Künstler Hans-Josef Mertensmeyer hat sein Heimathaus in Sande verkauft
Atelier zieht um zum Reiterhof

Paderborn (WB). Sein über die Grenzen Paderborns hinaus bekanntes Kunst- und Heimathaus Sande hat der Künstler und Galerist Hans-Josef Mertensmeyer im vergangenen Herbst verkauft. Seine rege Ausstellungstätigkeit soll das aber nicht einschränken.

Freitag, 08.02.2019, 13:50 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 14:00 Uhr
Hans-Josef Mertensmeyer malt jetzt auf einem Reiterhof in Gesseln. Foto: Stienecke

 

Als neues Atelier eingerichtet hat sich der umtriebige Künstler mit der roten Baskenmütze inzwischen das Dachgeschoss eines Reiterhofes an der Gesselner Hude. Hier lagert der 72-Jährige nicht nur seine in mehr als 30 Jahren entstandenen Bilder. Hier findet er auch Platz und Muße, seiner Profession weiterhin kreativ nachzugehen. Wenn sein Blick durch das große Atelierfenster an der Giebelwand auf die Wiesen und Weiden des angrenzenden Delbrücker Landes fällt, dann tankt der Künstler neue Ideen.

Heimathaus Sande selbst errichtet

Mertensmeyer hatte 1975 die alte Zollstation am »Sander Krug«, ein 1831 errichtetes Fachwerkhaus, gekauft und eigenhändig zerlegt, um es am »Mühlengrund« neu aufzubauen. »Ich bin damals von allen Leuten für verrückt erklärt worden«, schildert der gelernte Innenarchitekt das Mammutvorhaben, das ihn fünf Jahre lang beschäftigte. Entstanden ist dabei ein bewohnbares Zweiständerhaus mit großer Deele, die drei Jahrzehnte lang regelmäßig für Familien- und Firmenfeiern genutzt wurde.

Wenige Jahre später kam ein historisches Speichergebäude hinzu, das Mertensmeyer in desolatem Zustand in Kaunitz entdeckte. Er übernahm das aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammende Fachwerkgebäude, das er ebenfalls abbaute und nach Sande transportierte. Aufwendig restauriert und ergänzt entstand in Eigenarbeit der als Ausstellungsraum genutzte »Kiepenkerl«.

Internationale Künstlergruppe

Auch das auf dem Nachbargrundstück von ihm bewohnte Fachwerkhaus hatte ursprünglich mehrere hundert Meter entfernt seinen Standort. 1979 hatte der Künstler das ehemalige Backhaus gekauft und in seine Einzelteile zerlegt, die er fast 20 Jahre lang zwischenlagerte. Ende der neunziger Jahre begann er mit dem Wiederaufbau, seit 2000 dient es ihm und seiner Lebensgefährtin als behagliches Heim.

Neben der immer wieder stressigen Bauphasen betätigte sich Mertensmeyer kontinuierlich auch als Künstler und Galerist. Schon 1982 gründete er die »Euro Blue Group«, eine kleine internationale Künstlergruppe, die grenzüberschreitende Ausstellungen auf den Weg gebracht hat. Ihr gehören kreative Köpfe unter anderem aus Frankreich, Irland, Dänemark, Ungarn und den USA an.

Zur Präsentation seiner in vier Jahrzehnten entstandenen rund 2200 Bilder setzt Mertensmeyer aber nicht nur auf temporäre Ausstellungen. Er hat sich dazu auch ein florierendes Kunstleasing-Modell einfallen lassen. Etwa 140 Arbeiten befinden sich ein einem Bilder-Pool, der regelmäßig von Betrieben und Freiberuflern zur Ausschmückung von Firmenräumen, Praxen und Kanzleien angefragt wird.

Ausstellungen auch in Übersee

Ausgestellt hat Mertensmeyer schon in vielen europäischen Ländern sowie in Chicago, Havanna und Mexiko. Zu den spektakuläreren Projekten in der Region zählen Werkschauen zum Beispiel am Flughafen Paderborn-Lippstadt, im Kloster Dalheim und im Vorjahr in der Firma Wöhler in Bad Wünnenberg und im Paderborner Kreishaus, die von mehreren tausend Kunstfreunden besucht wurden. In diesem Jahr wird es eine größere Ausstellung im Bad Wünnenberger Aatalhaus geben.

Im Mittelpunkt seiner Arbeiten standen viele Jahre immer wieder Menschen in urbaner Umgebung. In letzter Zeit gibt Mertensmeyer in seinen Bilder auch abstrakten Motiven Raum. Stets jedoch gilt für seine Arbeit an der Staffelei der Grundsatz: »Kunst muss immer von der Seele ausgehen.«

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