Paderborn
Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen soll kommen

Paderborn (WB/mba). Im Kreis Paderborn ist eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen auf den Weg gebracht worden.

Freitag, 05.04.2019, 15:17 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 15:56 Uhr
Freilaufende Katzen sollen demnächst im Kreis Paderborn kastriert werden. Foto: dpa

Wie die Fraktion der Grünen mitteilte, habe sich der Natur- und Umweltausschuss des Kreises Paderborn in seiner letzten Sitzung auf Antrag der Grünen mit großer Mehrheit für eine Verordnung zum Schutz freilaufender Katzen im Kreisgebiet ausgesprochen. »Die Überpopulation von Katzen ist aus Sicht des Tierschutzes ein immer drängenderes Problem, das mittlerweile auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern des Kreises Paderborn erkannt wird. Die Tiere leiden unter Futtermangel und Verwilderung, für ein Leben in der Wildnis sind sie nicht geeignet«, sagt der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende und Tierarzt Dr. Harald Grünau.

Unkastrierte Katzen können sich zwei- bis dreimal im Jahr fortpflanzen

Unkastrierte Katzen können sich den Angaben zufolge zwei- bis dreimal im Jahr fortpflanzen. Selbst wenn nur drei Kätzchen pro Wurf groß würden und nach einem halben Jahr selbst fortpflanzungsfähig seien, vermehre sich die Population sprunghaft. Ein zuverlässiges Mittel gegen dieses menschengemachte Tierleid stellt nach Ansicht der Grünen-Fraktion allein eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht dar.

Kennzeichnung mit Mikrochip geplant

Geplant ist, dass Katzenhalter, die ihr Tier ins Freie lassen oder andere freilaufende Katzen regelmäßig füttern, diese von einem Tierarzt kastrieren und mittels Mikrochip kennzeichnen lassen sollen. Die gekennzeichneten Tiere sollen dann in einer Datenbank registriert werden. Wie hoch sind die Kosten für die Kastration? Als groben Richtwert müssen Halter nach Angaben des Tierschutzbundes bei Katern zwischen 80 und 85 Euro einkalkulieren, bei Katzen sind es um die 140 Euro, da der Eingriff komplizierter ist.

Seit vier Jahren bestehe in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, auch auf Kreisebene Katzenschutzverordnungen zu erlassen, die sich in der Regel an der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt Paderborn aus dem Jahr 1997 orientieren, bundesweit als sogenanntes »Paderborner Modell« bekannt.

Verordnung ist am Montag Thema im Kreistag

Von dieser Möglichkeit haben mittlerweile eine Reihe von Kreisen in NRW Gebrauch gemacht. Auch die Stadt Lichtenau hat kürzlich eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen beschlossen. Mit der Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht werde ein Weg gewählt, der einerseits Schmerzen, Leiden oder Schäden der Katzen im Sinne des Tierschutzgesetzes verringern könne und darüber hinaus gleichzeitig dem Artenschutz diene, schreibt Grünau.

Den endgültigen Beschluss über die Katzenschutzverordnung muss der Paderborner Kreistag noch auf seiner Sitzung Montag, 8 . April, fassen. Ein halbes Jahr später könnte die Verordnung dann in Kraft treten.

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