Klasse der Realschule Lichtenau unterstützt katholisches Hilfswerk Missio
Alte Handys lindern Not im Kongo

Paderborn/Lichtenau (WV). Jährlich landen allein in Deutschland zigtausende alte, aber meist noch funktionstüchtige Handys und Smartphones als Elektroschrott im Müll. Das ist nicht nur alles andere als nachhaltig, sondern auch eine verpasste Chance, Gutes zu tun.

Donnerstag, 07.03.2019, 12:00 Uhr
Die Schüler und Schülerinnen der 7c von der Realschule Lichtenau und ihre Klassenlehrerin Ulrike Steinhagen (Zehnte von links) überreichten die gesammelten Handys an Ulrich Klauke (Zweiter von links) von der »Weltmission-Entwicklung-Frieden«. Foto: Bastian Puls

Insgesamt 150 Handys haben die Schüler der Klasse 7c der Realschule Lichtenau und ihre Religionslehrerin Ulrike Steinhagen vor dem Konrad-Martin-Haus an Ulrich Klauke übergeben. Klauke leitet das Referat »Weltmission-Entwicklung-Frieden« im Erzbistum Paderborn und nahm die Spende stellvertretend für das in Aachen beheimatete Hilfswerk Missio entgegen. Im Rahmen der Aktion »Schutzengel« sollen die recycelten Mobilgeräte der Zivilbevölkerung im Osten der Demokratischen Republik Kongo helfen.

Geld fließt in Hilfsprojekte im Kongo

Wichtig dabei sind vor allem die in den Telefonen enthaltenen Rohstoffe wie Gold, Aluminium oder Silizium. Durch den Erzabbau in den Minen werde der dort tobende Bürgerkrieg von den sogenannten Warlords finanziert, erzählte Steinhagen. Die Wiederverwertung der Handys schmälert den Bedarf an neuen Rohstoffen und damit auch die Investitionen der Kriegstreiber.

Für jedes Gerät, das wieder aufbereitet werden kann, erhält Missio zudem noch zwischen 60 Cent und 2 Euro – je nach Zustand. Das Geld fließt in Hilfsprojekte im Kongo, wie zum Beispiel in den Bau von Traumazentren für Gewaltopfer. Schätzungsweise liegen allein in deutschen Schubladen mehr als 100 Millionen alte Handys.

Im Unterricht hatten sich die Schüler in den vergangenen Wochen intensiv mit der politischen Lage im afrikanischen Staat auseinandergesetzt. »Wir wollen mit der Aktion auch verhindern, dass Kinder dort als Soldaten eingesetzt werden und stattdessen zur Schule gehen können«, erzählt Gesa Lutz.

Handy-Projekt in Lichtenau kein Einzelfall

Die Schülerin schildert dazu noch, dass sie sich zusammen mit ihren Klassenkameraden an einem aktuellen Beispiel aus den Nachrichten orientiert habe: »Greta Thunberg aus Schweden hat mit ihrem Einsatz schon etwas bewirkt. Wir sehen sie ein bisschen als Vorbild.«

Unterstützung erhalten die Schüler dabei auch von Ulrich Klauke vom Erzbistum Paderborn: »Ich bin schon selbst im Ost-Kongo gewesen. Dort werden die Leute in den Minen einfach ausgebeutet. Es ist gut, dass junge Leute in diesen Belangen deutlich Flagge zeigen und das Thema so in die eigene Familie bringen.«

Das Handy-Projekt stellt in Lichtenau keinen Einzelfall dar. »An unserer Schule ist Recycling ein wichtiges Anliegen«, sagt Lehrerin Ulrike Steinhagen. Die Realschule werde energetisch saniert und zu einem Klima-Campus ausgebaut. Das Schulprojekt »prima Klima« sei Tradition an der Schule, und Recycling, Energieeinsparung und Fairer Handel seien im Blick von Schülern und Lehrern. Für ihr Engagement speziell im Rahmen der Aktion Schutzengel erhielt die Realschule Lichtenau bereits im Jahr 2008 von Missio die »Schutzengelmedaille«.

Weitere Informationen zu dem Projekt der Hilfsorganisation gibt es im Internet.

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