Chorleiter wählen gezielt Talente in den heimischen Grundschulen aus
Frische Stimmen für den Dom

Paderborn (WB). Um die Kirche muss einem nicht bange sein, so lange Kinder- und Jugendstimmen zum Lobe Gottes erschallen. Doch wie gelangen der Domchor und die Mädchenkantorei eigentlich an den Sänger-Nachwuchs?

Mittwoch, 03.04.2019, 10:36 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 10:40 Uhr

Um ein ausgewogenes Niveau ihrer Jugendchöre zu sichern, machen sich Domchordirektor Thomas Berning und Domkantorin Gabriele Sichler-Karle in jedem Frühjahr auf den Weg in die Grundschulen des Paderborner Landes. Bei der mehrwöchigen Sichtung lassen die Vertreter der Dommusik jeweils die Klassen des zweiten Schuljahres vorsingen, um geeignete Stimmen für den Knabenchor und die Mädchenkantorei zu entdecken.

Beschränkte sich die Nachwuchs-Sichtung in der Vergangenheit weitgehend auf das Stadtgebiet mit den Paderborner Ortsteilen, so zieht die Dommusik den Radius inzwischen weiter. So besuchen die beiden Chorleiter auch Grundschulen im Paderborner Umland. »Wir fahren jetzt zum Beispiel bis nach Borchen, Etteln und Altenbeken«, berichtet Thomas Berning. »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Eltern auch weitere Wege in Kauf nehmen, um ihre Kinder zu den Proben und Auftritten der Chöre zu bringen und wieder abzuholen.«

120 Jungen und Mädchen geeignet

Rund 20 Grundschulen waren es in diesem Jahr, in denen Thomas Berning und Gabriele Sichler-Karle Ausschau nach jungen, ausbaufähigen Kinderstimmen gehalten haben. Etwa 60 Jungen und ebenso viele Mädchen sind den beiden Chorleitern aufgefallen, denen sie gern eine Grundausbildung bei der Dommusik ermöglichen möchten.

In der Vorschule des Paderborner Domchores bekommen die sieben- bis achtjährigen Schüler nicht nur eine behutsame Stimmbildung. Sie werden auch mit dem wichtigem »Handwerkszeug« für den Chorgesang wie Harmonielehre und der Notenschrift vertraut gemacht. »Unser Ziel ist es, dass die Grundschüler bis zur festen Eingliederung in den Domchor sicher vom Blatt singen können«, erläutert Berning.

Am Donnerstag, 4. April (18.15 Uhr, Hatzfeld-Haus am Kleinen Domplatz), sind die Eltern der aktuell ausgewählten Kinder zu einem Informationstag in das Haus der Dommusik eingeladen. »Erfahrungsgemäß kommen von den 60 eingeladenen Elternpaaren rund 40, die an der Aufnahme ihrer Kinder in den Domchor interessiert sind«, so der Domkapellmeister. »Meist sind es dann 30 bis 35 Knaben, die tatsächlich in die Vorschule aufgenommen werden können.« Mit einer ähnlichen Quote rechnet Berning auch für die Mädchenkantorei.

Zusammenarbeit mit künftiger St.-Michael-Grundschule

»Wir erwarten von den Kindern eine Mitwirkung bei den kirchlichen Feiern und natürlich bei den Konzerten«, sagt Berning. Das klappe sogar bei einigen Grundschülern, die nicht getauft seien oder die einer anderen Konfession oder Glaubensrichtung angehörten. »Natürlich besteht hier immer die Gefahr, dass die Kinder irgendwann doch abspringen.«

Eine erhebliche Stärkung der Nachwuchsarbeit verspricht sich die Dommusik von der Zusammenarbeit mit der St.-Michael-Grundschule, die in diesem Sommer an den Start geht. Ein Kooperationsvertrag sichert die musikalische Ausbildung der Kinder an der ersten Grundschule des Erzbistums Paderborn.

Für die musikalische Nachwuchsarbeit hat das Erzbistum vor einem halben Jahr eine zusätzliche halbe Stelle geschaffen, die der Pianist und Dozent für Liedbegleitung an der Detmolder Musikhochschule, Markus Gotthard, erhalten hat. Er sorgt für eine frühzeitige Verbindung zwischen den Paderborner Grundschulen und dem Domchor und gibt als Wahlangebot unter anderem Chorstunden an den St.-Michael-Schulen.

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