Dei Fraktion FÜR Paderborn will das Schulessen auf ganz neue Beine stellen
Stadt soll Bio-Hof gründen

Paderborn (WB/mai). Frisch gekocht und aus ökologischer Herkunft soll das Paderborner Schulessen nach Auffassung der kleinen Fraktion FÜR Paderborn künftig sein. Dazu soll die Stadt die Schulen unter anderem bei der Gründung eines ökologischen landwirtschaftlichen Betriebes unterstützen, der als mögliches Pilotprojekt des Landes auch als Unterrichtsort genutzt werden soll.

Freitag, 08.02.2019, 14:19 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 15:08 Uhr
Selbst gezogenes Biogemüse soll nach Ansicht der Fraktion FÜR Paderborn in den Schulmensen auf den Tisch kommen. Foto: dpa

Nach CDU und Grünen fordert nun auch FÜR Paderborn neue Perspektiven für die Mittagsverpflegung der Paderborner Schüler und hat dafür einen ganz neuen Ansatz gewählt. Anlass sind, wie mehrfach berichtet, die Probleme bei der Versorgung durch den neuen Caterer, der kurz vor Weihnachten schließlich Insolvenz angemeldet hat . »Die Versorgungssicherheit und die Qualität des Schulessens brauchen eine völlig neue Ausrichtung«, schreiben Rainer Lummer und Stephan Hoppe an die Ratsfraktionen, die Schulleitungen, Schulpflegschaften und Schülervertretungen. Das heißt für die Ratsherren, dass die Zutaten möglichst aus ökologischem Anbau stammen sollten – bis 2022 mindestens ein Drittel des Essens. Das diene der Schüler- und Lehrergesundheit, schaffe Umweltbewusstsein und schütze die natürlichen Lebensgrundlagen.

Bau weiterer Küchen soll geprüft werden

Zudem soll das Essen möglichst dezentral und frisch in den Schulküchen zubereitet werden. Der Bau weiterer Küchen sei zusammen mit den Schulen zu prüfen. Außerdem erneuert FÜR die Forderung, zu prüfen, ob die Küche des Schützenhofes ebenfalls für die Versorgung der Schulen genutzt werden könne, die nicht vor Ort kochen können. Damit käme die städtische Investition von 800.000 Euro der Allgemeinheit zu Gute. Allerdings hatte die Stadt mitgeteilt, dass dies bereits vor Jahren geprüft worden sei, aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen an die Zubereitung von 2700 Mittagessen und die Versorgung von Abendgesellschaften nicht in eine Küche passe.

Start-Up-Bauernhof soll auch mit der Tafel zusammenarbeiten

Am weitreichendsten ist der FÜR-Vorschlag einen landwirtschaftlichen Betrieb zu gründen, der alle Paderborner Schulküchen, Kindergärten und offene Ganztagsgrundschulen mit Produkten aus ökologischem Anbau versorgen könne. »Solch ein Betrieb könnte auch Lernort für Schülerprojekte rund um das Thema gesunde Ernährung, Boden und Wasserschutz, Klimaveränderung und regenerative Energien sein«, schreiben Lummer und Hoppe. Als Start-Up-Betrieb könne der Bauernhof auch mit der Tafel, dem Jobcenter, der Awo, der Caritas und Altenheimen kooperieren.

Die Stadt soll den Ökologischen Landbau für Schulen und Kitas als Pilotprojekt beim Land anmelden und Fördergelder beantragen. »Solch ein Projekt könnte landesweite Vorbildfunktion haben und ›Paderborn überzeugt‹ ein weiteres Kapitel aufschlagen lassen«, sind die FÜR-Ratsherren überzeugt.

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