Schauspieler Roland Jankowsky liest im Deelenhaus in Paderborn Krimi-Kurzgeschichten
Wenn Overbeck kommt, wird’s richtig gut

Paderborn (WB). Wenn Overbeck kommt, geht in der ZDF-Krimireihe »Wilsberg« garantiert irgendwas gründlich schief. Der übereifrige Kommissar der Münsteraner Kripo ermittelt zielstrebig meist in die falsche Richtung und verhindert durch sein eigenmächtiges Auftreten so manchen sorgfältig geplanten Zugriff.

Samstag, 06.04.2019, 10:07 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 15:54 Uhr
Bei Roland Jankowsky wird der Textvortrag zum temperamentvollen Hörspiel. Foto: Stienecke

Köstlich verkörpert wird der Möchtegern-Bond vom Kölner Schauspieler Roland Jankowsky, der am 4. April mit einer Kurzkrimi-Lesung unter dem Titel »Wenn Overbeck kommt« im Paderborner Deelenhaus zu Gast war.

Das Rollen-Klischee, das ihm der Münsteraner »Wilsberg«-Autor Jürgen Kehrer überstreift, kann Jankowsky im heimeligen Ambiente des restlos ausverkauften Fachwerkhauses getrost ablegen. Bei der zweistündigen Lesung erweist sich der 51-jährige Schauspieler als wahrer Meister seines Fachs. Mit geschulter Bühnen- und Sprecherstimme lässt er den Abend für sein Publikum zum reinsten Vergnügen werden.

Mafioso erstickt an Weißwurstbissen

Die vorgetragenen Kurzgeschichten diverser Autoren hat er mit Bedacht ausgewählt. In allen vier Krimi-Geschichten sind es nicht so sehr ein Erzähler, sondern die handelnden Personen selbst, die in Monogesprächen oder Dialogen das mörderische Geschehen schildern. Das gibt Jankowsky die mit ganzem sprachlichen und mimischen Einsatz genutzte Gelegenheit, aus einem schlichten Textvortrag ein Hörspiel, ja sogar ein kleines Theaterstück zu machen. Wenn er mit sizilianischem Zungenschlag den Mafioso, der den Großraum München übernehmen soll, an einem zu großen Weißwurstbissen ersticken oder eine Verwaltungsangestellte des Meldeamtes im kölschen Dialekt erzählen lässt, wie ein von der Warterei genervter Bürger zum Terminator wird, dann wird die Lesung zum grandiosen Komödienstück.

Nach Paderborn sei er gern gekommen, versichert Jankowsky, auch wenn er noch keine Stadt erlebt habe, in der man so wenig von der »Grünen Welle« halte wie hier. Weil die Karten für seine Premiere aber so rasch weg waren, will Jankowsky am 19. Dezember noch einmal im Deelenhaus vorbeischauen.

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