Vor der Europawahl: SPD-Spitzenkandidatin zu Gast in Paderborn – mit Video
Barley für europäischen Mindestlohn

Paderborn (WB). Europäischer Mindestlohn, Steuergerechtigkeit, mehr Demokratie in der EU – unter anderem mit diesen Themen buhlt Katarina Barley um Stimmen bei der Europawahl. Gestern war die derzeitige Bundesjustizministerin und SPD-Spitzenkandidatin in Paderborn zu Gast.

Donnerstag, 02.05.2019, 18:37 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 16:20 Uhr
Frühstück mit der Spitzenkandidatin für die Europawahl: Katarina Barley (SPD, rechts) im Gespräch mit Kevin Hufer, Nele Czaniera (links) und Kira Lietmann. Foto: Jörn Hannemann

»Mehr Europa als ich geht eigentlich nicht«, übte sich Barley gleich zur Begrüßung von Parteigenossen und Wählern in einem Gastronomiebetrieb im Schatten des Rathauses in Pathos. Britischer Vater, deutsche Mutter – ihren Mann lernte sie beim Studium im Ausland kennen. Sie will es als deutliches Zeichen für Europa verstanden wissen, dass sie als amtierende Ministerin nach Brüssel geht. Es sei der erste Wechsel dieser Art überhaupt, wie sie betont.

Barley geht an diesem Morgen von Tisch zu Tisch, setzt sich hin, nimmt gelegentlich einen Schluck aus ihrer Teetasse. Sie will lieber mit den Menschen ins Gespräch kommen, als frontal zu reden, sagt sie vorab. Es ist eng zwischen den Tischen, hinzu kommen diverse Selfiejäger.

Die Juristin Barley will mit einem ur-sozialdemokratischen Thema nach Europa: soziale Sicherheit. Deshalb macht sie sich in Paderborn auch für einen europäischen Mindestlohn stark. Natürlich könne der nicht in allen Ländern auf dem gleichen Niveau liegen. Aber 60 Prozent des Durchschnittseinkommens eines Landes wäre aus ihrer Sicht machbar.

Auch bei der Besteuerung von Großkonzernen will Barley ran – und trifft damit zumindest an einem Tisch einen Nerv. »Es kann doch nicht sein, dass man den ganzen Steuersündern nicht hinterherkommt«, echauffiert sich ein älterer Herr in einer Fünfergruppe, rundherum zustimmendes Nicken. Nachdem es mit dem Ansatz einer Digitalsteuer für Konzerne wie Google & Co. wegen des Widerstandes weniger Länder nicht geklappt habe, sagt Barley, lägen ihre Hoffnungen nun bei der Industrieländerorganisation OECD. Im Gespräch mit einem Tischnachbarn spricht Barley zudem über eine mögliche weiterführende Demokratisierung der EU. Bislang hat nur die Europäische Kommission das Recht, Gesetzesentwürfe vorzulegen. Geht es nach Barley, soll das künftig auch durch das Parlament geschehen können.

SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley lädt zum Europafrühstück ein

1/22
  • SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley lädt zum Europafrühstück ein
Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann
  • Foto: Jörn Hannemann

Nach zwei Stunden geht’s dann wieder zurück ins Dienstfahrzeug, Auftritte in Aachen und in Bonn stehen auf dem Plan.

Mehr zum Wahlkampf auf der Themenseite.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6582547?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
„Big Brother Award“ für Tesla
Cockpit eines Tesla S: Der US-Konzern erhält den Big Brother-Award, weil der Autobauer reichlich Daten über seine Fahrer sammelt. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker