bemüht, den können wir erlösen.« Es sei beruhigend und ermutigend, so etwas zu hören, sagt Masbough. Seit Oktober 2017 arbeitete sie an »Mira: Auf der Suche nach der Wahrheit«. Nach einem Jahr und vier Monaten war es fertig und die Verfasserin überkam »ein unheimlich tolles Gefühl«.

Gibt es Sprünge oder Logikfehler?

Niku Masbough überließ nichts dem Zufall und engagierte eine Lektorin. »Man muss sich einen Plan zurechtlegen, die Handlung immer wieder auf Schwächen prüfen, sonst tauchen Sprünge und Logikfehler auf«, betont sie. Außerdem informierte sie sich über Urheber- und Vertragsrecht und Titelschutz. Zum Schreiben zwang sie sich nicht, es sei wichtig, den Schreibfluss von selbst kommen zu lassen, glaubt sie. Wenn er kam, zog sie ihren Laptop aus der Tasche und ließ die Finger tanzen.

Ihr Buch ist im Verlag Twentysix erschienen, das als Book on Demand entstandene Werk werde von »über 1000 Onlineshops« angeboten, erzählt Masbough. Schreiben ist aber nicht ihre einzige Leidenschaft. Im Rahmen des Paderborner Hochschulsports bringt sie Studentinnen und Studenten orientalische Tänze ein, außerdem modelt sie. Mit Kleidung zu experimentieren, mache Spaß.

Das zweite Buch ist in Arbeit

Zur Zeit arbeitet Masbough als studentische WHB (Wissenschaftliche Hilfskraft mit Bachelorabschluss) bei der Paderborner Firma Innovakom im Büro. Später will sie als Mathematikerin arbeiten und die Schriftstellerei im Nebenberuf weiterführen. In ihrem alten Gymnasium in Bensheim wird sie bald aus ihrem ersten Buch lesen. Das zweite ist in Arbeit. »Mein Kopf ist nie leer, sondern immer gefüllt mit Ideen«, sagt die 26-Jährige, die Paderborn schätzt: »Die Leute sind sehr hilfsbereit und bodenständig.«

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