Fraktionschef Markus Mertens: »Länge der Bauzeit ist ein entscheidendes Kriterium«
Bahnhofsbrücke: CDU noch unentschieden

Paderborn (WB/mai). Auch wenn Fraktionschef Markus Mertens in der jüngsten Bauausschusssitzung eine Präferenz für den Bahnhofsbrückenbau mit 22 Monaten Sperrung äußerte, ist die Angelegenheit innerhalb der Mehrheitsfraktion offenbar noch nicht entschieden.

Donnerstag, 04.04.2019, 05:00 Uhr
Die neue Bahnhofsbrücke wird erst 2022 gebaut. Welche Variante allerdings umgesetzt wird, ist noch offen. Foto: Jörn Hannemann

»Wir haben in der Fraktion noch keinen Beschluss gefasst«, betont Holger Budde, CDU-Ratsherr aus dem Riemeke-Viertel, das durch die erforderlichen Umleitungen besonders betroffen wäre.

Wie zuletzt am Donnerstag berichtet, stehen zwei Varianten für den auf 2022 verschobenen Brückenneubau zur Wahl. In Variante eins würde die Brücke abgerissen und für 7,2 Millionen Euro neu errichtet. Bauzeit: 22 Monate.

Variante zwei ist teurer

Für Variante zwei würde die neue Brücke parallel gebaut, die Gesamtbauzeit wäre mit 26 Monaten länger, die Vollsperrung würde aber nur 14 Monate dauern. Kosten: 7,9 Millionen Euro. Beide Varianten stellt die Stadtverwaltung heute um 20 Uhr in der Aula des Goerdeler-Gymnasiums vor.

Holger Budde erwartet klare Aussagen der Verwaltung und des Vertreters des Fachbüros. »Wir haben einige Fragen an die Verwaltung gerichtet«, berichtet der stellvertretende Fraktions-Vorsitzende. In der Bauausschusssitzung am Donnerstag, 11. April (17 Uhr, Technisches Rathaus), soll der Beschluss für eine der beiden Varianten gefasst werden.

Budde berichtet, dass die Dauer der Baustelle bei allen Gesprächen mit Bürgern und auch bei den Fraktionsberatungen besonders im Fokus stehe. »Natürlich ist es Aufgabe der Verwaltung, der Politik einen ganzen Strauß an Kriterien für deren Beschluss zu liefern. Und dass diese Kriterien von der Fachverwaltung im technischen Rathaus für den verwaltungsseitigen Beschlussvorschlag gleich gewichtet werden, muss die Politik zunächst akzeptieren«, sagt Budde. Aufgabe der Politik sei es, daraus eigene Schlüsse zu ziehen.

Entscheidung mit heißer Nadel

Fraktionsvorsitzender Markus Mertens bedauert, dass die politische Entscheidung jetzt mit heißer Nadel erfolgen müsse. »Natürlich reden wir schon viele Jahre über die Baustelle, aber leider haben wir jetzt erst belastbare Aussagen der Bahn und dann noch ein enges Zeitfenster zum Beschluss.«

Eine Vertagung der Entscheidung ist für die CDU-Fraktion aber keine Alternative. »Dann würde die Baumaßnahme noch weiter nach hinten verschoben. Und weil die Brücke ja tatsächlich marode ist, müssen wir demnächst mal handeln. Dazu muss ein fester Rahmen – auch mit der Bahn – stehen, denn es wäre der Supergau, wenn die Brücke gar nicht mehr oder nur zum Teil zu befahren wäre und dann mit der Bahn noch nichts geregelt ist«, sagt er.

Gleichwohl gilt für die CDU-Fraktion die Prämisse: Jeder Tag mehr an Baustelle, Sperrung der Bahnhofstraße, der Umleitung durch das Riemeke, den Frankfurter Weg oder andere Nebenstrecken, und letztlich auch das »Abhängen der Paderborner City durch Sperrung der Bahnhofstraße« sei einer zu viel. Es müsse schon sehr gute Gründe geben, dieses Kriterium nicht besonders zu gewichten.

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