Radfahren in Paderborn: Stadt baut ständig neue Bügel-Abstellmöglichkeiten
Radler auf Parkplatzsuche

Paderborn (WB). Autofahrer kennen die Misere: Parkplatzsuche. Doch auch für Radler wird es an manchen Stellen eng, wenn sie ihr Gefährt sicher in Paderborn abstellen wollen. Dann bedarf es nämlich einer Möglichkeit, das Rad anzuschließen. »Die ständig steigende Nachfrage zu erfüllen, ist eine Herausforderung für uns«, sagt der städtische Radverkehrsplaner Arne Schubert .

Dienstag, 09.04.2019, 06:18 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 06:20 Uhr
Fabian Hofmann stellt sein Fahrrad gerne an den überdachten Stellplätzen am Abdinghof ab. Er ist mit der Fahrradparkplatzsituation in der Stadt gut zufrieden, auch wenn die Zahl der Radfahrer spürbar zunehme und es enger werde. Foto: Jörn Hannemann
Neue Fahrradparkplätze

In diesem Winter hat die Stadt Paderborn insgesamt 248 neue Fahrradabstellplätze gebaut. In der Regel handelt es sich um Edelstahlbügel, an die jeweils zwei Räder angeschlossen werden können, am Königsplatz sind zudem zwei Fahrradboxen entstanden, die über die Radstation am Bahnhof gemietet werden können. An diesen Stellen gibt es neue Fahrradparkplätze: Franziskanermauer 48 an zwei Standorten, Gaukirchweg 14, Kamp 32, Abdinghof 92, Marienstraße 20, Königstraße 32, Königplatz 24 (plus der beiden bereits erwähnten Boxen).

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Denn nicht nur der Radverkehr an sich hat stetig zugenommen – der Anteil am Gesamtverkehr liegt in Paderborn inzwischen bei 23 Prozent – auch die Zahl hochwertiger Räder steigt. »Entsprechend wünschen sich deren Besitzer sichere und komfortable Abstellplätze«, weiß Schubert. Deshalb habe die Stadt 2009 ein Fahrrad­abstellkonzept für die Innenstadt aufgelegt, welches permanent fortgeschrieben werde.

»Das Problem ist der hohe Raumdruck durch verschiedene Nutzungsanforderungen in der Innenstadt«, weiß der Diplom-Geograph. »Radfahrer möchten ihre Räder möglichst zentral abstellen, Geschäftsleute wollen freien Blick auf ihre Schaufenster, Gastronomen brauchen Platz für Außengastronomie und der Blick auf touristische Bereiche soll nicht zugestellt werden.« Entsprechend sei die Stadt stets auf der Suche nach geeigneten Abstellmöglichkeiten. 1750 öffentliche Abstellplätze gibt es im inneren Stadtring, diesen Winter sind 262 hinzugekommen (siehe Infobox).

Ideallösung nicht immer verfügbar

Dabei waren nicht alle unumstritten. Sowohl bei den Fahrradbügeln auf dem Kamp äußerten Bürger Bedenken als auch am Abdinghof, wo einige der ohnehin knappen Parkplätze weggefallen sind. »Am Abdinghof haben wir mobile Fahrradständer aufgestellt, weil der Platz im Zuge des Stadthausneubaus ebenfalls ganz neu gestaltet wird«, sagt Schubert. Dort soll auch ein Fahrradparkhaus entstehen. Dass überdachte Stellplätze von den Radlern geschätzt werden, zeigt auch jetzt schon der Andrang auf die Plätze unter den Arkaden. Am Kamp waren Bedenken laut geworden, dass die Fahrradbügel, wenn sie belegt sind, den Bürgersteig vor dem Gymnasium Theodorianum nahezu komplett blockieren, was zu gefährlichen Situationen führen könne, wenn Schüler in Klassenstärke zwischen dem Hauptgebäude und den Räumen im Schöningh-Gebäude pendeln. »Das Problem gibt es aber tatsächlich nicht, weil der Kamp an dieser Stelle komplett als Fußgängerzone ausgelegt ist. Die so genannte Fahrbahn darf und soll genutzt werden«, erläutert Schubert.

Wartelisten für abschließbare Fahrradboxen

Großer Beliebtheit erfreuen sich seiner Erfahrung nach auch die insgesamt 22 Fahrradboxen, in denen die Räder komplett eingeschlossen werden können und für die es bereits eine Warteliste gibt. Vermietet werden sie über die Radstation am Bahnhof, die ebenfalls 151 bewachte Abstellplätze bietet. »Auch diese sind sehr gut nachgefragt, unter anderem von einem großen Teil Dauerparkern«, weiß Schubert. Deshalb soll im Zuge des Bahnhofsneubaus dort möglichst auch ein Fahrradparkhaus entstehen.

Zu Libori arbeitet die Stadt zudem mit weiteren mobilen Stellplätzen. »Besonders begehrt sind die 124 Plätze im bewachten Fahrradtresor«, berichtet Schubert. Aber auch die 320 Abstellplätze, die über mobile Anlagen geschaffen werden, seien sehr gut frequentiert. Der größte Fahrradparkplatz der Stadt befindet sich an der Benteler Arena mit 1900 Abstellplätzen, die bei einigen Spielen nahezu voll sind und diejenigen Lügen strafen, die diese Zahl einst belächelt haben.

Mehr Service mit zunehmender Digitalisierung denkbar

Im Zuge der digitalen Stadt kann Schubert sich noch einiges mehr an Service für Radfahrer vorstellen. »Ein digitaler Zugang zu Fahrradboxen oder auch Schließfächern, die es an einigen Abstellanlagen bereits gibt, ist denkbar. Bei neuen Planungen schauen wir sehr genau, was eventuell umsetzbar und sinnvoll ist.« Auch über Anregungen von Radfahrern freuen er und seine Kollegin Kirsten Schmidt sich.

Wo in Paderborn Abstellplätze für Fahrräder zu finden sind, ist aus der Karte auf der Internetseite der Stadt ersichtlich. Dort gibt es unter der Rubrik Paderinfo auch die Option Fahrradabstellplätze.

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