Kita-Bau verschärft Situation im Karlsviertel – Eltern müssen ihre Kinder an anderen Schulen anmelden
Schülerkarussell dreht sich

Paderborn (WB). Es bleibt dabei: An der Karlschule werden 24 angemeldete Schüler keinen Platz erhalten, an der Josefschule in Mastbruch 15 Kinder, an der Grundschule Overberg-Dom 13 und der Lutherschule 11 . Die Grundschulleiter gehen davon aus, dass daraus eine Reihe von Ummeldungen folgen wird.

Donnerstag, 31.01.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 10:50 Uhr
Direkt neben der Karlschule wird die Stadt bis zum Sommer 2020 eine weitere Kita in Betrieb nehmen. Das Gebäude errichtet derzeit ein privater Investor. Dann wird der Druck auf die Karlschule noch höher. Eine Erweiterung wird bereits geprüft, Foto: Jörn Hannemann

Daran wird auch die Tatsache, dass die katholische Michaelsgrundschule im neuen Schuljahr mit einer Klasse à 25 Kindern starten wird, nicht viel ändern. Das machte Steffen Schmidt, Leiter der Grundschule Overberg-Dom und Sprecher der Paderborner Grundschulen, am Mittwochabend im Schulausschuss deutlich. »Am 11. Februar schicken alle Paderborner Grundschulen die Ablehnungen raus«, kündigte Schmidt an. Damit werde den Eltern eine Frist bis zum 25. Februar gesetzt, um ihre Kinder ummelden zu können. »Daraus wird aber eine zweite Ablehnungswelle resultieren«, glaubt Schmidt.

Denn diejenigen Kinder, die jetzt an der Wunschgrundschule abgelehnt würden, seien welche, für die diese nicht die nächstgelegene Schule ist. »Jedes Kind hat ein Recht darauf, die nächstgelegene Schule zu besuchen«, stellte Schmidt klar. »Wenn dies nicht die Wunschgrundschule ist, ist das eine andere. Und für die ergeben sich dann wiederum Verschiebungen, falls die Klassen bereits voll sind«, erläuterte der Schulleiter. Dann müsste nämlich möglicherweise ein anderes Kind für das umgemeldete weichen. Für seine Grundschule Overberg-Dom befürchtet er daher, dass die tatsächliche Zahl der Abmeldungen im Laufe des Verfahrens zwischen 6 und 20 liegen wird.

»Wir hoffen, dass wir dann am 11. März alles geregelt haben«

Am 25. Februar wollen die Schulen dann zum zweiten Mal Ablehnungsschreiben verschicken – mit einer Ummeldefrist bis zum 8. März. »Wir hoffen, dass wir dann am 11. März alles geregelt haben, und alle Eltern wissen, welche Schule ihr Kind besuchen wird«, sagte der Grundschulsprecher.

Zuvor hatte Schulamtsleiterin Christel Rhode noch einmal erläutert, dass es Aufgabe der Stadt und des Schulausschusses sei, steuernd einzugreifen, wenn sich abzeichnet, dass eine Schule überlaufen ist und die Nachbarschule nicht alle Eingangsklassen bilden kann. Letzteres trifft für die Elisabethgrundschule und die Grundschule Bonhoeffer-Heinrich zu, wo noch nicht die erforderlichen Anmeldungen für die angestrebte Zahl an Eingangsklassen vorliegt. »Wir hoffen, dass sich das dann nach den Absagen tatsächlich reguliert«, sagte Rohde. Die Vorlage sei mit allen Schulleitern abgestimmt worden. Lediglich die Leiterin der Josefgrundschule habe eine anderslautende Stellungnahme abgegeben. Dort empfiehlt die Verwaltung, wie am Donnerstag berichtet, nur drei Eingangsklassen einzurichten.

Unbefriedigend sei die Situation gerade an der Karlschule

»Uns gefällt das auch nicht, dass es so viele Ablehnungen gibt, aber wir sehen, dass man das lenken muss«, sagte Petra Tebbe (Grüne) Auch Markus Mertens (CDU) brach eine Lanze für die Verwaltungsvorlage. »Die Stellungnahme der Josefschule verwundert mich, weil dort zuvor immer die schlechte Raumsituation beklagt wurde«, sagte er. Auch die SPD erkannte zwar das Dilemma für die betroffenen Eltern an, stimmte aber für die letztendlich einstimmig verabschiedete Vorlage. Unbefriedigend sei die Situation gerade an der Karlschule, wo die Nachfrage mit Bau der zweiten Kita auf dem Schulgelände noch steigen werde, räumte Schuldezernent Wolfgang Walter ein. Das Gebäudemanagement prüfe, ob dort erweitert werden könne.

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