Stadtarchivar auf Spurensuche nach Wilhelmine Heising und Bernhardette Cramer
Vor 100 Jahren erste Frauen im Stadtrat

Paderborn (WB). Vor 100 Jahren, am 2. März 1919, gab es in Paderborn die ersten demokratischen Kommunalwahlen, bei denen erstmals auch Frauen wählen und gewählt werden durften. Über die Liste der Zentrumspartei zogen mit Wilhelmine (Minna) Heising und Bernhardette Cramer auf Anhieb zwei Stadträtinnen in das Stadtparlament ein.

Samstag, 02.03.2019, 06:10 Uhr
Stadtarchivar Wilhelm Grabe hat in den alten Ausgaben des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES die 100 Jahre alten Wahllisten der ersten demokratischen Kommunalwahlen ausfindig gemacht.Von acht Frauen wurden zwei in das Stadtparlament gewählt.

Minna Heising, die von 1870 bis 1934 lebte, war Hausfrau und zweite Ehefrau des Kaufmanns August Heising. Bernhardette Cramer (1981 bis 1941) war Lehrerin. Viel mehr ist über diese beiden Pionierinnen der Kommunalpolitik allerdings leider nicht bekannt.

»Bei den Wahlen vor 100 Jahren wurde das Zentrum mit 66,2 Prozent der Stimmen zur dominierenden politischen Kraft gewählt«, berichtet Wilhelm Grabe, Leiter des Stadt- und Kreisarchivs. Damit habe das Zentrum 26 Sitze erhalten, die Bürgerpartei 4, die SPD 3, sowie Deutschnationale, Kriegsbeschädigte und Landwirte je einen Sitz. Auf den Listen der Parteien seien durchaus weitere Frauen vertreten gewesen, die aber aufgrund der Stimmenverteilung nicht ins Parlament eingezogen seien. Dazu zählten die Damenschneiderin Christine Hillebrand und die Schneiderin Franziska Menke für das Zentrum, die Witwe Pauline Lossow auf Platz sieben der SPD-Liste, »Fräulein« Anna Immig und Schulleiterin Hermine Jung für die Deutschnationalen und Rentnerin Else Schönbeck auf der Liste der Kriegsbeschädigten.

»Allerdings waren auch in dem im November 1918 gebildeten Volksrat bereits zwei Frauen vertreten«, berichtet Grabe. Maria Freitag und Anna Schäfers seien in der Liste der 50 Volksräte nachgetragen worden. Maria Freitag war Lehrerin an der Karlsschule und Anna Schäfers Oberlehrerin. Beide kandidierten später dann aber nicht mehr für den Stadtrat, der den Volksrat ablöste. Dennoch sollen sie den Paderbornern in Erinnerung bleiben. »Der Heimatverein wird sie als Namensgeberinnen für zwei Straßen im neuen Alanbrooke-Quartier vorschlagen«, kündigt Wilhelm Grabe an, der im Heimatverein aktiv ist.

Im aktuellen Stadtrat sitzen übrigens 21 Frauen und 43 Männer sowie der Bürgermeister. Die CDU stellt 9 Frauen, die SPD 5, die Grünen 4, Linke, LKR und FBI je eine.

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