Menschen aus 17 Ländern bei der Europawoche in Paderborn
Klares Ja zum gemeinsamen Erbe

Paderborn (WB). Am 26. Mai finde »die mit Abstand wichtigste Wahl in diesem Jahrzehnt« statt. Das hat am Freitag der Präsident des nordrhein-westfälischen Landtags, André Kuper, bei der Eröffnung der Europawoche in Paderborn betont.

Freitag, 03.05.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 16:20 Uhr
Bekennen sich eindeutig zu Europa (von links): Archivar Sven Spiong, Dr. Andreas Schulze (Adenauer-Stiftung), Monsignore Georg Austen, Anzhela Al Fahad, Ulrike Kurth, Burkhard Haneke, Nadezhda Chervenova, André Kuper und Michael Dreier. Foto: Dietmar Kemper

Der Friede in Gegenwart und Zukunft sei »nur in einem vereinten Europa gesichert«, warb Kuper für ein klares Votum gegen Nationalismus und Populismus am 26. Mai. Die EU habe sich zu einer der größten Erfolgsgeschichten des 20. Jahrhunderts entwickelt und stehe für Freiheit, Sicherheit, Recht, Wohlstand und sozialen Ausgleich.

Pflege des europäischen Erbes

Wenn in Paderborn ungewohnte Sprachen zu hören sind, ist wieder Europawoche. Organisiert von der Vorsitzenden des Westfälischen Forums für Kultur und Bildung, Ulrike Kurth, und unterstützt vom Bonifatiuswerk, dem kirchlichen Hilfswerk Renovabis und der Konrad-Adenauer-Stiftung sollen bei Diskussionen, Exkursionen, Workshops und Konzerten das gegenseitige Verständnis gefördert und das europäische Erbe gepflegt werden.

»Europas Erbe – nicht nur verwalten, sondern gestalten!« lautet das Motto diesmal. 100 Teilnehmer aus 17 Ländern, darunter aus Russland, der Türkei, Finnland und Polen, sind nach Paderborn gekommen. Das Kulturerbe dürfe nicht nur in Museen ausgestellt, sondern müsse fortgeführt und im Alltag gelebt werden, mahnte Ulrike Kurth.

Das kann zum Beispiel durch einen Besuch Plovdivs, der Europäischen Kulturhauptstadt 2019 in Bulgarien, geschehen. An­zhela Al Fahad und Nadezhda Chervenova stellten die sechstälteste Stadt der Welt mit ihren beeindruckenden Zeugnissen aus der Römerzeit im Rathaus vor.

»Motor der Europawoche«

Paderborns Bürgermeister Michael Dreier nannte Kurth »den Motor der Europawoche«. Sie sei unermüdlich im Sinne des europäischen Gedankens unterwegs. Das will die Stadt, die vom Land als »europaaktive Kommune« ausgezeichnet wurde, ebenfalls tun. Angesichts lautstarker Kritik von Populisten an Europa betonte Dreier: »Heute ist es wichtiger denn je, dass wir uns in Europa austauschen, miteinander sprechen und gemeinsam Projekte entwickeln.«

Christliche Botschaft der Nächstenliebe kontra Nationalismus

Zum europäischen Erbe gehört auch der christliche Glaube. Mit Notre Dame habe in Paris nicht nur ein Gebäude gebrannt, sagte Monsignore Georg Austen vom Bonifatiuswerk. Die christliche Botschaft der Nächsten- und Feindesliebe hält er für das passende Gegenmittel gegen das zunehmende nationale Denken in Europa.

Die Prognose der Uni Freiburg, wonach die beiden großen christlichen Kirchen in den kommenden 40 Jahren mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren, macht Austen nicht mutlos: »Eine Gemeinschaft ist immer so tot oder lebendig wie die Menschen, die sie tragen.« Der Geschäftsführer von Renovabis, Burkhard Haneke, erinnerte an Papst Franziskus, der Europa für seine Fähigkeit zu Dialog, Integration und Kreativität gelobt habe. Haneke: »Darauf müssen wir uns besinnen.«

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