»Extra 3« nimmt schräge Laternen auf den Königsplätzen aufs Korn
NDR spottet über »Pisaborn«

Paderborn (WB/dk). Das Magazin »Extra 3« des NDR wird vermutlich nie die Lieblingssendung von Paderborns Bürgermeister Michael Dreier werden. Nachdem sich die Redaktion im August 2018 über die »heiße« Sitzbank auf den Königsplätzen lustig gemacht hatte, spottet sie jetzt über die »schrägen Laternen« dort.

Freitag, 03.05.2019, 11:01 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 14:23 Uhr
Der Architekt Ben Warnecke hat die Laternen mit einer Neigung zum zentralen Platz in Paderborn hin geplant. Foto: Jörn Hannemann

War ein Sturm dafür verantwortlich?

»Ist das Kunst oder haben die Bauarbeiter zu viel getrunken?«, mokiert sich der Norddeutsche Rundfunk. In dem zweiminütigen Beitrag, der am 24. April in der »Extra 3«-Spezialausgabe »Der reale Irrsinn XXL« ausgestrahlt wurde, werden auch Passanten befragt. Deren Reaktionen schwanken zwischen »Das ist typisch Paderborn – irgendwann fängt man an, sich nicht mehr darüber zu wundern« bis zu »Da ist wohl was schiefgelaufen«. Eine Fußgängerin vermutet, dass ein heftiger Sturm für die Schräglage verantwortlich sein könnte.

Der NDR attestiert Paderborn, eine »schräge Idee« gehabt zu haben, und schließlich wird in Anlehnung an den weltberühmten Turm die neue Stadt »Pisaborn« gegründet.

Verwaltung: Architekt hat das absichtlich so gemacht

Aber was ist denn jetzt eigentlich mit den Laternen? Deren Gestalt habe sich der Hamburger Architekt Ben Warnecke ausgedacht, sagt Paderborns Stadtsprecher Jens Reinhardt dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT: »Er hatte die Idee, dass sich die Leuchten zum Platz hin verneigen.« Dadurch sollten sie zu einem Alleinstellungsmerkmal werden. Von Pfusch am Bau könne also keine Rede sein. Der Bauausschuss habe die Planungen auch genehmigt, so dass im Nachhinein niemand sagen könne, er habe davon nichts gewusst.

Sieben Leuchten sind im Herzen Paderborns platziert, jede einzelne kostet 6000 Euro. Die Hintergründe erläuterte Reinhardt auch dem Fernsehredakteur bei einem Ortstermin am 30. Januar und blickte dabei Richtung Italien: »Pisa hat den schiefen Turm, wir haben die schiefen Lampen.«

Stadt freut sich über die Publicity

Ben Warnecke hatte sich 2011 übrigens bei einem Architektenwettbewerb durchgesetzt und dürfte sich über den TV-Beitrag nicht gefreut haben. Anstatt dass sein architektonisches Element wertgeschätzt wird, wird über Alkohol am Arbeitsplatz gemutmaßt. Jens Reinhardt nimmt es locker: »Durch die Bank und die Laternen haben wir schon so viel Publicity, dass fast jeder die Königsplätze kennt.«

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