Weil am Flughafen Einsatzkräfte fehlten, kreisten Mallorca-Urlauber über Paderborn
Feuerwehreinsatz stoppt Landeanflug

Paderborn/Büren (WB). In Geduld üben mussten sich in der vergangenen Woche Passagiere eines Eurowingsfluges von Palma de Mallorca zum Paderborner Flughafen. Kurz vor der Landung sei ihnen mitgeteilt worden, dass sich diese möglicherweise um 40 Minuten verzögern werde, da die Flughafenfeuerwehr nicht vor Ort sei.

Montag, 01.04.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 12:42 Uhr
Die Eurowings-Maschine flog vor der Landung mehrere Kreise über das Paderborner Land. Foto: Flightradar24

Um 8.10 Uhr war die Maschine in Palma gestartet. Gegen 10.20 Uhr* drehte der Pilot dann beim Landeanflug über Etteln erst einmal ein paar Runden über das Paderborner Land, berichtete ein Passagier. Entgegen der Ankündigung aus dem Cockpit, dass die Wartezeit in der Luft bis zu 40 Minuten dauern könnte, ist die Maschine dann aber doch um 10.34 Uhr gelandet.

Nach Auskunft des Flughafensprechers Stefan Hensel habe die Feuerwehr des Flughafens bei einem Einsatz in unmittelbarer Nähe zum Airport geholfen. »Unsere Flughafenfeuerwehr wurde um Unterstützung bei einem Notfalleinsatz im näheren Umkreis des Flughafens gebeten. Da durch diesen Einsatz nicht die volle Mannschaftsstärke der für die Landung von großen Flugzeugen vorgeschriebenen Feuerwehrkategorie zur Verfügung stand, wurde die Kategorie für den Zeitraum des Außeneinsatzes abgesenkt und die Cockpitbesatzung der Eurowings gebeten, den Zeitpunkt der geplanten Landung um zehn Minuten zu verzögern. Dies wurde durch die Cockpitcrew bestätigt, so dass der Außeneinsatz zu Ende geführt werden konnte«, sagte Stefan Hensel.

75 Mitarbeiter hat die Feuerwehr am Flughafen in Paderborn. Neun Kräfte sind vor Ort ständig in Bereitschaft. Dieses Foto entstand im Oktober 2017.

75 Mitarbeiter hat die Feuerwehr am Flughafen in Paderborn. Neun Kräfte sind vor Ort ständig in Bereitschaft. Dieses Foto entstand im Oktober 2017. Foto: Jörn Hannemann

Der Flughafensprecher erläuterte zudem, dass es eine entsprechende Vereinbarung gebe, aufgrund derer solche Außeneinsätze in unmittelbarer Umgebung des Flughafens möglich sei. »Man kann ja nicht nicht helfen, obwohl Hilfe in der Nähe zur Verfügung steht«, so Hensel. Hier werde aber im Einzelfall abgewogen und der Flugverkehr nicht gefährdet.

In diesem Fall habe es lediglich eine kurze Verzögerung gegeben, zudem sei nicht die gesamte Flughafenmannschaft ausgerückt. Das Cockpit habe rechtzeitig informiert werden können, so dass der Pilot frühzeitig seinen Flug verlangsamt habe und es somit zu keinem zusätzlichen Kerosinverbrauch gekommen sei, so Hensel.

Auf der Wache am Paderborner Flughafen arbeiten 75 Feuerwehrleute rund um die Uhr. »Neun Mitarbeiter müssen immer vor Ort sein«, sagt Roland Kempkensteffen, der Leiter der Flughafenfeuerwehr. Bei einem Großeinsatz werden die Kräfte aber auch von Feuerwehren aus Büren und dem Kreis Paderborn unterstützt.

*In einer früheren Version stand 9.20 Uhr.

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