400 Besucher beim Schwarzmeer-Kosakenchor unter der Leitung von Peter Orloff
Große Stimmen, große Gesten

Paderborn (WB). Mit »Liedern aus dem alten Russland« hat der Schwarzmeer-Kosakenchor rund 400 Besucher in der Paderhalle begeistert. Unter der Leitung von Peter Orloff, einst Schlagerstar und kürzlich RTL-Dschungelcamp-Bewohner, faszinierten die neun Sänger und ihr dreiköpfiges Begleitensemble zwei Stunden lang mit perfekten Solostimmen, harmonischem Chorgesang und schwungvollen musikalischen Arrangements.

Freitag, 01.03.2019, 18:22 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 18:26 Uhr
Unter der Leitung von Peter Orloff trat der Schwarzmeer-Kosakenchor vor rund 400 Besuchern in der Paderhalle auf. Foto: Michael Welling

Peter Orloff lobte, dass hier Menschen aus Weißrussland, Russland und der Ukraine gemeinsam konzertieren und so auch ein Zeichen setzten, dass die Politik von den Menschen einiges lernen könne. Er führt seit 25 Jahren äußerst erfolgreich fort, was sein Vater Nikolai viele Jahre geprägt hat. Der evangelische Pastor, der 30 Jahre lang der Gesamtleiter des Ensembles war, beschrieb die unvergleichlichen Sänger als einen Chor, der singend betet und betend singt.

Nun, ganz so fromm ging es in der Paderhalle nicht zu. Kosaken waren ursprünglich kleine, leicht ausgerüstete Heeresabteilungen der Tataren – heute denkt man jedoch sofort an kostümierte Sänger mit einen gewaltigen Stimmumfang, perfekten Gesang und vor allem hohe musikalische Qualität. Und natürlich an ein hochkarätiges Programm, das bekam das Paderborner Publikum geboten.

Perfekte Körperspannung und ein großes emotionales Gespür

Die Sänger haben eine perfekte Körperspannung und ein großes emotionales Gespür für die vielen Nuancen ihrer musikalischen Bandbreite, sei es bei Werken aus Opern, bei bekannteren und unbekannteren russischen Volksliedern oder alten Klosterballaden. Begleitet wurden die Sänger, die sämtlich technisch unverstärkt singen, von einem ebenso techniklosen Trio, das mit Balalaika, Bass-Balalaika und Akkordeon stets den richtigen Ton trifft. Musikalisch zeigten die Schwarzmeer-Kosaken 90 Minuten lang, dass sie stimmlich und instrumental Akzente setzen, um in der Masse der vielen »Tournee-Originale« ein Alleinstellungsmerkmal zu haben. Dazu gehören große Stimmen, große Gesten, große Kompositionen, große Professionalität und Vermarktung mit einer Prise Kitsch, wobei sich Peter Orloff mehr im Hintergrund hält als erwartet. Die singenden Kosaken brachten Geliebtes, Gewohntes, Bewährtes und absolute Professionalität auf die Bühne.

Schwarzmeer-Kosakenchor in der Paderhalle

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  • Schwarzmeer-Kosakenchor in der Paderhalle
Foto: Michael Welling
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Nicht ganz so professionell war die stets dunkle Vorderbühne über dem abgedeckten Orchestergraben. Obwohl die Sänger hierhin ständig singende Ausflüge ganz nah ans Publikum machten, standen sie dort im Dunkeln. Viel verdienter Beifall war den Musikern trotzdem sicher – unverständlich daher, warum sich nach fast jedem Beitrag jeder Künstler beim anderen bedankte und dieser Dank auch voller Gestik vom Publikum eingefordert wurde.

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