Autor Peters lässt Kommissar Kleekamp zwischen Dom und Paderquellgebiet ermitteln
Mördersuche in Paderborn

Paderborn (WB). Wenn Polizeioberkommissar Jürgen Kleekamp ermittelt, dann blickt er tief in menschliche Abgründe. In »Verachtung ist der wahre Tod« geht es um diverse Spielarten charakterlicher Defizite bis hin zu abscheulichen Perversitäten. Der jüngste Paderborn-Krimi von Joachim H. Peters bietet spannenden Lesestoff bis zur letzten Seite.

Samstag, 06.04.2019, 04:46 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 10:24 Uhr
»Verachtung ist der wahre Tod« lautet der Titel des dritten Paderborn-Krimis aus der Feder von Joachim H. Peters. Es geht um einen brutalen Serienkiller. Foto: Jörn Hannemann

Der Autor, von Haus aus selbst Kriminalbeamter, entwickelt mit dem dritten Fall des Streifenduos Jürgen Kleekamp und Natalie Börns eine spannende Fortsetzungsgeschichte, die zwischen Dom, Paderquellgebiet, Königsplätze und Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Lippspringe angesiedelt ist. Wenn das ungleiche Paar ermittelt, verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse zusehends. Denn Kleekamp ist kein Polizist, der gerne Regeln oder Dienstvorschriften befolgt. Kein Wunder, dass er Vorgesetzten und anderen Kollegen ein Dorn im Auge ist und er längst auf der Abschussliste steht. Und so erfolgreich Kleekamp mit seinen unorthodoxen Methoden als Polizist auch ist, so unfähig ist er doch, ein »normales« Leben zu führen. Seine privaten Beziehungen sind alle kaputt. Und auch mit den Kollegen kann und will er nicht klarkommen. Einzig Natalie Börns hat noch Zugang zu ihm. Das bietet reichlich Möglichkeiten, das Innerste der Charaktere nach Außen zu kehren und Nebenkriegsschauplätze aufzumachen.

Show-Down am Ende

Verlosung von Büchern

Verachtung ist der wahre Tod, Joachim H. Peters, 282 Seiten, Prolibris Verlag. Der neue Paderborn-Krimi ist in allen Geschäftsstellen des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES erhältlich. Unter allen Lesern verlosen wir fünf Bücher. Wer ein Buch gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail an die Adresse »gewinnspiel@westfaelisches-volksblatt.de«. Bitte Namen, Anschrift und Telefonnummer nicht vergessen. Das Kennwort lautet »Paderborn-Krimi«. Einsendeschluss ist Sonntag, 7. April, 20 Uhr. Die Gewinner werden per Los ermittelt und schriftlich benachrichtigt.

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Die Hauptfiguren haben es erneut – wie schon im ersten Fall (»Sterben tun immer die Anderen«, 2014) – mit einem Serientäter zu tun. Die Frauen werden auf bestialische Weise umgebracht und die Leichen so drapiert, dass schnell erkennbar wird, dass es die Ermittler mit einem ganz besonderen Täter zu tun haben. Er ist ein Perfektionist, der er es versteht, andere zu manipulieren. Der Leser wird in dem Krimi auf einige Fährten gelockt, die sich früher oder später als falsch her­ausstellen. Die Auflösung selbst samt Show-Down am Ende bietet im wahrsten Sinne des Wortes »Zündstoff«. Eines sei vorweg verraten: Das Gute siegt!

Autor Peters hat sich bewusst dazu entschieden, Kleekamp und Börns als normale Streifenbeamten ermitteln zu lassen. Seiner Meinung nach gebe es genug Geschichten, in denen Kripo-Beamte auf Gangsterjagd gehen. Das mag stimmen. Allerdings wirken vor diesem Hintergrund einige Erzählstränge leicht konstruiert. Wen das allerdings ernsthaft stört, der erhebt allerdings auch einen Anspruch auf Realität, wenn er sonntags einen »Tatort« sieht. Stattdessen geht es ja um beste Unterhaltung. Und die wird hier eben geboten.

Stoff zum Schmunzeln

Peters schafft es souverän, den Spannungsbogen hoch zu halten und gleichzeitig Stoff zum Schmunzeln zu bieten. Gepaart mit den authentischen Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten ist das neue Werk ein Muss für Paderborn-Krimi-Fans. Alle drei Kleekamp-Krimis von Joachim H. Peters, der seit 2008 insgesamt 13 Bücher mit verschiedenen Protagonisten geschrieben hat, bieten durchaus das Potential für eine spannende Filmreihe. Einen Münster-Tatort gibt es schon. Wie wäre es jetzt endlich mal mit Paderborn?

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