Frühlingsfest lockt trotz kalten Wetters Tausende Besucher in die Paderborner City – mit Video
Mit Selig eiskalt abgerockt

Paderborn(WV). Vier Grad sind nicht ideal für ein Open-Air-Konzert. Das war 5000 Besuchern des Frühlingsfestes am Samstagabend auf dem Rathausplatz aber egal: Sie feierten die Hamburger Rockband Selig – den Topact des Paderborner Frühlingsfestes – auf der Bühne des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES.

Sonntag, 05.05.2019, 23:59 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 06:38 Uhr
Selig macht Stimmung: Die Rocker aus Hamburg (»Ohne dich«) hatten auf der VOLKSBLATT-Bühne viel Spaß. Dass ihnen nur 5000 Besucher zujubelten, lag nicht an der Qualität der Musik, sondern an den vier Grad auf dem Thermometer. Foto: Jörn Hannemann

Paderborner Frühlingsfest: 5000 Besucher feiern mit Selig auf dem Rathausplatz

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»Das ist heute das erste Mal, dass wir dieses Jahr draußen spielen. Und wir sind gespannt, wie Paderborn abgeht«, sagte Sänger Jan Plewka vorab im Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT. Bassist Leo Schmidthals schilderte seine Eindrücke von der Stadt, in der die Hamburger erstmals aufgetreten sind: »Paderborn ist sehr hübsch mit den schönen Plätzen vor dem Rathaus und dem Dom.«

5000 besucher singen mit

Die 5000 Besucher, die den einstelligen Temperaturen trotzten, begrüßte der charismatische Frontmann wenig später mit den Worten: »Wir sind ein verschworener Haufen Freunde und machen Musik mit Herz und Verstand. Und das wollen wir euch zeigen.« In den vorderen Reihen hatten sich eingefleischte Selig-Fans die besten Plätze gesichert. Sie schmetterten jede Textzeile Wort für Wort mit und gingen ganz auf im Rocksound.

Band feiert ihr Jubiläum

Die übrigen Zuschauer tanzten zur Musik und sangen die eingängigen Refrains der Band mit, die 2019 ihr 25-jähriges Jubiläum feiert. »Singt so mit, dass ihr morgen alle klingt wie Bonnie Tyler«, feuerte Jan Plewka die Menge an. Er selbst machte es vor und sprang über die Bühne und auf den Boxen. Der Sänger hatte sich einen Schal mit auf die Bühne genommen, den er sich zwischendurch umlegte – sicher ist sicher.

Zwischen den einzelnen Songs schnitt er immer wieder Themen an, die ihm und der Band auf der Seele brannten – wie etwa die Verantwortung für die Zukunft: »Wir sind angetreten, um Mauern einzureißen. Es sollte keine Mauern mehr geben.« Die Menge jubelte. Eins der letzten Stücke war »Wir werden uns wiedersehen«. Plewka verabschiedete sich mit einer Bitte: »Passt auf eure Stadt auf. Diese Energie hier heute hat viel mit Freiheit und Liebe zu tun.«

Bereits am Freitagabend hatten 4000 Besucher Max Mutzke zugejubelt – und das Frühlingsfest standesgemäß eröffnet.

Über Nuancen nachdenken

Energiegeladen war aber nicht nur der Auftritt der Band Selig, sondern auch manch anderer Punkt im umfangreichen und für die Besucher vollkommen kostenlosen Programm des Frühlingsfestes. Das zog auch im 36. Jahr. Vor allem am Samstag- und Sonntagnachmittag war die Stadt gut gefüllt.

Der verkaufsoffene Sonntag, bei dem nach den Querelen mit der Gewerkschaft Verdi nur die Geschäfte in der direkten Innenstadt geöffnet hatten, zog die Besucher zusätzlich an. Die Entscheidung, erstmals beim Frühlingsfest auch auf offene Läden zu setzten, wertete Seibel als »durchweg richtig«. Dem Werbegemeinschafts-Vorsitzenden fiel am Nachmittag ein Stein vom Herzen, dass es zwar lausig kalt war, aber zumindest weitgehend trocken und oft sogar sonnig gewesen ist.

»Die Mischung aus Musik, Kleinkunst und Handel hat auch diesmal gut funktioniert«, bilanzierte der neue Mann an der Spitze der Kaufmannschaft. Im Nachgang werde man nun überlegen, in welchen Nuancen das Fest 2020 noch verbessert werden kann.

Kommentar von Jürgen Vahle

Das neue Führungsteam der Werbegemeinschaft um Vorsitzenden Uwe Seibel und Citymanager Heiko Appelbaum hätte ein schöneres Frühlingsfest zum Start ins Amt verdient gehabt. Schneeschauer, Wind und Temperaturen meist unter der Zehn-Grad-Marke, dazu noch eine 0:2-Niederlage im OWL-Derby gegen Arminia Bielefeld: Alles keine guten Voraussetzungen für eine stimmungsvolle Freiluftparty der Extraklasse.

Wo sich sonst 10.000 Besucher vor der VOLKSBLATT-Bühne versammelten, um live und ohne Eintritt dem Musik-Top-Act zu lauschen, waren es am Freitag bei Max Mutzke nur 4000 und am Samstag bei Selig etwas mehr. Doch all dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Frühlingsfest längst eine feste Größe in der Stadt ist, die Werbegemeinschaft die Gelegenheit zum verkaufsoffenen Sonntag gut genutzt hat – und die Stadt zumindest tagsüber rappelvoll war.

Das Konzept »umsonst, draußen und bunt gemischt« stimmt auch im 36. Jahr des Festes. Daran sollte niemand rütteln. Dass es mal besser, mal schlechter läuft, liegt bei Festen unter freiem Himmel in der Natur der Sache. Der schwache Besuch am Abend ist kein Indiz für ein schwaches Fest.

 

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