Fünf Fälle in Paderborn seit Juli, aber zuletzt blieb Georg Peterburs der Sieger
Bei ihm brechen sie immer ein

Paderborn (WV). Seit Juli 2018 wurde in der Raststätte Sennelager bereits fünf Mal eingebrochen. Georg Peterburs hat die Nase voll, aber am vergangenen Freitag musste er lachen: Da standen die Einbrecher vor der von innen zugemauerten Tür zum Lager und kamen nicht weiter.

Mittwoch, 06.02.2019, 05:15 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 05:20 Uhr
Diese Steine waren die Endstation. Georg Peterburs vor der von innen zugemauerten Tür zum Lager. Die wurde zwar beschädigt, aber das nimmt der Gastronom in Kauf. Foto: Dietmar Kemper

Seit fünf Jahren liegt das Restaurant, das mehr als zwei Jahrzehnte lang auf dem Gelände der benachbarten Shell-Tankstelle untergebracht war, an der Klausheider Straße in einem Gewerbegebiet. In direkter Nähe verläuft die Bielefelder Straße und über die ist man schnell auf der Autobahn. Das wissen natürlich auch Ganoven, und die machen in letzter Zeit Georg und Josefa Peterburs das Leben schwer.

Im Juli bemerkten sie den ersten Einbruch. »Damals haben die Täter nur Silbergeld mitgehen lassen, Ein- und Zwei-Euro-Münzen«, erinnert sich Josefa Peterburs (60). Etwa 100 Euro seien es insgesamt gewesen. Anschließend blieb es ruhig, bis sich der November als Horror-Monat entpuppte. »1. 11., 4. 11., 12. 11.« zählt Georg Peterburs die Tage auf, an denen bei ihm eingestiegen wurde. Insgesamt hätten die Täter nur 140 Euro erbeutet, erzählt er, »aber der Schaden beläuft sich auf 10.000 bis 15.000 Euro«.

5000 Euro in Sicherheit investiert

Außen- und Innentüren und die Kasse wurden zerstört, Fenster ebenso und auch Bewegungsmelder. »Die Polizei und wir gehen von zwei verschiedenen Tätergruppen aus«, sagt Peterburs. Eine habe in der Raststätte zwei Mal Party gemacht. »Die haben Schnaps gesoffen, Bier gezapft und Käsebällchen gegessen«, berichtet der Inhaber. Und Gummibären hätten sie auch mitgehen lassen, ergänzt seine Frau. In der Nacht vom 1. auf den 2. November und in der vom 4. auf den 5. November müsse das gewesen sein. Seitdem fehlen auch vier große Messer aus der Küche.

Seit der Einbruchserie hat das Ehepaar Peterburs aufgerüstet und 5000 Euro in die Sicherheit investiert. Eine Videoanlage und Bewegungsmelder sind jetzt genauso vorhanden wie ein Sperrriegel hinter der Tür zur Küche und ein Hightech-Fenster auf der Hausrückseite, das angeblich selbst mit einem Hammer nicht zerstört werden kann. Außerdem hat Georg Peterburs die Lagertür von innen mit 24 Zentimeter dicken Ytong-Steinen zugemauert.

Das machte am 1. Dezember Ganoven einen Strich durch die Rechnung. Die zerstörten zwar die Außentür, kamen dann aber nicht mehr weiter. Das Ehepaar hofft, dass diese Erfahrung und die Sicherheitstechnik Kriminelle künftig abhalten. Einer war bereits von einer Wildkamera auf dem Dach erfasst worden. Zu sehen war ein etwa 25 Jahre alter, vermummter Mann. Wer hinter den Taten steckt, weiß das Ehepaar Peterburs nicht: »Wir haben eigentlich keine Feinde«, sagt er, und seine Frau hat ihren Humor noch nicht verloren: »So schlecht kochen wir gar nicht.«

Aufgeben gibt’s nicht

Die Einbruchserie ist eine Art trauriger Rekord. »Das ist tatsächlich außergewöhnlich«, bestätigt Paderborns Polizeisprecher Michael Biermann. Die für Täter günstige Lage könne natürlich zu der Häufung beigetragen haben. Die Bilder aus der Wildkamera hätten die Polizei leider nicht weitergebracht, sagt Biermann und bittet Zeugen der Einbrüche, sich zu melden (Telefon: 05251/3060).

Abends auf die Lauer legen will sich Georg Peterburs, der aus Delbrück stammt, nicht. »Ich habe nichts, um mich zu verteidigen«, betont der 65-Jährige. Geöffnet ist seine Raststätte von 11 bis 15 Uhr, Samstag ist Ruhetag. Aufgeben will Georg Peterburs zur Freude seiner Kunden nicht. Die schätzen die selbst gemachte deutsche Küche – egal ob gebratene Leberwurst, Rinderbraten oder Eintopf. Pommes gibt es dort nicht. »Wir haben keine Friteuse«, betont der Hausherr. Die kann dann wenigstens auch nicht gestohlen werden.

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