Stadt richtet an 21 weiteren Stellen Geschwindigkeitslimits ein
Tempo 30: Jetzt wird kontrolliert

Paderborn (WB). Bis Anfang kommender Woche will die Stadt an 21 Stellen in Paderborn vor Schulen, Kitas und Altenheimen Tempo-30-Bereiche ausgewiesen haben und dann auch mit Tempokontrollen beginnt. Für reichlich Diskussionsbedarf sorgte bereits die Geschwindigkeitsbegrenzung in Höhe des Altenheims an der Neuhäuser Straße .

Montag, 01.04.2019, 18:22 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 18:26 Uhr
Nicht nur an der Neuhäuser Straße, sondern an 21 Stellen im Paderborner Stadtgebiet sollen vor Schulen, Kitas und Altenheimen Tempo-30-Bereiche eingerichtet werden. Von der kommenden Woche an will die Stadt auch Kontrollen durchführen. Foto: Jörn Hannemann

Für derartige Reaktionen werden die Maßnahmen vor den weiteren Einrichtungen (siehe Tabelle) vermutlich nicht sorgen. »Ich kann verstehen, dass Tempo 30 an einer vierspurigen, 14 Meter breiten Einfallsstraße diskutiert wird, aber wir hatten da wenig Spielraum«, begründet Norbert Kaese, stellvertretender Ordnungsamtsleiter der Stadt Paderborn, die Maßnahme. »Wir mussten reagieren, um die Sicherheit der Bewohner, die dort regelmäßig die Straße überqueren, zu gewährleisten.« Der 57-jährige Bewohner des Altenheims, der im November beim Überqueren der Straße angefahren und lebensgefährlich verletzt wurde, sei an den Unfallfolgen verstorben. Immer wieder seien Altenheimbewohner zu beobachten, die im dichten Verkehr mit Rollator auf dem Mittelstreifen ständen und darauf warteten, weitergehen zu können.

 

Allerdings sei Tempo 30 noch nicht die endgültige Lösung, sagt Kaese. Der Bauausschuss werde sich noch einmal intensiv mit dem Thema befassen. In der Sitzung am Donnerstag, 11. April (17 Uhr, Technisches Rathaus), steht unter anderem ein Antrag der FDP dazu auf der Tagesordnung. Darin beantragt FDP-Ratsherr Dr. Michael Hadaschik, die Fußgängerampel an der Neuhäuser Straße in Höhe der Hausnummer 132 um etwa 150 Meter in Richtung Altenheim zu versetzen und die Geschwindigkeitsbegrenzung aufzuheben.

»Bisher haben wir bei den beiden vorhandenen Fußgänger­ampeln zwischen 9 und 13 Uhr neun Fußgängerquerungen gezählt, aber man müsste sich die Zahlen noch einmal genauer ansehen und weitere erheben, um zu sehen, ob eventuell auf eine verzichtet werden könnte«, sagt Kaese. Denkbar sei beispielsweise auch eine Kombination aus Verkehrsinsel und Zebrastreifen. Die Situation sei nicht einfach, doch er sei zuversichtlich, dass eine gute Lösung gefunden werde – auch in Zusammenhang mit der geplanten Vergrößerung des Lidl-Marktes.

Die Stadt hat 150 Standorte überprüft

An den weiteren 20 Stellen, an denen die Stadt bereits Tempo 30-Bereiche ausgewiesen hat oder dies bis Anfang kommender Woche tun will, ist die Verkehrssituation übersichtlicher. »Aber die geänderte Straßenverkehrsordnung sieht ausdrücklich vor, dass die Regelung, die schwächere Verkehrsteilnehmer vor sozialen Einrichtungen durch Geschwindigkeitsreduzierungen schützen soll, auch innerorts auf Hauptverkehrsstraßen gilt«, sagt Kaese. Ausnahmen seien nur zulässig, wenn es negative Auswirkungen auf den Busverkehr gebe oder die Gefahr bestehe, dass sich der Verkehr in Nebenstraßen verlagert. »Beides ist bei Tempo 30 auf 120 Metern nicht zu befürchten.«

Die Stadt hat 150 Standorte überprüft. An vielen gebe es bereits verkehrsberuhigende Maßnahmen, an den anderen, die in der Tabelle aufgeführt sind, sollen diese nun in Form von Tempo 30 folgen. »Wir haben die Geschwindigkeitsbegrenzung zeitlich an die Gegebenheiten angepasst – bei Schulen den Schulzeiten, an der Neuhäuser Straße an den Öffnungszeiten des Lidl«, sagt Kaese. Die meisten Maßnahmen seien bereits umgesetzt, die anderen folgten im Laufe der Woche. Lediglich für das Altenheim des St.-Johannisstifts laufe das Anhörungsverfahren noch.

Anfang kommender Woche beginnen Tempokontrollen

Kaese: »Anfang kommender Woche werden wir mit Maßnahmen zur Verkehrsüber­wachung an diesen Stellen beginnen.« Sowohl Stadt als auch Polizei würden Radarkontrollen an diesen Stellen durchführen, um sicherzustellen, dass die Geschwindigkeitsreduzierung eingehalten werde. Die Polizei werde kein Auge zudrücken. Das könnten die Verkehrsteilnehmer nicht erwarten. »Wir machen das öffentlich, es ist ausgeschildert – da kann keiner mehr sagen, dass er von nichts wusste.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6512568?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Edmundsson lässt Arminia jubeln
Der Jubel ist riesig: Die Arminen feiern ihren Siegtorschützen Joan Simun Edmundsson (Mitte). Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker