110 Feuerwehrleute in Paderborn im Einsatz – Müll soll sich selbst entzündet haben
Entwarnung nach Großbrand bei Müllentsorgungsfirma

Paderborn (WB). Nach dem Großbrand und der starken Rauchentwicklung bei der Paderborner Müllentsorgungsfirma Stratmann an der Halberstädter Straße haben Feuerwehr und Behörden am Dienstagmorgen Entwarnung gegeben. Um 5.48 Uhr wurde die Warnung für die Bewohner der Paderborner Südstadt sowie in einem Gebiet zwischen Barkhausen und Lichtenau-Herbram aufgehoben.

Dienstag, 07.05.2019, 07:05 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 13:44 Uhr
Die Rauchentwicklung war stark. Foto: Matthias Band

Am Abend waren die Bewohner aufgefordert worden, vorsichtshalber Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. »Die Rauchentwicklung ist mittlerweile zurückgegangen«, sagte Einsatzleiter Mirco Westbomke am Dienstagmorgen dieser Zeitung. Noch im Laufe des Vormittags beendete die Feuerwehr ihren Einsatz.

25 Feuerwehrleute halten Brandwache

Großbrand bei Müllentsorger in Paderborn

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Foto: Matthias Band
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Etwa 25 Feuerwehrleute waren noch am Morgen vor Ort, um Brandwache zu halten. Insgesamt waren 110 Feuerwehrleute von Montagabend 18.51 Uhr an im Einsatz. »Gegen 1 Uhr haben wir den Großteil der Kräfte ausgetauscht«, sagte Westbomke. Auch Kräfte des THW waren im Einsatz. Unter anderem sorgten sie mit drei Radladern dafür, dass die großen Müllhaufen auseinander geschoben werden konnten, um sie besser löschen zu können.

Auch Mitarbeiter des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) waren vor Ort, um die Schadstoffbelastung in der Luft zu messen und sogenannte Wischproben für weitere Untersuchungen zu nehmen. Nach Angaben der Feuerwehr war an 20 Orten gemessen worden. Es wurden keine erhöhten Schadstoffe in der Luft nachgewiesen. Lediglich an zwei Punkten an der Warburger Straße und in Dahl in Senken wurde Rauch festgestellt. Insgesamt habe aber keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Geholfen habe, dass es am Abend und in der Nacht relativ windig gewesen sei.

Zwei Betriebe stellen Arbeit ein

Wegen der starken Rauchentwicklung musste in der Nacht jedoch in zwei anliegenden Betrieben die Arbeit eingestellt werden. Durch die Lüftungsanlage in einer metallverarbeitenden und einer kunststoffverarbeitenden Firma war Rauch eingedrungen. Die Mitarbeiter wurden nach Angaben der Feuerwehr nach Hause geschickt, verletzt wurde niemand.

Brandursache geklärt

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, gehen die Brandermittler der Kriminalpolizei davon aus, dass der Müll sich selbst entzündet hat. Das vermutet auch das Unternehmen, das im Süden des Kreises Paderborn den Inhalt der Wertstofftonnen einsammelt. Stratmann-Unternehmenssprecher Jan Frigger: »Manche Menschen entsorgen auch elektrische Geräte oder Akkubatterien in der Wertstofftonne oder im Hausmüll.« Da könne es schnell zu einer chemischen Reaktion zum Beispiel mit Spraydosen kommen. Frigger warb in diesem Zusammenhang für einen sensibleren Umgang mit solchen Materialien.

Dass es bei Müllentsorgungsunternehmen zu Bränden kommt, ist keine Seltenheit. Nach Angaben des Unternehmenssprechers brannte es zuletzt 2015 auf dem Areal in Paderborn. »Leider kommt das immer mal wieder vor, aber toi, toi, toi, nicht allzu oft«, sagte Frigger.

Nach Angaben der Feuerwehr brannten sowohl Kunststoffe als auch Wertstoff und Pappe in einer überdachten, nach einer Seite offenen Lagerhalle auf einer Fläche von 20 mal 80 Metern. Es gab auch kleinere Explosionen, Menschen kamen aber nicht zu Schaden. »Wir sind froh, dass keine Mitarbeiter oder andere Menschen verletzt wurden«, sagte Frigger, der sich auch für das schnelle Eingreifen der Feuerwehr bedankte.

100.000 Euro Schaden

Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 100.000 Euro. Allerdings müsse die Statik der Lagerhalle noch überprüft werden. Sollte sie abgerissen werden müssen, könne die Schadenshöhe noch steigen.

Sehen Sie hier unser Video, das live bei Facebook gesendet wurde: »Großbrand in einem Paderborner Entsorgungsbetrieb«.

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