Zweiräder der Paderborner Firma »Triepad« waren deutschlandweit bekannt Die drei Hasen fahren mit

Paderborn (WB). Das Osterfest steht vor der Tür und der Frühling ist da. Wie wäre es mit einer kleinen Fahrradtour durch das Paderborner Land? Schon jetzt kann man an der blauen Pader zahlreiche Radfahrer beobachten.

Von Markus Runte
Die drei Paderborner Hasen fahren auf dem Schutzblech des »Triepad«-Rades mit .
Die drei Paderborner Hasen fahren auf dem Schutzblech des »Triepad«-Rades mit .

Auffällig sind dann manche Fahrräder, die ein kleines Drei-Hasen-Emblem auf dem vorderen Schutzblech haben. Kenner wissen dann sofort: Hier handelt es sich um ein original Paderborner »Triepad« aus den 1930er Jahren. Wer aber hat’s erfunden?

Anfang 1920 hatten drei Brüder der Familie Trienens die Idee, Fahrräder in Paderborn zu verkaufen. Eine erste Verkaufsstelle mit einer Reparaturwerkstatt eröffnete Johann Trienens zusammen mit seinen Brüdern Franz und Anton im heutigen »Schildern«. Dort verkauften und reparierten sie Fahrräder der Marke »Brennabor«. Im Erdgeschoss befand sich der Verkaufsladen, die erste Etage war für die Montage der Räder angemietet und im Hinterhof war eine Reparaturwerkstatt untergebracht.

Kleinanzeigen in ländlichen Zeitschriften

Die Geschäfte liefen gut, die Paderborner fuhren auch damals schon gerne mit dem Rad. Bereits Anfang der 1930er Jahre konnten die Trienens-Brüder in der Heiersstraße eine weitere Geschäftsstelle für Fahrräder eröffnen.

Eine Begegnung zwischen Johann Trienens und dem Inhaber der Fahrradwerke »Meister« in Bielefeld, Erhard Doppelt, gab den Anstoß, eigene Fahrräder zu bauen. Doppelt erklärte sich bereit, für Trienens die Fahrradrahmen zu liefern. Der Name »Triepad« wurde ins Leben gerufen, und es begann die Geschichte eines der erfolgreichsten Unternehmen in Ostwestfalen.

Die Werbung lief über Kleinanzeigen in ländlichen Zeitschriften wie dem »Dom«, den Paderborner Tageszeitungen und durch Werbebroschüren, in denen die Räder angepriesen wurden. Schon bald wurden die Markenräder mit dem originellen und unverkennbaren Drei-Hasen-Emblem aufgrund der hohen Qualität deutschlandweit verkauft. Bis zum Kriegsbeginn 1939 war der Name »Triepad« in ganz Deutschland zum Begriff geworden: für hohe Qualität zum niedrigen Preis!

Modernste und größte Fahrrad-Fachgeschäft

Nach dem Krieg entstand 1949 in der Rathenaustraße ein neuer großer Firmenkomplex mit Montage- und Lagerhallen sowie Büroräumen. Eine neue Verkaufsstelle für »Triepad«-Räder kam in der Westernstraße hinzu. Hier standen den Kunden mehr als 50 Fahrräder in verschiedenen Farben zur Auswahl. Trienens war in dieser Zeit das modernste und größte Fahrrad-Fachgeschäft in Ostwestfalen.

1972 musste die Firma ihre Pforten schließen. Die Konkurrenz anderer Zweiradanbieter war zu groß geworden. Auch wurden Roller und Mopeds, gerade bei der Jugend, immer beliebter.

Sollte Ihnen jetzt bei einer Ihrer nächsten Fahrradtouren durch das Paderborner Land ein Zweirad mit einem originellen Drei-Hasen-Emblem auffallen, so werden Sie wissen: dieses Rad ist ein original »Triepad«-Fahrrad aus Paderborn.

Wer mehr über die Firma und ihre Produkte erfahren möchte, findet in der Dauerausstellung des Paderborner Stadtmuseums Am Abdinghof weitere Hinweise. Außerdem sind dort drei Original-Fahrzeuge zu sehen: ein Herren- und ein Kinderfahrrad sowie ein Tretroller. Das Museum ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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