Metropolitankapitel macht die Finanzen öffentlich
Paderborner Dom ist einen Euro wert

Paderborn (dpa). Erstmals hat das Erzbistum Paderborn die Finanzen für den Unterhalt und Betrieb seiner Bischofskirche veröffentlicht. Das sogenannte Metropolitankapitel weist demnach für das Jahr 2017 eine Bilanzsumme von 20,4 Millionen Euro aus. In den Bilanzen ist übrigens auch der Wert des Paderborner Doms angegeben: mit einem Euro.

Dienstag, 20.11.2018, 13:00 Uhr aktualisiert: 20.11.2018, 16:00 Uhr
Der Hohe Dom zu Paderborn hat laut Bilanz des Metropolitankapitels einen Buchwert von einem Euro. Foto: Jörn Hannemann

Im Oktober hatte das Erzbistum bei der Vorstellung der Finanzen einen Überschuss von 15 Millionen Euro bekannt gegeben. Die Finanz-Pressekonferenz des Metropolitankapitels war indes eine Premiere.

Die Bilanzsumme von 20,4 Millionen Euro bezieht sich nur auf die Vermögenswerte des Doms. Fast ein Drittel der Vermögenswerte seien Immobilien. »Darin ist der Paderborner Dom ebenso wie die Kaiserpfalz mit einem Erinnerungswert von jeweils einem Euro bewertet. Die denkmalgeschützten Gebäude sind unveräußerlich und verursachen laufend hohe Kosten«, teilte das Bistum mit. Darüber hinaus gibt es aber auch Mietshäuser mit Dienstwohnungen.

Ausgaben von 6,2 Millionen Euro standen Einnahmen, zumeist durch Zuschüsse des Erzbistums, von 5,6 Millionen Euro entgegen. Unterm Strich gab es wegen hoher Instandhaltungskosten ein Minus von 547 000 Euro. Die Bistümer in Deutschland hatten nach dem Finanzskandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Transparenz-Offensive gestartet und ihre Bilanzen veröffentlicht.

Nach der Veröffentlichung der Bilanz des Metropolitankapitels fehlen für das Erzbistum Paderborn jetzt noch die Zahlen des Bischöflichen Stuhls. Die will das Erzbistum erstmals 2020 für das Jahr 2019 offenlegen, wie die Leitung im Oktober bei der Vorstellung der Bistums-Bilanz ankündigte. Wegen sprudelnder Steuereinnahmen hatte das Bistum Paderborn bereits für 2017 bei einer Bilanzsumme von 4,4 Milliarden Euro einen Überschuss von 15 Millionen Euro vermeldet.

Nach dem Erzbistum München und Freising und noch vor Köln zählt Paderborn damit zu den wohlhabendsten Bistümern in Deutschland. Die nach Mitgliedern sechstgrößte deutsche Diözese mit 1,52 Millionen Katholiken liegt in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen.

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