Chinesischer Nationalcircus präsentiert »The Great Wall« in Paderborn
Solide, aber unspektakulär

Paderborn (WB). Der Name Chinesischer Nationalcircus lässt doch eigentlich die besten Artisten Chinas mit ihren spektakulärsten Nummern erwarten. Doch dieser Circus ist nicht, wie der Name vermuten lässt eine feste Institution, sondern ein Showprogramm, das für jede Tournee neu zusammengestellt wird.

Sonntag, 03.03.2019, 14:14 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 14:18 Uhr
Lediglich die Massenszenen sind ein Alleinstellungsmerkmal beim Auftritt des Chinesischen Nationalcircus’. Foto: Michael Welling

Der Chinesische Nationalcircus in der Paderhalle

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Foto: Michael Welling
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Seit 30 Jahren schon tourt die Truppe in zwangsläufig wechselnder Besetzung durch Deutschland, zum Jubiläum haben sich am Samstagabend 30 Akteure auf der Bühne der Paderhalle versammelt, um zwei Stunden lang unter dem Titel »The Great Wall« rund 30 akrobatische Nummern zu präsentieren. Am Talent der Artisten besteht kein Zweifel, alles in allem aber wurde nur solide, aber unspektakuläre Handwerkskunst geboten, wie man sie auf jeder Varietébühne zuhauf findet.

Fliegende Hüte und zweistöckige Menschenpyramiden

Lediglich die Massenszenen sind vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal. Da wird mit allem jongliert, was sich irgendwie in die Luft werfen lässt, ein Kartenzauberer, der ein oder andere Salto, fliegende Hüte und zweistöckige Menschenpyramiden – wirkliche Spitzenakrobatik sieht allerdings anders aus.

Da spielt sich alles zu sehr in Bodennähe ab und auch ein bisschen mehr Tempo hätte der Show sicher gutgetan. Ganz lustig der Auftritt der Drachen, aber manches wie die Clowns, die Teller drehend ein Omelett braten, gerät einfach zu langatmig.

Den Akteuren kann man aber zugutehalten, dass sie mit viel Begeisterung und Humor bei der Sache waren, auf der Bühne sieht man nur strahlende Gesichter, da wird Lebensfreude pur transportiert. Für Erstaunen im Publikum sorgt ein Jongleur, der ein riesiges, aberwitziges Gestell aus wohl 30 zusammengesteckten Holzbänken auf den Kopf balanciert, hier scheinen die Gesetze der Schwerkraft wirklich aufgehoben.

Sparsame Lichteffekte zur Musik von Vivaldi

Auch die scheinbaren Gummiknochen einiger Akteure, die mühelos jede noch so unmögliche Körperhaltung zulassen, sorgen für Begeisterungsstürme, genauso wie die Akrobatin, die in Schwindel erregender Höhe auf einem Turm von Stühlen den perfekten Handstand demonstriert. Dazwischen immer wieder kurze Spielszenen und Slapstick-Einlagen sowie pathetische Band-Ansagen zur »Chinesischen Mauer«.

Das Ganze wird in einem eher schlichten Bühnenbild mit sparsamen Lichteffekten präsentiert und während der ganzen Show gibt es ausschließlich Musik von Vivaldi – gewöhnungsbedürftig. So richtig rund ist diese Produktion letztendlich nicht, doch das Publikum zeigt sich begeistert und belohnt die 30 Artistinnen und Artisten mit einem starken Schluss-Applaus und donnernden Standing Ovations.

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