Stadthallen-Gesellschaft schließt mit 1,5 Millionen Euro Defizit ab
Küchenärger kostet Kunden

Paderborn (WB). Gegenüber dem Rekordgeschäftsjahr 2016/2017, fällt der aktuelle Jahresabschluss der Paderborner Stadthallen-Betriebsgesellschaft deutlich schlechter aus. Dafür macht Geschäftsführerin Dr. Maria Rodehuth in ihrem Bericht die Bauarbeiten in Paderhalle und Schützenhof verantwortlich. Allein im Schützenhof hat sich der Jahresfehlbetrag mehr als verdoppelt.

Dienstag, 05.03.2019, 10:51 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 10:56 Uhr
Im Mai 2018 ist die Containerküche am Schützenhof in Betrieb genommen worden. PBSV-Oberst Thomas Spieker und Dr. Maria Rodehuth, Geschäftsführerin der Stadthallen-Betriebsgesellschaft, informierten sich vor Ort. Foto: Jörn Hannemann

Die Baumaßnahmen hätten den Betrieb nicht nur während der damit verbundenen Schließungen, sondern parallel zum laufenden Veranstaltungsbetrieb mit erheblichem logistischen und personellen Aufwand erschwert. Dadurch seien der Betrieb, aber auch Teile der Belegschaft über längere Zeit »an kaum noch zumutbare Belastungsgrenzen« gekommen. In der Paderhalle, die bis Ende Oktober geschlossen blieb, sind die Theaterbestuhlung, das Parkett und die Holzwände erneuert worden.

Im Schützenhof wurden von Dezember bis Ende Februar Fahnen- und Ferrarisaal umfangreich renoviert und technisch modernisiert. Das sei mit einer Kostensteigerung in Höhe von 42.000 Euro verbunden gewesen. Kopfschmerzen bereitete der Geschäftsführerin aber vor allem die parallel geplante Küchensanierung. Die vom PBSV beauftragte Sanierung des Fußbodens endete, wie mehrfach berichtet, Anfang vergangenen Jahres aufgrund massiver Feuchteschäden mit einem Baustopp. Zunächst wurde im technischen Rathaus in der Pontanusstraße, ab Mai dann in einer am Schützenhof aufgebauten Containerküche gekocht.

Weniger Privatveranstaltungen im Schützenhof

Die erheblich gestiegenen Kosten für die Küchensanierung führten zu Auseinandersetzungen zwischen Gesellschaft und Stadt sowie dem PBSV als Eigentümer. Gutachter und Juristen sowie Baumaßnahmen für die Realisierung der Containerküche mussten bezahlt werden und führten zu nicht eingeplanten Mehrkosten von 47.000 Euro. »Die öffentliche Berichterstattung über die Schließung der Schützenhofküche sowie die leider teilweise auch öffentlich geführten Auseinandersetzungen zwischen den Vertragspartnern führten zudem zu einer massiven Verunsicherung von Kunden«, heißt es im Geschäftsbericht. 37 Privatveranstaltungen weniger als im Vorjahreszeitrum wurden im Schützenhof ausgerichtet. Verstärkt worden sei dieses Problem durch eingeschränkte Angebotsmöglichkeiten des À-la-Carte-Betriebs auch im Biergarten sowie erheblichen Mehraufwand bei der Cateringlogistik.

Die Stadt als Gesellschafterin muss 124.000 Euro nachschießen

Insgesamt verzeichnet die Stadthallen-Betriebsgesellschaft für das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2017/18 einen Jahresfehlbetrag von 1,51 Millionen Euro (2016/17 1,22 Millionen Euro), was einer Verschlechterung von 209.000 Euro entspricht. Ein Jahresfehlbetrag von 1,39 Millionen Euro war bereits eingeplant worden, 124.000 Euro muss die Stadt als alleinige Gesellschafterin nachschießen. Die Umsatzerlöse gingen um 530.000 Euro von 2,97 auf 2,44 Millionen Euro zurück. Davon entfielen 1,32 Millionen Euro auf die Gastronomie (1,64), 424.424 auf Vermietungen (511.712) und 694.648 auf Nebenleistungen (814.935). Die Kosten beliefen sich auf 4,43 Millionen Euro (4,36).

Der Rat muss Geschäftsführung und Aufsichtsrat aufgrund des Abschlusses am Donnerstag (17 Uhr, Uni Hörsaal G) entlasten.

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