Erster verkaufsoffener Sonntag an der Wirtschaftsmeile lockt zehntausende Besucher an
»Den Teufelskreis durchbrochen«

Paderborn (WB). Sonnenschein pur, tausende Besucher aus einem großen Umkreis und gute Umsätze: Der erste verkaufsoffene Sonntag zur 33. Wirtschaftsmeile am Frankfurter Weg hat die Massen angelockt. Trotz der gelungenen Premiere gab es auch kritische Töne zu hören.

Montag, 08.04.2019, 09:30 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 09:34 Uhr
Flanieren, bummeln, shoppen: Tausende Paderborner hat es gestern zum Fest an den Frankfurter Weg gezogen. Foto: Jörn Hannemann

»Die Sonne küsst den Frankfurter Weg und wir haben uns alle rausgeputzt«, blickte Martin Johannknecht am Sonntagmorgen gut gelaunt auf die Meile. Erstmals durften zur Wirtschaftsschau die Geschäfte öffnen. »Dafür gibt es von uns Händlern viel Beifall. Wir finden es allerdings überhaupt nicht gut, dass der verkaufsoffene Sonntag ohne die City stattfindet«, griff der Inhaber der gleichnamigen Sofa-Company die Endlos-Debatte der vergangenen zwei Jahre auf.

Frankfurter Weg verwandelt sich zur Festmeile

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Foto: Jörn Hannemann
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»Endlich ist der Teufelskreis der Nicht-Verkaufsoffenen-Sonntage durchbrochen worden«, stellte Ludger Glaß zufrieden fest. Aber auch der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Frankfurter Weg kritisierte in aller Deutlichkeit, dass der Frankfurter Weg vom Verwaltungsgericht als zur »Peripherie« gehörig gesehen werde. »Peripherie sind Elsen, Wewer und Borchen, aber doch nicht der Frankfurter Weg. Es handelt sich hier um 15 Minuten Gehweg. In anderen Großstädten wird das zur Innenstadt gezählt«, machte der Unternehmer deutlich, dass Paderborn durch die jetzige Regelung gegenüber anderen Städten benachteiligt werde. Es müsse im Interesse aller liegen, so Glaß, dass die Innenstadt und die umliegenden Geschäfte als Einheit gesehen werden.

Seiner Meinung nach gehe es hier nicht nur um das Argument der Gewerkschaften, dass an einem Sonntag fünf Stunden gearbeitet werde. »Dazu melden sich viele Beschäftigte freiwillig«, stellte Glaß fest. Es gehe seiner Meinung nach um die Sicherung von Arbeitsplätzen und eine Attraktivierung des gesamten Einzelhandelsstandortes.

Sein Befremden äußerte Glaß darüber, dass einige Fraktionen im Rat sich jüngst gegen den verkaufsoffenen Sonntag am Frankfurter Weg ausgesprochen hatten. »Wir sind überwiegend Mittelständler, die in Paderborn Steuern zahlen. Wer Steuereinnahmen erwartet, muss diese auch ermöglichen«, kritisierte der Vorsitzende die Grünen-Ratsfraktion. Verkaufsoffene Sonntage trügen zum Gewinn bei. Der sei nötig, um Steuern zu zahlen und Rücklagen zu bilden für schwierigere Zeiten.

Spektakulär ging es bei der Feuerwehr zu. Sie führte eine Fettexplosion vor.

Spektakulär ging es bei der Feuerwehr zu. Sie führte eine Fettexplosion vor. Foto: Jörn Hannemann

Bürgermeister Michael Dreier versprach, sich als Vizepräsident des Präsidiums des Städte- und Gemeindebundes NRW weiterhin für eine Novellierung der verkaufsoffenen Sonntage einzusetzen. »Ich bin auch mit dem Wirtschaftsminister im Gespräch. Wir wollen vier gesicherte verkaufsoffene Sonntage mit Innenstadt und Peripherie«, stellte Dreier klar. Das sei auch der Wunsch der Werbegemeinschaft, betonte der neue Vorsitzende Uwe Seibel. »Ich bin froh, dass sich Werbegemeinschaft und die Interessengemeinschaft Frankfurter Weg in der zweijährigen Debatte nicht haben ausein­anderdividieren lassen.«

Positiv bewerten Martin Johannknecht und Ludger Glaß, dass am Frankfurter Weg Leerstand kein Thema sei. Vor allem im Bereich Einrichten habe es mit Aqua Comfort (Wasserbetten) sowie der Bettenwelt interessante Neueröffnungen gegeben. »Sie machen das Angebot vielseitiger«, stellte Johannknecht fest. Glaß bedauerte hingegen, dass die Ansiedlung eines Getränkemarktes durch das aktuelle Einzelhandelskonzept ausgeschlossen ist.

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