»Andrew-Lloyd-Webber-Gala«: 300 Musical-Freunde kommen auf ihre Kosten
Temporeich und sinnlich

Paderborn (WB). Das war wirklich ganz großes Kino: Knapp 300 Musical-Freunden wurde in der Paderhalle eine mitreißende Musical-Show geboten. »Die große Andrew-Lloyd-Webber-Gala« bringt zwei Stunden lang die Welterfolge des britischen Erfolgskomponisten authentisch und packend auf die Bühne.

Freitag, 01.03.2019, 18:46 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 18:48 Uhr
Flotte Tanzeinlagen mit einem Hauch von Akrobatik: »Die große Andrew-Lloyd-Webber-Gala« in der Paderhalle. Foto: Michael Welling

»Best of Musical-Produktionen« sah man in der Paderhalle in den vergangenen Monaten des Öfteren, leider mit Musik vom Band, dünner Besetzung und noch dünneren Kostümen oder Requisiten – und das zu nicht gerade geringen Eintrittspreisen. Umso erfreulicher die Webber-Gala. Ein vierzehnköpfiges Live-Orchester, vier Gesangssolisten und acht Tänzerinnen und Tänzer sorgen für eine perfekte Musical-Nacht.

Eine Hommage an das Lebenswerk von Andrew Lloyd-Webber

Die Produktion ist eine Hommage an das Lebenswerk von Andrew Lloyd-Webber, der die Welt des Musicals im 20. Jahrhundert wie kein anderer verändert und geprägt hat. Damit war er in den vergangenen Jahrzehnten zweifelsohne der erfolgreichste seiner Zunft. Ihm ist es in seinen Werken oft gelungen, den Zeitgeist aufzugreifen und das Genre immer wieder neu zu erfinden.

Die mehr als zweistündige Show bündelt Welterfolge wie »Cats«, »Phantom of the Opera«, »Evita«, »Starlight Express« oder »Jesus Christ Superstar«. Der inzwischen 70-jährige Andrew Lloyd-Webber versteht es meisterhaft, die vielschichtige Bandbreite menschlicher Emotionen in ein Feuerwerk aus Melodien und Choreografien zu kleiden. Im Grunde ist Lloyd-Webber ein Geschichtenerzähler, der für seine Zwecke die modernen Möglichkeiten des Musicals nutzt.

Die große Andrew-Lloyd-Webber-Gala in der Paderhalle

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  • Die große Andrew-Lloyd-Webber-Gala in der Paderhalle
Foto: Michael Welling
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Die mitunter temporeichen und sinnlichen Darstellungen scheinen bei einem Stück von Lloyd-Webber im dramaturgischen Kochtopf zu landen, mehrmals umgerührt, um anschließend als eine zeitgemäße Adaption des Altbekannten wieder präsentiert zu werden. Seine Melodien sind mal schlicht und eingängig, mal ungewohnt und schwierig zu singen; viele von ihnen wurden Welthits.

Bei der tollen Show in der Paderhalle wird nicht Musical nach Musical »abgearbeitet«, sondern es wird eher nach Oberthemen wie Liebe, Humor, Spiritualität, aber auch Gier und Wut sowie Sehnsucht sortiert und serviert. Solist und Moderator Tyrone Chambers führt informativ und unterhaltsam durchs Programm und wechselt zwischendurch sicherlich mehr als zehnmal das Outfit.

Flotte Tanzeinlagen mit einem Hauch von Akrobatik

Auch alle Mitwirkenden schlüpften in ständig neue Garderobe, um kostümmäßig zumindest ansatzweise dem gerade dargestellten Musical gerecht zu werden. Flotte Tanzeinlagen mit einem Hauch von Akrobatik in einer exzellenten Choreographie taten ein Übriges.

Das West-End-Musical Orchestra sorgt für ausgezeichneten Live-Sound, Leiter und Dirigent Piotr Oleksiak zeichnet auch für die teilweise überraschend neuen Arrangements verantwortlich. Zusammen mit dem sehr gut ausgesteuerten Gesang erschallte in der Paderhalle eine Klangfülle, wie man es bei derartigen Produktionen leider nur selten geboten bekommt.

Auf ein Bühnenbild wurde zwangsläufig fast gänzlich verzichtet, halt ein Tribut an den Tourneebetrieb, der keine langen Umbauten zulässt. Dafür wurde mit überraschenden Lichteffekten nicht gegeizt.

Nicht mit Applaus geizten auch die völlig begeisterten Zuschauer, die sich zum Schluss mit Standing Ovations bei der 30-köpfigen Musical-Truppe bedankten.

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